Ingo Oschmann auf der Kulturbühne
Kein Fan von Bushido und Katzenberger

Ladbergen -

Er ist ein Kind der 80er Jahre, kennt sich mit Aerobic aus und nennt MacGyver das Idol seiner Kindheit: Ingo Oschmann, der am Donnerstag der Kulturbühne einen Besuch abstattete, wusste sein Publikum im ausverkauften Saal bei Buddemeier aufs beste zu unterhalten. Denn nicht nur Wortwitz und Improvisation sind seine Stärken, er ist auch ein Mann, der klare Kante zeigt.

Sonntag, 14.10.2018, 15:28 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 17:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 14.10.2018, 15:28 Uhr
Comedian mit Hüftschwung: Ingo Oschmann aus Bielefeld.
Comedian mit Hüftschwung: Ingo Oschmann aus Bielefeld. Foto: rei

Manch einem dürfte er noch bekannt sein als Gewinner der ersten Staffel „ Star Search“, einer Sat1-Casting-Show. 15 Jahre ist das nun schon her und Ingo Oschmann ist seitdem ein Comedian, mit dem man in der Fernsehwelt rechnen muss.

Dass er nach wie vor die Kleinkunstbühne mag, erklärt seinem Besuch im Heidedorf. Nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken regte er mit seinem Erfolgsprogramm „Wunderbar – es ist ja so!“ an.

„Wenn Du alles hast, was Du willst“, richtete sich der Bielefelder an die Besucher, „worüber kannst Du Dich dann noch freuen?“ Das gute Leben, dass man führe, empfinde man doch als Selbstverständlichkeit. „Wir leben auf Kosten derer, denen es nicht so gut geht“, sagte Oschmann. Dabei seien doch die einfachen Dinge das Wesentliche.

In Erinnerungen schwelgte er, ließ die Zuschauer daran teilhaben und schwamm mit ihnen auf gleicher Wellenlänge. Wie schön sei doch das Leben früher gewesen, etwa die Familienausflüge mit dem Auto. Vertreibe man sich heute die Zeit mit dem Smartphone, hieß es früher: „Autokennzeichen raten“ – was sich der Künstler vom Publikum bestätigen ließ. Nicht nur Kennzeichen und die dazugehörigen Städte habe man dabei gelernt, sondern auch „soziale Kompetenz“, wie Oschmann meinte. Dass er den digitalen Fortschritt kritisch sieht, wird im Programm mehr als deutlich. Spätestens, als er sich die nicht einwandfrei funktionierende Mikrofonanlage vom Kopf zieht und in die Bühnenecke wirft.

Oschmann ist der Typ Nachbar, mit dem man gerne am Gartenzaun ein Bier trinkt, mit dem man aber auch intensiv diskutieren und debattieren kann. Zum Beispiel über die Bedeutung von Vorbildern. Sind seine Nichten und Neffen aktuell Fans von Bushido und der „Intelligenzallergikerin“ Daniela Katzenberger, erinnert sich der heute 49-Jährige gerne an seine TV-Helden: Magnum, Colt Seavers und David Hasselhoff. Und an seine erste Schwärmerei, für die er sogar in Leggins und Stulpen schlüpft. Da ist kein Kopfkino erforderlich, denn hüftschwingend tritt Oschmann vor die Zuschauer.

Alles in allem war es ein Abend, der von allem was zu bieten hatte – und bei dem die Gäste voll auf ihre Kosten kamen.

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