Agnes Wellmann sammelt Fingerhüte
Stichschutz löst Freude aus

Ladbergen -

Für Agnes Wellmann sind Fingerhüte aus zwei Gründen interessant: zum Einen, weil sie selbst gern näht, zum Anderen als Sammelobjekte. Viele ihrer Exponate sind jetzt im Foyer von Buddemeier zu sehen.

Freitag, 01.09.2017, 23:09 Uhr

An jedem Finger einen „Hut“ haben Agnes Wellmann und Mechthild Teigeler (von links). In einer Vitrine bei Buddemeier gibt es noch viel mehr der hübschen kleinen Exponate. Stücke wie der „Indiana Cardinal“ (kleines Bild) sind allerdings wohl nicht zum Näh-Gebrauch, sondern eher zum Anschauen gedacht.
An jedem Finger einen „Hut“ haben Agnes Wellmann und Mechthild Teigeler (von links). In einer Vitrine bei Buddemeier gibt es noch viel mehr der hübschen kleinen Exponate. Stücke wie der „Indiana Cardinal“ (kleines Bild) sind allerdings wohl nicht zum Näh-Gebrauch, sondern eher zum Anschauen gedacht. Foto: Sigmar Teuber

So ein Fingerhut ist eine praktische Sache. Als „mechanischer Schutz gegen unbeabsichtigtes Verletzen der Finger beim Nähen“, wie ihn ein Online-Portal bezeichnet, bewahrt er den Benutzer vor fiesen Pieksern. Meist mit kleinen „Grübchen“ versehen, erlaubt er es, die Nähnadel rutschsicher abzustützen. In der Musik des Skiffle werden Fingerhüte – oft auf allen Fingern getragen – verwendet, um Schlaginstrumente zu bedienen. Ein zum Instrument umfunktioniertes Waschbrett lässt sich mit Fingerhüten durch Schlagen und Reiben effektvoll bedienen. Der Leadgitarrist der Band „Guns N’ Roses“, Ron „Bumblefoot“ Thal, nutzt die kleinen Hütchen, um das Spektrum an Tönen auf dem Griffbrett seiner Gitarre zu erweitern.

Für Agnes Wellmann sind Fingerhüte aus zwei Gründen interessant: zum Einen, weil sie selbst gern näht, zum Anderen als Sammelobjekte. „Rund 365 Stück“, schätzt die Ladbergerin, hat sie bereits in Vitrinen und Schaukästen bei sich zu Hause ausgestellt. Viele ihrer Exponate sind jetzt im Foyer von Buddemeier zu sehen. Agnes Wellmann ist nach Ingrid und Lothar Auer die Zweite, die im Rahmen der Reihe „Sammelleidenschaft“ interessierte Bürger an ihrem Hobby teilhaben lässt.

Rückblende: Anfang März bringen Ingrid und Lothar Auer, die 1988 im Verlauf eines Urlaubs in Kairo mit dem „Kamelsammel-Virus“ infiziert worden waren, viele ihrer im Laufe der Jahre erworbenen vierhufigen, höckrigen Lieblingsfiguren in eine Vitrine bei Buddemeier (WN berichteten). Die Sammelleidenschaft der Beiden brachte Mechthild Teigeler, Chefin des Seniorentreffs, auf die Idee regelmäßiger Ausstellungen.

Erinnerten schon die Kamele an ferne Länder, so laden nun auch die Fingerhüte von Agnes Wellmann zu Gedankenreisen ein. Schließlich sind auch sie „aus der halben Welt“ zu ihr nach Ladbergen gekommen: selbst mitgebracht oder als Geschenk.

Wie sie auf die Idee gekommen ist, die kleinen Kunstwerke zu horten, weiß Agnes Wellmann selbst nicht so genau. „Ich nähe viel. Bei einer Bekannten habe ich dann vor fünf oder sechs Jahren einen besonders schönen Fingerhut gesehen. Danach habe ich angefangen, in jedem Urlaub nach besonderen Fingerhüten zu schauen“, sagt die Sammlerin. Das sprach sich offenbar herum. „Später brachten mir Freunde und Bekannte auch immer wieder einmal attraktive Fingerhüte mit.“

Viele der Kästen und Vitrinen in ihrem Nähzimmer hat Agnes Wellmann ausgeräumt. Den Inhalt dürfen Interessierte jetzt bei Buddemeier betrachten: Exponate aus Holz, Porzellan und sogar umhäkelte Fingerhüte gibt es da zu sehen. Schlicht, bemalt und auch mit kunstvollen Figuren besetzt. Kostenlos und unverbindlich anzuschauen zu den Öffnungszeiten.

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