Gemeinderat sucht Alternativen
Schilder billiger als neuer Radweg

Ladbergen -

Eine Verlängerung des Bürgerradweges von Ostbevern-Brock bis Ladbergen soll rund 42 500 Euro kosten. Zu teuer, meint die Mehrheit des Ladberger Gemeinderates, und suchte nach einer Alternative. Auch darüber, ob die Fußgängerüberwege an der Tecklenburger Straße und der Mühlenstraße Gefahrenpunkte darstellen, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Samstag, 18.06.2016, 04:06 Uhr

Freie Fahrt über den Bürgerradweg ab Ostbevern-Brock gibt es nur bis zur Ortsgrenze Ladbergen. Die SPD-Fraktion möchte die Trasse gern weitergebaut wissen. Der Gemeinderat sprach sich jedoch mehrheitlich für eine deutlich kostengünstigere Alternative aus.
Freie Fahrt über den Bürgerradweg ab Ostbevern-Brock gibt es nur bis zur Ortsgrenze Ladbergen. Die SPD-Fraktion möchte die Trasse gern weitergebaut wissen. Der Gemeinderat sprach sich jedoch mehrheitlich für eine deutlich kostengünstigere Alternative aus. Foto: Anne Reinker

Die Bröcker waren fleißig. In monatelanger Arbeit haben sie einen Bürgerradweg gebaut, der bis an die Grenze nach Ladbergen führt. Da wäre es doch sinnvoll, glaubt die SPD-Fraktion im Gemeinderat, die Lücke zu schließen und diesen Weg bis ins Dorf weiterzubauen (WN berichteten). Die Politiker stellten einen Prüfantrag an die Gemeinde.

Im Verlauf der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend war der Radweg erneut Diskussionsthema. Konsens ist, dass eine Trasse von Ostbevern-Brock bis Ladbergen sinnvoll ist. Ob dazu aber für den Radwegebau (zunächst von der Kreisgrenze bis zum Westerweg) rund 42 500 Euro locker gemacht werden sollten (die andere Hälfte der Baukosten von etwa 85 000 Euro würde der Kreis übernehmen), darüber sind die Fraktionen geteilter Meinung.

Jörg Berlemann (Grüne) brachte eine Alternative ins Spiel: Am Ende des von den Bröckern gebauten Bürgerradweges gebe es eine asphaltierte Fahrbahn, die auf die Brockwiesen führe. Über diese sei „auf einer sehr schönen Strecke“, so Berlemanns Fraktionskollege Hartmut Kaubisch, der Ort zu erreichen. „Da ist es nicht nötig, 42 500 Euro auszugeben. Es reicht, zwei Schilder aufzustellen“, so Berlemann.

Für diese kostengünstige Version entschied sich letztlich die Mehrheit der Ratsmitglieder. Das Abstimmungsergebnis: 15 Ja-Stimmen, sieben Enthaltungen.

Nicht um Fahrrad- sondern um Autoverkehr ging es in einem weiteren Tagesordnungspunkt. Thomas Kötterheinrich hatte im Namen der SPD den Antrag gestellt, die Verwaltung solle prüfen, ob eine zusätzliche Beschilderung an den Zebrastreifen der Tecklenburger Straße und der Mühlenstraße möglich sei. Auch sollten die jeweiligen Kosten ermittelt werden.

Bürgermeister Udo Decker-König hatte auf den Antrag schnell reagiert, nachgefragt, und vom Straßenverkehrsamt des Kreises Steinfurt die Auskunft erhalten, dass „die Polizei keine besondere Gefährdungslage an den Überwegen sieht“ und eine zusätzliche Beschilderung darum nicht angebracht werden dürfe (WN berichteten).

Damit will sich Thomas Kötterheinrich nicht zufriedengeben. Wie er im Rat erklärte, sehe er – ohne den örtlichen Polizeibeamten Andreas Milfeit diskriminieren zu wollen – durchaus eine Gefahrenlage an den Zebrastreifen. Der Bürgermeister, wünschte er sich, solle beim Kreis noch einmal nachhaken.

Möglich, so Udo Decker-König, sei es wohl, gegen den Kreis eine „Verpflichtungsklage“ einzureichen. Diese dürfte aber wohl Kosten in Höhe von „ein paar tausend Euro“ verursachen, glaubt der Verwaltungschef. Geld, dass die Fraktionen nicht ausgeben wollen. „Wir sollten andere Wege suchen“, regte Andreas Will (FDP) an.

Nun will der Bürgermeister die Meinung des Rates an den Kreis weiterleiten und um nochmalige Prüfung der Angelegenheit bitten. Auch soll verwaltungs-intern nach Alternativen gesucht werden. Dorfsheriff Andreas Milfeit soll zu einer der nächsten Sitzungen des Umweltausschusses eingeladen werden, um seine Meinung dort kundzutun.

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