Barrierefreiheit im Blick
„Es besteht Nachholbedarf“

Ladbergen -

Parkplätze mit Raum für die Belange behinderter Menschen, Geschäfte, die die Probleme derer im Blick haben, die nicht „gut zu Fuß“ sind: alles das klingt, als sei im Heidedorf die Welt aus Sicht von Betroffenen in Ordnung. Dennoch hat der Ortsverband der Grünen in Ladbergen im Dezember 2016 einen Antrag zur Erstellung eines Konzepts zur Verbesserung der barrierefreien Situation im Ortskern beim Bürgermeister eingereicht (WN berichteten). Was hat es damit auf sich?

Montag, 08.05.2017, 07:05 Uhr

Barrierefreiheit im Blick : „Es besteht Nachholbedarf“
Foto: Birga Jelinek

Parkplätze mit Raum für die Belange behinderter Menschen, Geschäfte, die die Probleme derer im Blick haben, die nicht „gut zu Fuß“ sind: alles das klingt, als sei im Heidedorf die Welt aus Sicht von Betroffenen in Ordnung. Dennoch hat der Ortsverband der Grünen in Ladbergen im Dezember 2016 einen Antrag zur Erstellung eines Konzepts zur Verbesserung der barrierefreien Situation im Ortskern beim Bürgermeister eingereicht (WN berichteten). Was hat es damit auf sich? Ich habe nachgefragt.

Die Tochter einer Bewohnerin des Seniorenwohnheims Haus Widum hatte bei Ausflügen mit ihrer Mutter feststellen müssen, welche Probleme sich im Alltag mit dem Rollstuhl ergeben. Kanten, Kopfsteinpflaster und Bordsteine sind Hindernisse, die ein großes Unfallrisiko bedeuten. Schnell bleiben die Räder hängen, der Rollstuhl kippt oder der Fahrer verliert das Gleichgewicht.

Mit dieser Erfahrung wandte sich die Frau an die Grünen. Diese machten sich auf zu einer Ortsbegehung und betrachteten den Ladberger Ortskern aus einem neuen Blickwinkel. Sensibilisiert durch die Eindrücke von Mutter und Tochter ließen sich gleich mehrere Stellen ausmachen, an denen das Gefahrenpotenzial durch kleinere bauliche Maßnahmen deutlich verringert werden kann.

Als verbesserungswürdig wurden erkannt:  Zebrastreifen und Parkstreifen an der Sparkasse, Kanten am Fahrradweg an der Mühlenstraße, der Übergang des Bürgersteigs zur Mühlenbachbrücke auf der Mühlenstraße, der Bürgersteig vor dem Uhrengeschäft Hackmann, der Mühlenkamp vom Mühlchen aus Richtung Kirche, der Wechsel der Straßenseite am oberen Mühlenkamp, der Weg von der Mühlenstraße oder Dorfstraße zur Kirche, der Bürgersteig auf Höhe der Pizzeria Etna, die Ecke Mühlenkamp/Dorfstraße, der  Bürgersteig Dorfstraße kurz vor der Volksbank, der Wechsel der Fahrbahn auf Höhe der neuen LVM-Versicherung und der  Zugang zur Apotheke.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die barrierefreie Optimierung dieser Stellen dazu führen kann, dass sich körperlich eingeschränkte Bürger gefahrloser im Ort bewegen können, was wiederum die Teilnahme am öffentlichen Leben deutlich angenehmer macht. Der sekundäre Effekt solcher Maßnahmen ist nicht zu unterschätzen, Einsamkeit, Isolation und sich daraus ergebenen Depressionen wird effektiv entgegengewirkt.

Der Gemeindeverwaltung wurde inzwischen ein Antrag zur Erstellung eines Konzepts zur Verbesserung der barrierefreien Situation im Ortskern vorgelegt. Dieses beinhaltet die Begutachtung der angeführten Bereiche und die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen. Der Konzeptantrag ergänzt auch den Wunsch der SPD Ladbergen nach einem städtebaulichen Entwicklungskonzept und Tempo 30 im Ortskern (WN berichteten).

Ladbergen bietet mit seinen Möglichkeiten des betreuten Wohnens und dem Seniorenwohnheim eine ideale Basis für ältere und körperlich eingeschränkte Menschen. Die Altersstruktur ändere sich, sodass die Notwendigkeit der barrierefreien Optimierung des Umfelds gegeben sei, berichtete mir Jörg Berlemann, Sprecher der Grünen in Ladbergen. „Es besteht Nachholbedarf innerorts bezüglich der barrierefreien Verkehrssituation“, ist er sich sicher.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4816221?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Nachrichten-Ticker