„Wir sehen Handlungsbedarf“
Grüne wollen barrierefreie Verkehrssituation verbessern

Ladbergen -

Die Grünen haben das Zentrum in den Blick genommen. Sie wollen die Verwaltung beauftragen, ein „Konzept zur Verbesserung der barrierefreien Verkehrssituation im Ortskern“ zu erstellen. Einen entsprechenden Antrag haben sie dem Bürgermeister zukommen lassen.

Freitag, 16.12.2016, 05:12 Uhr

So sollte es sein: Übergänge ohne gefährliche Ecken und hohe Kanten wünschen sich wohl alle, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. In Ladbergen, glaubt die SPD, liegt aber an vielen Stellen noch manches im argen
So sollte es sein: Übergänge ohne gefährliche Ecken und hohe Kanten wünschen sich wohl alle, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. In Ladbergen, glaubt die SPD, liegt aber an vielen Stellen noch manches im argen Foto: Axel Roll

Die SPD-Fraktion hat den Ortskern im Blick, wünscht sich ein städtebauliches Entwicklungskonzept und Tempo-30 (WN berichteten). Jetzt haben die Grünen das Zentrum in den Blick genommen. Sie wollen die Verwaltung beauftragen, ein „Konzept zur Verbesserung der barrierefreien Verkehrssituation im Ortskern“ zu erstellen. Einen entsprechenden Antrag haben sie dem Bürgermeister zukommen lassen.

Wie Sprecher Jörg Berlemann schreibt, wurde die Fraktion der Grünen von der Tochter einer Seniorenheim-Bewohnerin angesprochen und im Rahmen einer Ortsbegehung auf nicht-rollstuhlgerechte Verkehrspunkte im Ortskern aufmerksam gemacht. Unter Anderem berichtete die Frau davon, dass sie an der Mühlenstraßen-Brücke mit dem Rollstuhl ihrer Mutter an einer Kante hängengeblieben und ihre Mutter beinahe aus dem Rollstuhl gerutscht sei. „Man mag sich die möglichen Folgen kaum vorstellen“, so Berlemann.

Die Sicherung der Teilhabe benachteiligter Menschen am gesellschaftlichen Leben nehme in der öffentlichen Debatte einen immer größeren Raum ein. Dazu gehöre auch die Überprüfung dieses „öffentlichen Raumes“ auf Barrierefreiheit und behindertengerechte Ausgestaltung der Straßen, Wege und Plätze, schreiben die Grünen weiter.

„Aufgrund der Altersstruktur der Gemeinde Ladbergen steigt die Zahl der geh-eingeschränkten Einwohner, die auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind, immer stärker an“, erklärt Jörg Berlemann. „Aus diesem Grund ist eine Überprüfung der Verkehrsbereiche im Ortskern notwendig, um Schwachstellen zu lokalisieren.“

In der Diskussion um einen SPD-Antrag zum Entwicklungskonzept Mühlenstraße/Dorfstraße sei auf Probleme an der Sparkasse und dem Weg zum Seniorenheim hingewiesen worden. „Dies wurde uns von Betroffenen bestätigt“, sagt Berlemann. Darüber hinaus gebe es an vielen Stellen Bordsteinkanten und andere Hindernisse, die für Rollstuhlfahrer, auch in Begleitung, sehr schwer zu überwinden seien.

Als Beispiele nennen die Grünen:

• Zebrastreifen und Parkstreifen an der Sparkasse,

• Kanten am Fahrradweg an der Mühlenstraße,

• Übergang des Bürgersteigs zur Mühlenbachbrücke auf der Mühlenstraße,

• Bürgersteig vor dem Uhrengeschäft Hackmann,

•  Mühlenkamp vom Mühlchen aus Richtung Kirche,

• Wechsel der Straßenseite am oberen Mühlenkamp,

• Weg von der Mühlenstraße oder Dorfstraße zur Kirche,

• Bürgersteig auf Höhe der Pizzeria Etna,

• Ecke Mühlenkamp/Dorfstraße,

• Bürgersteig Dorfstraße kurz vor der Volksbank,

• Wechsel der Fahrbahn auf Höhe der neuen LVM-Versicherung und

• Zugang zur Apotheke.

Überwiegend handele es sich „um punktuelle Stellen, die ohne größeren finanziellen Aufwand barrierefrei hergerichtet werden können“, glauben sie. Der Bereich der Mühlenstraße/Dorfstraße solle im Rahmen eines Entwicklungsprojektes behindertengerecht und barrierefrei überplant werden.

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