Von Ladbergen nach Kattenvenne
Luther auf Wanderschaft

Ladbergen/Kattenvenne -

„Ich stehe hier und kann nicht anders“ – ein Spruch, der den meisten bekannt. Er stammt von Martin Luther und ist inzwischen über 500 Jahre alt. Vieles, was der Reformator damals sagte, lässt sich in die heutige Zeit übertragen, hat nichts an Aktualität eingebüßt. Das sollte die Aktion „Einfach Fr31“ (Einfach Frei) mit einer weißen Luther-Statue auf Durchreise in Ladbergen verdeutlichen.

Sonntag, 30.04.2017, 16:04 Uhr

Umziehen musste wieder einmal die Figur des Reformators Luther. Mit einer Kutsche wurde das Standbild an einen neuen Ort befördert.
Umziehen musste wieder einmal die Figur des Reformators Luther. Mit einer Kutsche wurde das Standbild an einen neuen Ort befördert. Foto: Luca Pals

Aber am vergangenen Samstag stimmte sein Satz nicht: Zuletzt am Kanal beheimatet, wurde die Statue, die eine von 30 im gesamten Münsterland ist, um 9 Uhr von Rudy Oelrich und Henrik Albert mit einem Friesen-Gespann abgeholt. Ziel war der Gasthof Moorschänke, wo ihn die Kattenvenner im Rahmen eines „Luther-Schmauses“ überreicht bekamen.

  Foto: Luca Pals

  Foto: Luca Pals

Erste Station auf dem Weg dorthin war die evangelische Kirche im Dorf, an der Luther pünktlich beim Maibaumaufstellen vorbeischaute und auf weitere Gäste der „Luther-Wanderung“ stieß. Nachdem Pastor Ingo Göldner , der die Aktion leitete, bekannte Luther-Lieder wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ anstimmte, zog die Kolonne weiter. Angeführt von der Kutsche fanden man sich um 11 Uhr auf dem Moor ein. Dort trafen in der Folge auch viele Kattenvenner Protestanten ein, die zusammen mit Pfarrerin Verena Westermann die Statue feierlich entgegen nahmen.

Nachdem der Reformator auf den Anhänger eines Treckers verfrachtet worden war, der ihn zur Kattenvennne Kirche bringen sollte, versammelte sich die Gesellschaft in gemütlicher Runde in der Moorschänke. „Zu Luthers Zeiten gab es zwar keine Kartoffeln, aber dafür Würstchen, Gurken und Schwarzbier“, lud Göldner zum Essen ein.

  Foto: Luca Pals

Mit weitere Liedern und Sprüchen des Reformators wurde der Vormittag gestaltet und die beiden Pastöre freuten sich, dass „so viele dem Rufe Martins“ gefolgt seien und das sich beide Gemeinden zusammen getan hätten.

Luther wird bis zum 9. Juli seinen festen Platz an der Kirche in Kattenvenne haben und dann nach Lienen weiterwandern. Bis dahin wird die Gemeinde, wie bereits in Ladbergen , Luther in den Alltag und die Projekte mit dem Kindergarten, den Senioren und der Grundschule einbinden.

„Für mich bedeutet Luther, dass ich an einen Gott glaube, der liebt, mich ermutigt und befreit. Das alte Gottesbild hat er schon vor 500 Jahren abgeschafft“, meinte Verena Westermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Frage sei, ob für die Aktionen in Kattenvenne überhaupt noch genug Platz sei auf der Statute, scherzte sie weiter.

Dabei ist die Sorge durchaus berechtigt, denn im Heideorf hat Luther an Farbe gewonnen. Die Statue stand seit Anfang November 2016 im Ladbergen, besuchte Kindergärten, die Grundschule, das Gemeindehaus und das Seniorenheim. Außerdem stand er im Vorgarten von Küsterin Martha Weikert und zuletzt auf dem Hafengelände Oelrich am Dortmund-Ems-Kanal.

Ein Wiedersehen ist garantiert: Am 31. Oktober wird er nach Ladbergen zurückkehren und einen festen Platz im Dorf bekommen. „Ideen, wo genau Luther in Zukunft stehen soll, können im Gemeindebüro eingereicht werden“, hofft Ingo Göldner auf kreative Vorschläge.

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