Ausblick von VR-Bank und Kreissparkasse
Bauzinsen billig – Sparen schwierig

Ladbergen/Tecklenburger Land -

Krisenstimmung oder anhaltender Boom? Zinstief oder allmähliche Normalisierung? Und weiterhin niedrige Zinsen für Häuslebauer oder teurere Darlehen? Wer wissen will, was die Finanzwelt in diesem Jahr so bringt, braucht eine Glaskugel. Oder er fragt die, die tagtäglich mit Geld zu tun haben.

Montag, 21.01.2019, 19:00 Uhr
Die Vorstände der VR-Bank Kreis Steinfurt, Hubert Overesch (links) und Ulrich Weßeler, äußern sich zur Zukunft der Finanzwelt.
Die Vorstände der VR-Bank Kreis Steinfurt, Hubert Overesch (links) und Ulrich Weßeler, äußern sich zur Zukunft der Finanzwelt.

Sparen und Guthabenzinsen: In diesem Bereich wird sich auch in diesem Jahr nicht allzu viel tun. Diese Antwort geben sowohl Rainer Langkamp , Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt, als auch die Vorstände der VR-Bank Kreis Steinfurt, Hubert Overesch und Ulrich Weßeler. „Für den Sparbuchsparer ändert sich 2019 gar nichts. Er wird keine Zinsen bekommen“, sagt Langkamp. „Wir müssen vom Negativzins erst einmal in den positiven Bereich kommen“, heißt es bei Hubert Overesch.

Beide Institute rechnen damit, dass es beim Leitzins erste kleine Schritte nach oben geben wird. Was noch lange nicht heißt, dass es auch Guthabenzinsen bei VR-Bank und Sparkasse auf Tagesgeldkonten oder Sparbücher gibt. Derzeit müssen die Banken immer noch Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Da kann für den Kunden schwerlich Ertrag abspringen.

Langkamp erklärt, dass der Leitzins erst einmal um etwa 0,5 Prozentpunkte steigen müsse, damit die Bank selbst überhaupt im positiven Zinsbereich landet. Derzeit gelten laut Langkamp minus 0,4 Prozent – dann wären es gerade einmal 0,1 Prozent Plus. Aber: „Das wird 2019 nach unserer Einschätzung nicht passieren.“ Das Tagesgeldkonto eignet sich also auch in diesem Jahr nur, um den Notgroschen beiseitezulegen.

Anlegen in Aktien oder Fonds: Wer Renditen möchte, ist in diesem Bereich richtig, muss aber wohl auch weiterhin mit hohen Schwankungen rechnen. Im vergangenen Jahr hat der Dax etwa 18 Prozent verloren, erklärt Ulrich Weßeler. „Wir gehen davon aus, dass er wieder steigen wird“, sagen die VR-Bank-Vorstände.

Insgesamt, da sind sich Sparkasse und VR-Bank einig, gibt es einige politische und gesellschaftliche Faktoren, die derzeit die Wirtschaft und damit die Möglichkeiten von Aktien stark beeinflussen können. Den Brexit, zumal den ungeregelten nennen sowohl Overesch als auch Langkamp, und auch die sprunghafte US-Politik des Donald Trump bleibt für Firmen nicht ohne Folgen. Das spricht nach Meinung beider Geldhäuser für höhere Schwankungen. Die VR-Bank sieht allerdings den Fachkräftemangel als noch bedeutenderes Hemmnis, erklären die Vorstände im Gespräch.

Aber – und das ist eine Binsenweisheit: Aktien sollten langfristig gedacht werden. In einem Blick auf die vergangenen 100 Jahre, sagt Langkamp, hätten Aktien etwa sieben Prozent pro Jahr gebracht: „Aber sie steigen unter Schwankungen.“ Da gilt dann Binsenweisheit Nummer zwei: Bei niedrigen Kursen kann man billig kaufen. Und Langkamp sieht die deutsche Volkswirtschaft als solide, spricht von einem Umfeld „mit nach wie vor hohen Unternehmensgewinnen.“ Heißt: „Auf lange Sicht werden die Aktienkurse steigen.“

Darlehen für den Hausbau: „Weiter günstige Zinsen“, prognostiziert Langkamp für das laufende Jahr. Bei der VR-Bank gilt die gleiche Einschätzung. „Die Zinsen bleiben niedrig“, so die Verantwortlichen. Die Sparkasse rechnet mit Schwankungen im Zins, die laut Langkamp aber nicht groß ausfallen – möglicherweise auch leichten Steigerungen. Geringe Zinserhöhungen erwartet auch die VR-Bank zum Jahresende.

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