In der Spargelbranche tut sich immer was
Austausch und Innovationen

Ladbergen -

Was macht ein Spargelbauer im Winter? Wer diese Frage an Henner Erpenbeck richtet, bekommt darauf viele Antworten: „Den Weihnachtsmarkt vorbereiten, der auf unserem Gut am dritten Adventswochenende stattfindet. Sich um die Schinkenproduktion kümmern. Dafür sorgen, dass der Hofladen gut gefüllt ist. Den Betrieb in Schuss halten – und nicht zuletzt eine Spargelmesse besuchen.“

Donnerstag, 29.11.2018, 18:46 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 18:48 Uhr
Eine Spargelspinne im Einsatz: Das Gerät hebt die schweren Folien über den Bahnen an, sodass die Erntehelfer den Spargel stechen können. Die Maschine erspart den Menschen auf den Feldern damit viel körperliche Arbeit.
Eine Spargelspinne im Einsatz: Das Gerät hebt die schweren Folien über den Bahnen an, sodass die Erntehelfer den Spargel stechen können. Die Maschine erspart den Menschen auf den Feldern damit viel körperliche Arbeit. Foto: Sigmar Teuber

Spargelmesse? Dass dieser Begriff den meisten Menschen unbekannt sein dürfte, ist Henner Erpenbeck klar. In der Branche, sagt er, sei es aber ein wichtiger Termin. So seien auch diesmal vor wenigen Tagen mehr als 6000 Fachbesucher aus ganz Europa nach Karlsruhe gereist, um sich bei knapp 500 Ausstellern über Innovationen für den Spargelanbau sowie die landwirtschaftliche Direktvermarktung zu informieren. Erpenbeck war einer von ihnen.

Im Spargelanbau gebe es häufig neue Erkenntnisse, berichtet der Fachmann. Wie zum Beispiel die Möglichkeit der Tröpfchenbewässerung, mit deren Hilfe es möglich sei, den Pflanzen nicht nur gezielte Flüssigkeitsmengen zuzuführen und so die Verluste durch Verdunstung fast bei Null zu halten. Auch die Gaben von Dünger und Stickstoff können über Tropfschläuche so gering wie möglich gehalten werden. „Ein Beitrag für die Umwelt.“

Das Sprichwort „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ treffe insbesondere auf den Spargelanbau zu, so Erpenbeck weiter. So sorgten zum Beispiel Maschinen wie die sogenannte Spargelspinne dafür, dass Erntehelfer schwere Folien – heutzutage werden bis zu drei davon zur Abdeckung der Reihen verwendet – bei der Ernte nicht mehr von Hand angehoben werden müssten. „Das entlastet die Erntehelfer und deren Rücken“, freut sich Henne Erpenbeck. Vorgestellt wurde diese Maschine im Lauf der Jahre im Rahmen der Messe in Karlsruhe.

Generell, so Henner Erpenbeck, spiele die Technik auch beim Spargelanbau eine große Rolle. Eine frühe Spargelernte – und damit die Vermeidung von Einkäufen etwa in Peru – sei nur mit Hilfe dicker Folien und einer Temperatur-App in Verbindung mit Wärmefühlern im Boden möglich. „Die App informiert uns darüber, wann der Spargel aus der Erde geholt werden kann. Wir können dann den Einsatz unserer Helfer gezielt planen.“

Der Austausch mit den Herstellern von Geräten und noch viel mehr mit anderen Spargelbauern im Verlauf der Messe in Karlsruhe trage nicht nur zu Verbesserungen in der Produktion bei, erklärt der Fachmann. „Durch den Einsatz von Geräten wie der Spargelspinne werden die Erntehelfer entlastet und sind zufriedener. Zufriedene Helfer leisten gute Arbeit. Gute Arbeit erbringt guten Spargel. Und guter Spargel bringt zufriedene Kunden“, beschreibt Henner Erpenbeck die Kausalkette.

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