Sportvereine haben hohen Investitionsbedarf
Lange Wunschliste erstellt

Ladbergen -

„Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“ – Geht es so, wie dem Zauberlehrling in einer Ballade von Johann Wolfgang von Goethe bald auch der Gemeinde Ladbergen? Die Reaktionen auf ein Schreiben, das die Verwaltung auf Beschluss des Rates vom 28. Juni an alle Sportvereine im Ort geschickt hat, könnten diesen Verdacht nahelegen.

Mittwoch, 28.11.2018, 22:29 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 18:48 Uhr
Auf der sprichwörtlichen hohen Kante hat wohl kaum ein Verein genügend Geld. Entsprechend groß sind zum Teil die Wünsche, die jetzt an die Gemeinde gerichtet wurden.
Auf der sprichwörtlichen hohen Kante hat wohl kaum ein Verein genügend Geld. Entsprechend groß sind zum Teil die Wünsche, die jetzt an die Gemeinde gerichtet wurden. Foto: dpa

„Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“ – Geht es so, wie dem Zauberlehrling in einer Ballade von Johann Wolfgang von Goethe bald auch der Gemeinde Ladbergen? Die Reaktionen auf ein Schreiben, das die Verwaltung auf Beschluss des Rates vom 28. Juni an alle Sportvereine im Ort geschickt hat, könnten diesen Verdacht nahelegen. Nachdem die Politik damals vorgeschlagen hatte, den Bedarf an Förderungen investiver Maßnahmen dieser Vereine zu ermitteln ( WN berichteten) und die Schreiben abgeschickt waren, gingen zahlreiche Anträge ein. Insgesamt geht es um mehr als 400 000 Euro.

Die FDP-Fraktion hatte im Februar den Antrag auf Förderung der Sportvereine gestellt. Die Reaktionen machten deutlich, welch einen Bedarf die örtlichen Institutionen sehen. So wünscht sich der TSV Ladbergen zum Beispiel eine Dacherneuerung für sein Tennisheim (rund 25 000 Euro), eine Bewässerungsanlage für seine Tennisplätze (5000 bis 8000 Euro) und einen Sozialraum als Anbau an die Sporthalle II (80 000 bis 100 000 Euro). Der VfL wäre mit dem Bau eines Mehrzweckraumes an der Königsbrücke als Anbau an den bestehenden Baukörper zufrieden (170 000 Euro) Der Integrative Zucht-, Reit- und Voltigierverein möchte einen modernen Reitplatz bauen (100 000 Euro) und der TTC Ladbergen braucht einen Tischtennis-Roboter, vier Tische, vier Netzte und 20 Banden (insgesamt rund 5300 Euro).

Norbert Plogmeier ( FDP ) stellte fest: „Nur Geld zu verteilen, das war nicht unsere Absicht. Jetzt haben wir eine Wunschliste.“ Nun müsse man feststellen, ob und welche Fördermöglichkeiten es gebe.

Von denen hatte die Verwaltung schon einen Teil zusammengetragen. Aufgeführt in der Liste sind die NRW.Bank mit einem Kreditprogramm, das Bundesprogramm des Kommunalinvestitions-Fördergersetzes sowie die Sportpauschale (Ladbergen erhält jährlich 60 000 Euro). Was die Landesregierung „aufbringen“ werde, sei unklar.

Thomas Kötterheinrich als Vorsitzender des Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschusses, in dem die Angelegenheit diskutiert wurde, fragte, warum Vereine wie etwa der Angelverein „aus der Förderung herausfallen“ sollten. Auch diese leisteten viel ehrenamtliche Arbeit. Zum einen, erklärte daraufhin Bürgermeister Udo Decker-König, gebe es einen Beschluss des Rates. Zum anderen unterlägen nur Sportvereine der Sportstättenförderung, aus deren Töpfen sich die Gemeinde bedienen könne.

Zu einem Beschluss kam es nicht. Die Angelegenheit soll am Donnerstag, 13. Dezember, in einer Sitzung des Gemeinderates abschließend behandelt werden.

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