Umweltausschuss
Hindernissen auf der Spur

Ladbergen -

Die Grünen haben das Thema in Rat und Verwaltung angestoßen. Birga Jelinek war als Betroffene für die Westfälischen Nachrichten im Ort unterwegs und hat viele Stellen gefunden, die für Behinderte schwer zu passieren sind (WN berichteten). Andreas Moysich-Kirchner vom Bauamt hat sich gemeinsam mit einer Rollstuhlfahrerin auf den Straßen umgesehen und hat ebenfalls etliche „Knackpunkte“ ausgemacht. Mit anderen Worten: Die Barrierefreiheit im Heidedorf beschäftigt viele Menschen. Über sie wurde auch im Umweltausschuss wieder diskutiert.

Freitag, 15.09.2017, 23:09 Uhr

Vor der Apotheke Am Rott gibt es einen Behindertenparkplatz und einen freigehaltenen Zugang zum Geschäft. Rollator- und Rollstuhlfahrer müssen jedoch hohe Bordsteinkanten überwinden. Dies ist einer der Punkte, an denen die Gemeinde die Barrierefreiheit verbessern will.
Vor der Apotheke Am Rott gibt es einen Behindertenparkplatz und einen freigehaltenen Zugang zum Geschäft. Rollator- und Rollstuhlfahrer müssen jedoch hohe Bordsteinkanten überwinden. Dies ist einer der Punkte, an denen die Gemeinde die Barrierefreiheit verbessern will. Foto: Birga Jelinek

„Mit offenen Augen“ sei er durch Ladbergen gegangen und habe „Handlungsbedarf an einigen Stellen“ gesehen, berichtete Moysich-Kirchner . Eine davon sei die Zufahrt zum Seniorenheim von der Mühlenstraße aus. Dort komme es täglich zu „kritischen Begegnungen“ zwischen älteren Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen und Pkw. Die Straße dort sei eng und ein Gehweg nicht vorhanden.

Das dürfte sich wohl auch in absehbarer Zeit kaum ändern. „Die angrenzenden Grundstücke sind in Privatbesitz und die Inhaber bisher nicht bereit, einen Teil davon abzugeben, auf dem ein Fußweg angelegt werden könnte“, bedauerte der Fachmann. Darüber hinaus stünden auch Bäume neben der Fahrbahn, die nicht einfach gefällt werden könnten.

Anregungen, wie die Situation verbessert werden könne, gab es seitens der Ausschussmitglieder einige. Man könne einen Weg vom Eingang des Seniorenheims seitlich an der Sparkasse vorbei bis zur Bushaltestelle an der Mühlenstraße anlegen, meinte ein Mann. Ein anderer schlug vor, mit der Kreissparkasse Steinfurt zu reden, deren Filiale auf einem Grundstück neben der Mühlenstraße liegt. „Vielleicht geben die ein Stück ihrer Fläche ab“. Zu einem konkreten Ergebnis führte die Diskussion nicht.

Doch Andreas Moysich-Kirchner hatte weitere Pro-blemstellen ausgemacht. An der Mühlenbachbrücke seien „Kanten abgesackt“, an einigen Stellen müssten Bordsteine abgesenkt werden. Alles in allem keine große Sache, so der Fachmann. Längeren Diskussionsbedarf gab es dagegen über eine mögliche Absenkung des Bordsteins vor der Apotheke Am Rott. Dort gebe es zwar sowohl einen Behindertenparkplatz als auch einen Zugang zur Apotheke, auf dem nicht geparkt werden dürfe. „Wer dort als Rollatornutzer oder Rollstuhlfahrer aus dem Auto steigt oder den gekennzeichneten Zugang nutzen will, der sieht sich mit einem hohen Bordstein konfrontiert“, bedauerte Moysich-Kirchner. Da der Gehweg schmal sei, müsse man bei einer möglichen Absenkung auch das Gefälle im Auge behalten. „Sonst rollen die Hilfsmittel da gleich wieder zurück und bis auf die Fahrbahn.“

Aller Schwierigkeiten zum Trotz hat die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, um die Barrierefreiheit im Dorf in möglichst kurzer Zeit zu verbessern. Diesem Konzept stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig zu.

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