Gewaltpräventions-Schulung
Damit brenzlige Situationen nicht eskalieren

Ladbergen -

Gewalt gegen Mitarbeiter im Rathaus. Man möchte meinen, dass es so etwas allenfalls in Problembezirken in Großstädten gibt. Aber, sagt Henri Eggert, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, dieser Eindruck trügt.

Samstag, 09.03.2019, 13:30 Uhr
Rund einmal im Monat kommt es zu unschönen Zwischenfällen in der Gemeindeverwaltung. Aus diesem Grund werden die Rathaus-Mitarbeiter nun in Gewaltprävention geschult.
Rund einmal im Monat kommt es zu unschönen Zwischenfällen in der Gemeindeverwaltung. Aus diesem Grund werden die Rathaus-Mitarbeiter nun in Gewaltprävention geschult. Foto: Colourbox

Dass es vorzugsweise im Sozial- oder Bürgeramt zu Vorfällen komme, passiere mittlerweile rund einmal im Monat. Die Bandbreite reicht dabei von Herumbrüllen über Sachbeschädigung bis hin zu Bedrohungen von Mitarbeitern oder der Ankündigung, sich umbringen zu wollen, wenn eine Leistung nicht gewährt werde. „Die Vorfälle häufen sich.“

Die Gemeindeverwaltung will reagieren. Und hat dieses in einem ersten Schritt durch die Einführung eines internen Notfallmeldesystems per Knopfdruck vor zwei, drei Jahren bereits getan. Wird der Knopf gedrückt, klingeln in der gesamten Verwaltung die Telefone der Kollegen. „Glücklicherweise musste er erst einmal gedrückt werden“, berichtet Eggert . Er sagt aber auch, dass das Unsicherheitsgefühl einiger Kollegen angesichts der sich häufenden Fälle zugenommen habe.

Deshalb geht die Verwaltung einen Schritt weiter: In einer Schulung zum Thema Gewaltprävention und Konfliktmanagement im Beruf sollen Verwaltungsmitarbeiter, die mit Publikumsverkehr zu tun haben, theoretisches Wissen und praktische Tipps für den Ernstfall erhalten. Aus diesem Grund werden Andrea Salomon und Guido Schenk von der Firma Selbst & Bewusst in Ladbergen weilen und den Mitarbeitern wertvolle Strategien an die Hand geben. Das hat zur Folge, dass das Rathaus am Dienstag, 12. März, geschlossen bleibt.

16 Mitarbeiter sollen in dem eintägigen Workshop lernen, wie sie sich anbahnende Notfallsituationen erkennen, wie sie mit deeskalierender Kommunikation entgegenwirken, aber auch wie eine konkrete Verteidigung aussieht oder wie man bedrohten Kollegen helfen kann.

Sandra Spieker und Henri Eggert, die sich dem Thema nach einem Zwischenfall im Sommer vergangenen Jahres angenommen hatten und die Schulung organisiert haben, sagen: „Wir wollen proaktiv an das Thema Gewaltprävention herangehen und nicht erleben, dass eine Situation eskaliert.“ Zugleich gehe es darum, den Kollegen ein Gefühl von Sicherheit zu geben, wenn diese wissen, wie man sich in einer etwaigen Bedrohungslage richtig verhält.

Da das Rathaus geschlossen ist, nutzt die Verwaltung diese Situation noch zu einer weiteren Maßnahme: „Alle drei Jahre müssen wir grundlegende Server-Updates durchführen, die die Verwaltung über etliche Stunden lahm legt“, sagt Henri Eggert. Dazu biete sich am Dienstag die ideale Gelegenheit.

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