Herbergen am Jakobsweg
Rund-um-sorglos-Paket für Pilger

Ladbergen -

Entlang des Jakobsweges liegen im Kreis Steinfurt zwölf Herbergen, die als „pilgerfreundlich“ ausgewiesen sind. Drei davon gibt es in Ladbergen. Was sich hinter dem Begriff „pilgerfreundlich“ verbirgt?

Donnerstag, 27.10.2016, 06:10 Uhr

Die Jakobsmuschel ist das Erkennungszeichen der Pilger, die sich auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela begeben.
Die Jakobsmuschel ist das Erkennungszeichen der Pilger, die sich auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela begeben. Foto: Tourist-Information Ladbergen

Drei der zwölf Betriebe entlang des Jakobsweges im Kreis Steinfurt , die als pilgerfreundlich ausgezeichnet wurden, liegen in Ladbergen. Es sind das Hotel Maurer , der Reiterhof Westerfeld und das Hotel-Restaurant „Zum Timpen“, schreibt die Tourist-Information in einer Pressemitteilung.

Der Jakobsweg im Kreis Steinfurt, der aus Osnabrück kommend von Leeden über Lengerich, Ladbergen und Schmedehausen nach Münster führt, erfreut sich großer Beliebtheit. Die Zertifizierung „Pilgerfreundlicher Betrieb“ schließt an das Leader-Projekt „Touristische und spirituelle Inwertsetzung des Jakobswegs“ der Förderphase 2007 bis 2014 an.

Um diese besondere Auszeichnung zu erhalten, sind nach Angaben der Tourist-Information unter anderem folgende Mindestkriterien zu erfüllen: Die Entfernung zum Jakobsweg darf nicht mehr als zwei Kilometer betragen und bei Vorlage eines Pilgerausweises muss eine Ermäßigung gewährt werden. Die Möglichkeit einer kurzfristigen Buchung, die Bereitstellung einer kleinen Wanderapotheke und Infomaterialien gehören ebenfalls dazu wie auch die Möglichkeit zur Trocknung von Kleidung.

Frieden ist der Leitgedanke

Der Jakobsweg ist mit dem europaweit einheitlichen Symbol der Jakobsmuschel – gelb auf blauem Grund – gekennzeichnet. Die Strecke führt die Pilger in Ladbergen vom Lönsweg kommend, später dem Weg des Mühlenbaches beziehungsweise des Friedensparks folgend, an der „Alten Wassermühle“ und dem historischen Gasthaus „Zur Post“ vorbei zur evangelischen Kirche, bevor es weiter in Richtung Dortmund-Ems-Kanal über Schmedehausen nach Münster geht.

Am Wegesrand wird immer wieder Abwechslung geboten, schreibt die Tourist-Information. Im Friedenspark finden Pilger neben den Skulpturen des Torfstechers und der Amme, die an alte Traditionen des Dorfes erinnern sollen, auch eine der zahlreichen Jakobsweg-Stelen im Kreis Steinfurt vor. Sämtliche Stelen stehen unter dem Leitgedanken des Friedens und beinhalten jeweils einen biblischen Spruch.

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Bettina Korte von der Tourist-Information, die mit den Touristikern aus Tecklenburg, Lengerich und Greven die Zertifizierung „Pilgerfreundlicher Betrieb“ entwickelt und auf den Weg gebracht hat, freut sich, dass diese Kriterien von den drei Ladberger Betrieben voll erfüllt wurden. „Die Attraktivität des Pilgerweges wird hierdurch enorm erhöht“, ist die Fachfrau überzeugt. Auch in diesem Jahr hat sie festgestellt, welch großer Beliebtheit sich der Weg erfreut. Die Pilger steuern immer wieder die Tourist-Information an, die neben dem Rathaus und dem Hotel „Zur Post“ als Stempelstelle für den Nachweis im Pilgerpass fungiert. Die Pilger halten gerne einen kleinen Plausch, bevor sie sich auf den Weg nach Münster machen.

Nach ihren Angaben war das Pilgern in früheren Zeiten fast ausschließlich religiös motiviert. Doch in Gesprächen mit den Pilgern stellte sie fest, dass heute bei vielen Pilgern das Wandern auf dem Jakobsweg nicht zwingend die Suche nach Gott ist, sondern die Suche nach sich selbst. Die Entschleunigung und Entspannung in einer technologisierten schnelllebigen Welt, in der das Individuum oftmals auf der Strecke bleibe, stehe bei vielen im Vordergrund.

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