Trauer um Altbürgermeister Willi Untiet
Sein Herz schlug für Ladbergen

Ladbergen -

Für „sein“ Ladbergen hat sich Willi Untiet zeitlebens stark gemacht. Sei es in der Kommunalpolitik, im Sport oder in der Heimatgeschichte und der Pflege der plattdeutschen Sprache. Am Sonntag ist er im Alter von 87 Jahren verstorben.

Freitag, 28.10.2016, 06:10 Uhr

Willi Untiet †
Willi Untiet † Foto: Wilhelm Schmitte

Willi Untiet hat sich wie kaum ein anderer für „sein“ Ladbergen engagiert. In der Politik als SPD-Ratsherr und ehrenamtlicher Bürgermeister, im Sport und – nach seiner Pensionierung als Lehrer – besonders für den Erhalt der plattdeutschen Sprache. Sein Buch „Use Platt“ hat viele Menschen an die Niederdeutsche Sprache herangeführt. Jetzt ist Willi Untiet im Alter von 87 Jahren verstorben.

Der gebürtige Ladberger hat am Graf-Adolf-Gymnasium Tecklenburg das Abitur gemacht, unterbrochen durch den Krieg. Danach wird er Lehrer, ist an verschiedenen Schulen tätig, leitet bis zur Pensionierung die Hauptschule Lengerich.

Im Alter von 32 Jahren wird der Sozialdemokrat in den Gemeinderat gewählt, dem er 37 Jahre angehört. Er ist Fraktionssprecher der Sozialdemokraten und wird 1989 zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt, fünf Jahre später in diesem Amt bestätigt. In der Kommunalpolitik hat Willi Untiet immer darauf geschaut, das Beste für Ladbergen zu erreichen. Auch auf Kreisebene engagiert er sich für die SPD , gehört bis zur kommunalen Neugliederung zehn Jahre dem damaligen Kreistag des Kreises Tecklenburg an. Von 1981 bis 1989 ist er Mitglied im Steinfurter Kreistag.

Dass Willi Untiet zu der Staffel gehört, die 1949 die Urkunde über die Ladberger Selbstständigkeit als Kommune überbringt, zeigt wunderbar seine Verbundenheit mit dem Sport. Er ist Abteilungsleiter Volleyball und Gymnastik im TSV, wird 1981 Vorsitzender.

Seiner Passion für die plattdeutsche Sprache und die Ladberger Heimatgeschichter widmet er sich nach seiner Pensionierung. Dabei setzt er, wie es bei der Verleihung des Brauchtums­preises des Kreises Steinfurt am 4. April dieses Jahres heißt, Akzente im Bereich der Heimatpflege.

Willi Untiet ist im besten Wortsinn ein Ladberger Urgestein. Dazu gehört untrennbar auch der ihm eigene, trockene Humor. Lachen gehört zum Leben, das ist ihm immer wichtig gewesen. Er wird eine Lücke hinterlassen. Nicht nur in seiner Familie, der unser aufrichtiges Beileid gilt, sondern in der Gemeinde.

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