Ladberger Heimatmuseum wird am 20. Mai 1951 eröffnet
Start mit Pauken und Trompeten

Ladbergen -

Es muss ein großes Fest gewesen sein, als das Ladberger Heimatmuseum am 20. Mai 1951 eröffnet wurde. Zwei Tage lang wurde gefeiert, heißt es in einem Zeitungsbericht von damals. Heute ist die Einrichtung längst an einem anderen Ort. Das ehemalige Museum auf der Lönsheide verfällt.

Donnerstag, 04.08.2016, 05:08 Uhr

Seit dem Jahr 2001 ist das Ladberger Heimatmuseum auf dem Hof Jasper-Hildebrand, Am Aabach 9, zu finden. Der Pachtvertrag mit der Erbengemeinschaft Lagemann für das Gebäude in der Lönsheide sei 2000 ausgelaufen, berichten die Verantwortlichen.
Seit dem Jahr 2001 ist das Ladberger Heimatmuseum auf dem Hof Jasper-Hildebrand, Am Aabach 9, zu finden. Der Pachtvertrag mit der Erbengemeinschaft Lagemann für das Gebäude in der Lönsheide sei 2000 ausgelaufen, berichten die Verantwortlichen. Foto: Sigmar Teuber

Stünde das Heimatmuseum Ladbergen heute noch dort, wo es am 20. Mai 1951 eröffnet worden war, so hätte bereits das 65-Jährige der Einrichtung gefeiert werden können. Tatsächlich aber waren die Exponate lediglich rund 50 Jahre in einem Gebäude auf der Lönsheide – wenige hundert Meter vom heutigen Standort Am Aabach 8, ausgestellt. Der Umzug im Jahr 2001 war sicher weniger spektakulär als die Einweihung 1951. Die, ist einem Zeitungsbericht von damals zu entnehmen, war ein zweitägiges Ereignis.

„Wie immer, wenn in Ladbergen gefeiert wird, zeigte sich der Wettergott auch diesmal von der besten Seite“, heißt es im seinerzeitigen Bericht. „So war es kein Wunder, daß das erste vom Heimatverein inszenierte Ladberger Volksfest im besten Sinne des Wortes auch ein Volksfest wurde, das nicht nur die Einwohner des tausendjährigen Heidedorfes sondern auch viele Gäste aus der Nachbarschaft auf die Beine brachte.“

Am Samstagvormittag (19. Mai 1951), heißt es weiter, habe das Fest auf dem Sportplatz mit Schülerwettkämpfen (Handballspiel und Leichtathletik) begonnen. Nachmittags schlossen sich offenbar Vorführungen des Turn-, Gesang- und Heimatvereins sowie der Feuerwehr an.

„Am Abend – eine herrliche Frühsommernacht mit romantischer Mondscheinstimmung brach an – erlebten die Ladberger den ersten Höhepunkt ihres Festes: Mit Pauken und Trompeten zogen die Vereine im Fackelzug durch die Dorfstraßen. Kinder mit Lampions begleiteten den Zug, überall wurden Magnesiumlichter angebrannt, die die festliche Stimmung noch erhöhten“, berichtet der Chronist. „Der Fackelzug endete am Sportplatz, wo mit einem großen Feuerwerk begonnen wurde. Raketen zischten zum Himmel und platzten in vielen bunten Sternen auseinander, feurige Kreise drehten sich über der Rasenfläche und leuchtende Springbrunnen und Wasserfälle sprühten aus dem Dunkel. Bis in die späte Nacht hinein herrschte in allen Gaststätten fröhliche Stimmung.“

Am Sonntagvormittag wurde das Fest „mit Pokalwettkämpfen der Handballmannschaften“ fortgesetzt. „Das Kernstück des Volksfestes aber war die Einweihung und Eröffnung des Ladberger Heimatmuseums auf der idyllisch gelegenen Lönsheide. Auf diesem heimatgeschichtlich bedeutsamen Platz hatte der Heimatverein mit Unterstützung von August Lagemann ein Museum geschaffen, in dem alle für die Ortsgeschichte wichtigen Funde sowie altes Ladberger Hausgerät zusammengetragen wurden“, heißt es im Bericht. „Auf einer Wiese mit blühenden Apfelbäumen versammelten sich die Ladberger und die vielen Gäste, um dem Einweihungsakt beizuwohnen.“

Weiter schreibt der Chronist: „Oberkreisdirektor (Hugo) Weil hob u.a. in seiner Rede hervor, daß mit diesem Werk der erste Schritt zum Kreisheimatmuseum getan worden sei. Kreisheimatpfleger Dr. (Gustav) Korspeter wies auf die beiden verlorengegangenen Heimatmuseen in Ibbenbüren und Westerkappeln hin . . . Man habe sich nach dem Kriege entschlossen, dafür in Hopsten . . . und in Ladbergen Ersatz zu schaffen. . . Abschließend wurde Fritz Stille für seine Verdienste für die Ladberger Heimatgeschichte zum zweiten Ehrenmitglied des Heimatvereins ernannt.“

Herzerfrischend, so die Zeitung damals, sei die plattdeutsche Ansprache von Pastor (Herbert) Schulte aus Leeden gewesen, „der ohne Umschweife die heutige Situation beim Namen nannte. Man müsse seine Zuflucht wieder bei dem Herrgott suchen, so sagte er, und dazu möge dieses neue Museum verhelfen.“

Zum Abschluss der Feierlichkeiten habe der Ladberger Pastor Schmitz die gute Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und Heimatverein hervorgehoben. „An diesen feierlichen Akt schlossen sich auf der Lönsheide Wettkämpfe des Reitervereins und die Siegerverkündung an. Nach einem Umzug durch das Dorf war man am Abend noch lange und fröhlich beisammen“. So endet der damalige Zeitungsbericht.

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