Ein Ladberger in Argentinien
In Salta kann man was erleben

LADBERGEN/GUALEGUAYCHU -

Als ausländischer Freiwilliger kommt man mit vielen Einheimischen in Kontakt. Die meisten schwärmen von ihrem Land und geben uns für die Urlaubstage eine Menge Reisetipps mit auf den Weg. Ein Ziel, das so ziemlich jeder kennt und nennt: die Region Salta an den Anden im Nordwesten an der Grenze zu Chile. Eine Reise dorthin bleibt garantiert in Erinnerung.

Dienstag, 15.01.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 11:32 Uhr
Eine beeindruckende Bergwelt erlebte Luca Pals in der Provinz Salta. Mehrere Tage war er dort unterwegs.
Eine beeindruckende Bergwelt erlebte Luca Pals in der Provinz Salta. Mehrere Tage war er dort unterwegs.

Salta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Besonders für seine koloniale Architektur in der Innenstadt ist die 500 000-Einwohner-Stadt im Valle de Lerma an den Ausläufern der Anden bei Touristen beliebt. Die achtgrößte Stadt Argentiniens, die auf einer Höhe von etwa 1100 Metern liegt, erstreckt sich entlang von immergrünen Bergen. Von diesen hat man – besonders bei Nacht – einen wunderschönen Ausblick. Mit der Gondel gibt es die Möglichkeit, auf den San Bernado zu fahren.

Die Stadt wurde 1582 vom spanischen Eroberer Don Hernando de Lerma gegründet. Die koloniale Architektur durchzieht das gesamte Zentrum. Der Erhalt dieser Bauten wird vom Staat gefördert. Sehenswürdigkeiten finden sich vor allem rund um den zentralen Platz „9 de Julio“ mit der 1858 erbauten Kathedrale von Salta sowie einigen berühmten Kunst- und archäologischen Museen.

Stichwort Museum: Die Geschichte Saltas zeichnet ein ebenfalls vielfältiges Bild. In seinen Anfängen gehörte Salta zum Vizekönigreich Peru, nach dessen Aufspaltung 1776 ging die Stadt unter der Herrschaft von Buenos Aires in das damalige Vizekönigreich des Rio de la Plata über. 1806 wurde das bis heute bestehende Erzbistum Salta gegründet. Nach den argentinischen Unabhängigkeitskriegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts kehrte mit der Ankunft europäischer Migranten aus Italien, Spanien, aber auch dem heutigen Syrien Normalität ein.

Für mich war die Stadt an sich bereits ein Highlight, noch einmal getoppt wurde sie durch die für Touristen angebotenen Tagestouren in die weitläufige Umgebung. An vier Tagen bereisten wir mit international bunt zusammengewürfelten Mitfahrern die Andengebiete von Salta. Nach fünf Monaten Unterhaltung auf Spanisch waren die auf Englisch geführten Touren eine willkommene Abwechslung.

Im Staat Entre Ríos, in dem ich den Großteil meines Auslandsjahres lebe, sind kleinere Erhebungen oder gar Berge Fehlanzeige. Fährt man aus Salta raus, kann man innerhalb weniger Stunden bereits auf einer Höhe von über 4000 Metern sein. Auf dem Weg nach oben zeigen sich die schönsten Formen und Farben: Erst die grün blühenden Erhebungen, später die rot strahlenden Berge. Besonders bekannt ist die Region für den Cerro de los siete colores (auf Deutsch: Berg mit den sieben Farben). Der 2460 Meter hohe farbenprächtige Berg liegt nahe der Stadt Purmarca in der Provinz Jujuy. Durch die hohe Konzentration unterschiedlicher Gesteinsmineralien entstehen wunderbare Farben: von verschiedenen Rot-Tönen geht es über Orange, Silber und Weiß in Richtung Grau und Schwarz. Die kleine Stadt Purmarca am Rande des Berges durchziehen ebenfalls rote Farben – wie auch an Häusern und auf Ponchos, die auf den „verias artesanales“ angeboten werden. Dies sind für ganz Argentinien typische Märkte, die von Hand gemachten Schmuck, Kleidung und vieles mehr zu günstigen Konditionen anbieten. Anders als etwa in Buenos Aires sind die Einwohner von Purmarca entfernte oder zum Teil nähere Verwandte indigener Völker, von denen es in Argentinien unter dem Schutz der Regierung immer noch einige gibt. Äußerlichkeiten wie etwa die rote Haut verraten ihre Abstammung.

Neben indigenen Völkern und bunt leuchtenden Bergen ist Salta auch für seinen Wein bekannt: Bei der Weinprobe in Lerma Valley konnten wir uns mit dem „Salta-Malbec“ einen kulinarischen Eindruck machen. Weitere Höhepunkte waren die Stadt Cachi, von der man an guten Tagen Dutzende Kilometer in die Ferne schauen kann, oder die orange leuchtenden Felsschluchten von Cafayate. Absolut beeindruckend und für jeden, der Salta besuchen möchte, empfehlenswert: die Salinas Grandes del Noroeste. Eine große Salzwüste von über 212 Quadratkilometern, die sich auf einer Höhe von 3450 Metern durch die Provinzen Jujuy und Salta am Ostabhang der Anden entlang zieht. Die Salzschicht ist etwa 30 Zentimeter dick und besteht vor allem aus Natriumchlorid. Durch tektonische Verschiebungen hat sich der Salzsee vor fünf bis zehn Millionen Jahren gebildet. Mit großen Baggern wird das Salz an einigen Stellen abgebaut, die Nachhaltigkeit steht für die Regierung jedoch im Vordergrund.

Argentinien ist groß. Argentinien ist vielfältig. Das wurde in den sechs Tagen in der Provinz Salta an jeder Ecke deutlich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6323884?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Bienvenue Namika!
Namika ist nur eine von drei deutschen Hip-Hop-Künstlerinnen, die es an die Spitze der deutschen Charts geschafft haben.
Nachrichten-Ticker