Blick ins Zeitungsarchiv
Bomben in der Autobahn-Trasse

Ladbergen -

Die Autobahn 1 ist ein Dauerthema in den Medien. Aktuell sorgt der Brückenbau für so manchen Stau zwischen Ladbergen und Osnabrück. Allerdings war die Trasse schon vor Baubeginn in der Berichterstattung des damaligen Tecklenburger Landboten oft zu finden. So zum Beispiel schon 1961, als ein Redakteur schrieb: „Die Autobahnbauer sind vorsichtige Leute. Da im Raum Ladbergen die Trasse für die Hansa-Linie bereits festliegt, sucht zurzeit ein Bombenräumkommando aus Münster das Gelände in Westladbergen nach Blindgängern ab, die den späteren Bau der doppelten Fahrbahn gefährden könnten.

Donnerstag, 07.09.2017, 23:09 Uhr

Die Autobahn 1 ist heute viel befahren, Staus sind an der Tagesordnung. Beim Bau der Trasse gab es viele Widrigkeiten zu überwinden.
Die Autobahn 1 ist heute viel befahren, Staus sind an der Tagesordnung. Beim Bau der Trasse gab es viele Widrigkeiten zu überwinden. Foto: Jens Keblat

Innerhalb kurzer Zeit, so der Berichterstatter damals weiter, seien vier Bomben und eine sogenannte Zielmarkierung „gefunden, freigelegt, entschärft, ausgegraben und abtransportiert“ worden. Die Autobahn führe in Hüttrup und Ladbergen durch ein Gebiet, das im Zweiten Weltkrieg oft von englischen und amerikanischen Flugzeugen bombardiert worden sei. „Diese galten dem Dortmund-Ems-Kanal, speziell jener Stelle, wo die Glane unter dem Kanal hindurchgeführt wird. Man wollte damals das höher gelegene Bett des Kanals treffen, es zum Auslaufen bringen und damit diesen wichtigen Schifffahrtsweg blockieren“, schrieb der Tecklenburger Landbote seinerzeit.

„Unzählige Bomben“ seien damals auf das Gebiet von Ladbergen-Wester niedergegangen. „Die Äcker und Wiesen diesseits und jenseits des Kanals waren eine Kraterlandschaft. Viele Blindgänger lagen – zum Teil voll sichtbar – herum, die in den ersten Jahren nach dem Kriege von Feuerwerkern entschärft und abtransportiert wurden. Das war praktisch die erste Räumungsaktion. In der zweiten Welle musste man mit Hilfe von Sonden arbeiten, um die in den Boden eingedrungenen Blindgänger aufzuspüren. Jetzt, da bald die Autobahn gebaut wird, läuft nun die dritte Räumungsaktion an“, schrieb die Zeitung 1961.

Natürlich, so der Berichterstatter, werde auf jenem Streifen, auf dem später die Autobahn gebaut werden solle, am intensivsten gesucht. Einbezogen werde aber auch das Gebiet rechts und links der Trasse. „Vier Bomben wurden bereits aufgespürt, alle zehn Zentner schwer, die in den Boden bis zu einer Tiefe von vier Metern eingedrungen waren.“

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