Angeklagter vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen
Aussage steht gegen Aussage

LadbergeN/Lienen -

Da es dem Lienener den Vorwurf der Körperverletzung in zwei Fällen sowie der Sachbeschädigung in zwei Fällen nicht zweifelsfrei nachweisen konnte, sprach das Amtsgericht Tecklenburg den 40-Jährigen am Freitag frei. „Wer die Wahrheit sagt, kann man nicht sagen“, begründete der Richter den Freispruch „im Zweifel für den Angeklagten“.

Sonntag, 20.01.2019, 21:38 Uhr aktualisiert: 21.01.2019, 17:46 Uhr
Angeklagter vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen: Aussage steht gegen Aussage
(Symbolfoto) Foto: colourbox.de

Laut Anklage soll der Mann im April des vergangenen Jahres in Ladbergen bei der Übergabe eines von ihm gekauften bebauten Grundstücks den Sohn der früheren Eigentümerin und dessen Bekannten niedergeschlagen und getreten beziehungsweise gegen einen Container geschubst sowie den Motorroller des einen und die Brille des anderen beschädigt haben.

Bereits während des ersten Hauptverhandlungstermins Mitte Dezember hatte der Angeklagte die Vorwürfe abgestritten und lediglich eingeräumt, den einen Mann weggeschubst und danach beide zum Tor „hinausgedrückt“ zu haben (WN berichteten). Ein Freund des 40-Jährigen hatte die Ausführungen bestätigt.

Die präzise Schilderung des Geschehens durch die beiden Ladberger deckte sich hingegen mit den Anklagevorwürfen. Schon vor fünf Wochen hatte der Richter deutlich gemacht, dass er beide Versionen für plausibel halte, zumal es nicht der einzige Rechtsstreit ist, den der Angeklagte und der Sohn der früheren Eigentümerin des Geländes in Ladbergen sich aktuell liefern.

Licht ins Dunkel bringen sollten am Freitag die polnischen Arbeiter, die zur Tatzeit ebenfalls auf dem Grundstück gewesen waren. Sie waren bereits im Dezember als Zeugen geladen, wegen Verständigungsproblemen aber nicht zum Zuge gekommen. Mit Unterstützung eines Dolmetschers sagten nun zwei Männer aus. Während der eine die Aussage des Angeklagten bestätigte, räumte der andere ein, nur wenig von dem ganzen Tumult mitbekommen zu haben.

Weder die Vertreterin der Staatsanwaltschaft noch der Verteidiger noch das Gericht rechneten mit mehr Klarheit durch die erneute Ladung des unentschuldigt nicht erschienenen dritten Zeugen. „Ich weiß nicht, worauf wir eine Verurteilung stützen sollen“, gab der Richter zu bedenken. Auch der Anklagevertreterin war bewusst, dass Aussage gegen Aussage steht, und beantragte ebenso wie der Verteidiger einen Freispruch.

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