Pfarrer beim Männerfrühstück
Die Kirche an der Wurzel gepackt

Ladbergen -

Eine tiefe Wurzelbehandlung verspricht Thomas Frings an diesem frühen Samstagmorgen. Und nein: Kieferorthopäde ist der Mann wahrlich nicht – er will lediglich den Wurzeln der Kirche an den Kragen. Seinen Operationsplan trug er beim Männerfrühstück im katholischen Pfarrzentrum vor.

Sonntag, 29.04.2018, 22:04 Uhr

Thomas Frings (zweiter von links) bot gute Unterhaltung zu spannenden Themen. Darüber freuten sich Werner Suhre, Bodo Möller und Alexander Fenker (von links).
Thomas Frings (zweiter von links) bot gute Unterhaltung zu spannenden Themen. Darüber freuten sich Werner Suhre, Bodo Möller und Alexander Fenker (von links). Foto: Luca Pals

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Die Organisatoren Werner Suhre, Bodo Möller und Alexander Fenker waren besonders stolz darüber, einen solchen Gast für die gemütliche Runde bei Wurst und Käse für sich gewonnen zu haben. Zu erzählen hatte er viel: Bis 2016 war er katholischer Priester im Bistum Münster, erlebte 30 Jahre lang vieles – bisweilen Deprimierendes: Die Kirchenbänke wurden immer leerer, aber der Anspruch beispielsweise von Eltern im Vorfeld der Firmung stieg. 2016 zog er den Schlussstrich und legte seine Ämter nieder – mit großem medialen Echo. Sein Buch „Aus, Ende, Amen“ wurde viel diskutiert.

Eine Entscheidung, die gut überlegt war. Frings sagt: „Ich stehe voll dahinter.“ Gut begründen kann er sie allemal: „Ich war immer der Letzte. Das war sehr frustrierend.“ Ging er, fusionierten die Gemeinden in vielen Fällen, große Personalumbrüche folgten.

„Kirche muss wieder etwas mit dem Leben der Menschen zu tun haben“, meint er. Denn: „Ich habe keine Lust, immer nur den Rückzug zu bearbeiten. Mir fehlte da die Zukunftsperspektive.“ Umdenken sei das Stichwort. Und so vertritt er eine klare Meinung: „Es soll nicht heißen: Wie bekommen wir die Leute in die Kirche, sondern was wollen wir eigentlich.“

Aus der Kirche ausgetretenen Eltern beispielsweise, die ihre Kinder zur Firmung schupsten, entgegnete er stets: „Warum? Wenn sie es nicht wollen, tun sie es doch auch ihren Kindern nicht an.“

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