Münsterländische Kollektion in Kulturschmiede präsentiert
Edle Alpaka-Mode

Ladbergen/Greven -

Draußen flackern Kerzen, drinnen haucht Audrey Hepburn „Moon river“. Die Schöne vom Frühstück bei Tiffany, jenem unvergänglichen Filmhit von 1961, bei dem Frauenherzen höher schlagen. Sie war eine Modeikone und das, was Hepburn an Pariser Chic trug, ist zumindest für Jessica Reyes Rodriguez Leitschnur ihrer münsterländischen Kollektion, die jetzt auf dem Laufsteg in der Kulturschmiede präsentiert wurde. Das teuerste dabei: Der Stoff aus reiner Alpaka-Wolle – und diese kommt aus Ladbergen.

Montag, 19.11.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.11.2018, 21:00 Uhr
Weites Gewand, traditionell geschnittene Jacke im Trachtenstil. Dies war eines der zahlreichen Modelle, die jetzt in der Grevener Kulturschmiede zu sehen waren.
Weites Gewand, traditionell geschnittene Jacke im Trachtenstil. Dies war eines der zahlreichen Modelle, die jetzt in der Grevener Kulturschmiede zu sehen waren. Foto: Günter Benning

Jessica Reyes Rodriguez ist stets umringt von vielen Frauen, verfolgt von einer Kollegin, die jede Bewegung per GoPro für die Ewigkeit festhält. Man merkt: dieses ist eine Premiere.

Alpakas aus der Familie der Kamele leben meist in Peru. Und wenn nicht Dr. Angelika Freitag im Jahr 2002 mit der Zucht dieser lammfrommen Kuschel-Kamele angefangen hätte, würde man hierzulande Alpaka-Kleider wohl nur als teuren Import kennen. 300 Alpakas nennt Freitag ihr eigen. Und sie legt Wert darauf, dass ihre Tiere besonders feine und hochwertige Wolle liefern.

„Das Vicuña-Alpaka hat eine feine Faser mit hoher Gleichmäßigkeit“, sagt die Züchterin, die selbst einen feinen Alpaka-Pulli trägt. Die Stoffe, die daraus gestrickt werden, sind thermoreguliert. „Man kann sie bei Kälte und Wärme tragen“, so Freitag. Und während man Schafwolle am besten mit der Hand wäscht, ist das Alpaka-Produkt hitzebeständig: „Man kann es kochen.“ Das ändere nichts an der Qualität.

Bei einer Modemesse haben sich Designerin Jessica Reyes Rodriguez, die in Emsdetten seit acht Jahren das Modelabel „Queen and Princess“ führt, und die Alpaka-Züchterin mit dem Doktortitel kennengelernt. Wobei die Idee kam, eine eigene Modelinie mit der hochwertigen Wolle aus Ladbergen zu entwickeln. Den weichen Stoff selbst übrigens lässt man bei einer Strickerei im Sauerland produzieren.

Zur Begrüßung gab es Vorspeisen aus dem Löffel, die Kulturschmiede war in stylisches Kunstlicht mit blauen Blumengestecken getaucht. Aus der improvisierten Umkleide stürzten immer wieder zwei kleine „Engelchen“ mit Lockenhaaren und leichten Alpaka-Kleidern heraus, um nachzuzählen, wie viele Besucher schon da waren. Im Publikum überwog die modebewusste Frau, einige Besucherinnen kamen aus der Modebranche. Und manche Dame wirkte, also würde sie für Originelles auch tief in die Tasche greifen.

„400 Euro kostet ein Meter Alpaka-Stoff“, sagt Designerin Rodriguez. Und falls man sich für ein Herrenjackett interessieren würde, könnte das gerne 2000 Euro kosten. Dafür, ergänzt Züchterin Freitag, „hält es auch 30 Jahre.“

Aber Herren hatten bei der Show auf dem Laufsteg nichts verloren. Der gehörte unvergänglicher Damenmode. Man sah das eng anliegende Businesskostüm ebenso wie weiblich weiche Röcke mit Schürze, flatternde Sommerkleider, warme Umhänge und romantische Hochzeitsgewänder. Alles im Stil einer zeitlosen Klassik, für die Audrey Hepburn stand, deren Bilder in Dauerschleife über die Wand liefen.

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