Joachim Fehrenkötter und über 80 weitere Oldtimerfreunde haben Schweden im Visier
Musealer Wanderzirkus auf Tour

Ladbergen/Spelle -

Motorengeräusche und Dieselgeruch auf dem Landmaschinen- Trainingsgelände der Firma Krone in Spelle. Und davon reichlich. Am Donnerstagabend trudeln dort nach und nach 84 Oldtimerfreaks mit ihren Lkw, Autos und Kleintransportern ein. Die Vorbereitungen für die 16. Nutzfahrzeugtour laufen auf Hochtouren. Der Plan steht. Die Route ist festgelegt, die Fahrzeuge sind vollgetankt. Die Vorfreude hat ihren Höhepunkt erreicht.

Montag, 03.09.2018, 16:38 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 31.08.2018, 18:12 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 03.09.2018, 16:38 Uhr
Der 70-jährigen Simon Laan aus Holland ist mit einem Mercedes 312 aus dem Jahre 1956 und 100 PS am Start.
Der 70-jährigen Simon Laan aus Holland ist mit einem Mercedes 312 aus dem Jahre 1956 und 100 PS am Start. Foto: Heinrich Weßling

Über 80 Teilnehmer aus ganz Europa sind dabei. Mittendrin Spediteur und Oldtimer-Sammler Joachim Fehrenkötter aus Ladbergen, einer der Organisatoren. Ziel ist Schweden. Genauer gesagt Göteborg. Am Start sind viele Marken, die es heute gar nicht mehr gibt – aber auch aktuelle Hersteller wie MAN oder Mercedes .

Gegen 9 Uhr geht‘s los. Im Minutentakt wird gestartet. Anstatt das Navi einzustellen, wird ein Fahrtenschreiber eingelegt. Einfach alles noch wie früher. Die Fahrt führt über Schapen und Schale über die B 214 in Richtung Cloppenburg. So mit 50 bis 70 Stundenkilometer – die Reisegeschwindigkeit ist vorgegeben. Zwischenstopps sind in Bremen und Hamburg vorgesehen. In Kiel soll es auf die Fähre gehen. „Wir haben rund einen Kilometer Fährplatz gebucht, damit alle Fahrzeuge mitkommen können“, sagt Fehrenkötter – und in seiner Stimme klingt auch ein bisschen Stolz mit. Er selbst sitzt am Steuer seines Büssing 6000, Baujahr 1965. Den, so berichtet er, hat er 1984 auf einem Schrottplatz in Holland gefunden und dann restauriert.

„Fünf Tage sind wir unterwegs. Wenn wir erst in Schweden sind, starten wir von Südschweden bis nach Malmö durch und gehen dann in Trelleborg wieder auf die Fähre Richtung Heimat“, freut sich Fehrenkötter auf einen spannende Tour mit dem historischen Tross und lauter Gleichgesinnten.

„Uns verbindet Leidenschaft und Interesse. Und ein bisschen verrückt sind wir alle“, sagt der Ladberger, der einen konkreten Anspruch hat: „Wir wollen ein rollendes Museum sein. Was mein Vater vor 30 Jahren gegründet hat, wollen wir weiter entwickeln und vertiefen.“

Ihm und seinen Weggefährten stehen ein paar Tage in, mit und auf ihren Lkw bevor. Denn die meisten Fahrer und Begleiter übernachten auch in ihren Fahrzeugen. Auch wenn man es von außen oft nicht sieht: Hinter den originalen Fassaden oder Planken sind bei etlichen Modellen die Laderäume zu Wohn- und Schlafzimmern umgebaut. Wer möchte da schon ins Hotel? Das Klönen am Abend zwischen den alten Lastern hat halt was – Truckerromantik. „Wir sind nicht nur ein rollendes Museum, sondern auch ein Wanderzirkus. Und die interessantesten Gespräche finden abends beim Bier zwischen den Lkw statt“, weiß Fehrenkötter.

Das älteste Fahrzeug ist dieses Mal aus dem Jahr 1942, zahlreiche sind aus den 50er- und 60er-Jahren. 30 Jahre alt sollten die Maschinen schon sein, 40 oder älter wäre noch besser.

Für den 70-jährigen Simon Laan aus Holland ist es „ein tolles Erlebnis“, dass er wieder mitfahren kann. Er ist schon das zehnte Mal bei der Tour dabei, die alle zwei Jahre stattfindet. Er fährt einen Mercedes 312, Baujahr 1956, mit 100 PS. „Und ich hoffe, dass diese 2000 Kilometer lange Tour nicht meine letzte ist“, sagt er augenzwinkernd. Seine längste Fahrt seien 12 000 Kilometer kreuz und quer durch Europa gewesen – ganz ohne Probleme.

Gerd Schlotmann aus Werdohl im Sauerland teilt das Hobby mit seiner Frau. Er ist familiär „belastet“ durch seinen Vater, der mit Möbel- und Autotransporten im Nah- und Fernverkehr sein Geld verdient hat. „Es wurden immer größere Laster angeschafft. Die Tradition halte ich heute noch mit der alten Beschriftung an meinen Lkw aufrecht.“ Schlotmann ist schon dabei, seit Robert Fehrenkötter vor 30 Jahre diese Tour ins Leben gerufen hat. „Wir haben schon viele schöne Momente erlebt. Das ist wie eine große Familie. Ich habe viele Freunde gewonnen. Und immer wieder kommen neue Freunde hinzu.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6015573?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
ZiBoMo: Narren feiern in Wolbeck - die ersten Bilder
Fotostrecke vom Karnevalsumzug: ZiBoMo: Narren feiern in Wolbeck - die ersten Bilder
Nachrichten-Ticker