Feldbegang
Regen kommt ohne Tanz

Ladbergen -

Würde sich der Feldbegang, zu dem am Donnerstagabend der Landwirtschaftliche Ortsverband eingeladen hatte, im alten Ägypten oder bei den amerikanischen Ureinwohnern abgespielt haben, so hätten die Teilnehmer vielleicht einen Regentanz aufgeführt. Denn eine ordentliche Menge Wasser ist genau das, was auf den Feldern fehlt, wollen die Bauern im Spätsommer eine gute Ernte einfahren.

Freitag, 12.05.2017, 23:05 Uhr

Beim Feldbegang auf dem Hof Lütke-Stockdiek erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über Pflanzenschutz und das sogenannte Strip-Till-Verfahren.
Beim Feldbegang auf dem Hof Lütke-Stockdiek erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über Pflanzenschutz und das sogenannte Strip-Till-Verfahren. Foto: Anne Reinker

Würde sich der Feldbegang, zu dem am Donnerstagabend der Landwirtschaftliche Ortsverband eingeladen hatte, im alten Ägypten oder bei den amerikanischen Ureinwohnern abgespielt haben, so hätten die Teilnehmer vielleicht einen Regentanz aufgeführt. Denn eine ordentliche Menge Wasser ist genau das, was auf den Feldern fehlt, wollen die Bauern im Spätsommer eine gute Ernte einfahren. Andreas Lagemann , Beratungsmanager der Firma Bayer CropScience , gab Tipps, wie die Getreide unter diesen Bedingungen bestmöglich in Wachstum kommen. Offenbar wirkte die Zusammenkunft auf dem Hof von Ines Lütke-Stockdiek auch ohne Ritual, denn der erste Regen fiel schon in der Nacht und hörte auch am Morgen nicht auf.

Als Vertreter des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes begrüßte Frank Sundermann die Teilnehmer. An dreas Lagemann betrachtete die Situation auf den Feldern mit Sorge: „Roggen, Triticale und Gerste fangen an, welk zu werden.“ Daran könnten die Landwirte nichts ändern, bedauerte er.

„Krankheiten auf den Pflanzen gibt es immer, jeweils dem Wetter angepasst“, so der Fachmann weiter. Zurzeit seien es der Mehltau und der Gelbrost, die dem Getreide zu schaffen machten. „Anfang April sollte jeder Landwirt dem schon mit Fungiziden entgegengewirkt haben. Bei der Gerste ist jetzt der zweite Durchgang dran, bei der Triticale in zwei Wochen“, erklärte Lagemann.

Aufgrund der langen Trockenheit gebe es nur wenig „Insektendruck“, führte der Experte aus. „Wenn das Verhältnis der Marienkäfer zu den Läusen passt, muss nichts gemacht werden“. Ein Marienkäfer fresse etwa hundert Läuse am Tag und sei „ein guter Partner der Landwirte“.

Die lange Kältephase hat das Wachstum des Mais gehemmt. Da er erst ab einer Bodentemperatur von acht Grad keimt, „tut sich da nicht viel“, sagte der Pflanzenschutzberater. Gegen Unkräuter müssten die Landwirte jetzt Herbizide auf die Felder geben.

Des Weiteren berichtete Andreas Lagemann über das Strip-Till-Verfahren, eine Möglichkeit, den Erosionsschutz auf den Maisfeldern zu verbessern und die Stickstoffeffizienz zu steigern.

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