Seniorentreff Ladbergen
Pionierarbeit wird unverzichtbar

Ladbergen -

Der Seniorentreff Ladbergen feiert am Dienstag einen runden Geburtstag. Er wird 40 Jahre alt. Ob sich die Gründerinnen Ilse Westerweller und Hannelore Seidel den Erfolg vorgestellt hatten? Das dürfte sicher sein. . .

Montag, 11.03.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 18:31 Uhr
1979 startete die Einrichtung mit Seniorennachmittagen – und veranstaltete auch schon Ausflüge – das Bild oben zeigt die Teilnehmer des ersten Ausflugs zur Surenburg nach Riesenbeck.
1979 startete die Einrichtung mit Seniorennachmittagen – und veranstaltete auch schon Ausflüge. Das Bild oben zeigt die Teilnehmer des ersten Ausflugs zur Surenburg in Riesenbeck. Foto: privat

Sie schleppten das Holz heran, um in Möllers Hof zu heizen. Sie kochten zu Hause Kaffee und brachten Kuchen mit, um die Gruppe zu verköstigen. Und manchmal trafen sich die älteren Herrschaften auch bei Ilse Westerweller im Wohnzimmer. Ob sie und Hannelore Seidel damals ahnten, welche Pionierarbeit die beiden jungen Frauen mit den geselligen Nachmittagen für Senioren leisten würden, die ab Februar 1979 regelmäßig stattfanden?

Jedenfalls ist es ihrer Privatinitiative zu verdanken, die damals darauf abzielte, ältere Mitbürger vor Vereinsamung und Isolation zu bewahren und

Ilse Nowak (links) und Mechthild Teigeler blicken auf 19 der 40 Jahre Seniorentreff unter ihrer Ägide zurück.

Ilse Nowak (links) und Mechthild Teigeler blicken auf 19 der 40 Jahre Seniorentreff unter ihrer Ägide zurück. Foto: Mareike Stratmann

soziale Kontakte zu fördern, dass der Seniorentreff Ladbergen heute Nachmittag sein 40-jähriges Bestehen feiern kann.

Anfangs sollten zunächst Mitbürger angesprochen werden, die ihre Wurzeln nicht in Ladbergen hatten, erinnern sich die heutige Leiterin des Seniorentreffs, Mechthild Teigeler, und ihre Vorgängerin Ilse Nowak. Doch schnell entwickelte sich der Seniorentreff zu einer festen Institution, die sehr viele der älteren Ladberger nutzten.

Das Angebot war abwechslungsreich. Es wurde gebastelt und getanzt und gemeinsam etwas unternommen. „So etwas gab es früher auf dem Land nicht“, erzählt Ilse Nowak.

Die Senioren trafen sich zu Karnevals- und Adventsfeiern – und es dauerte nicht lange, da hatten die Initiatorinnen bei solchen Anlässen über 100 Namen auf der Liste. Als Roselore und Hermann Wessalofski Möllers Hof übernahmen, wurden die Rahmenbedingungen um einiges einfacher. Auch die Gemeinde sagte Unterstützung zu, als sich zeigte, dass sich die Gruppe vor Ort etabliert hatte.

Noch heute ist der Seniorentreff als freie Einrichtung der Gemeinde und eben nicht vereins-, partei- oder konfessionsgebunden kreisweit einmalig. Ilse Nowak und Mechthild Teigeler legen großen Wert darauf, dass kein Beitrag erhoben wird und die Teilnahme jedem offensteht. „Das weiß immer noch nicht jeder“, sagt die heutige Leiterin.

Anneliese Rehse übernahm den Seniorentreff 1989 – und noch im selben Jahr wurde ihr Steckenpferd, das Tanzen, mit der Seniorentanzgruppe zum festen Kern der Einrichtung. Die Aktivitäten wurden immer vielseitiger, neue Gruppen kristallisierten sich heraus. Und mit dem Seniorenstübchen an der Mühlenstraße gab es ab 1993 auch einen Raum, der noch heute von etlichen Gruppen wie dem Besuchsdienst, der Handarbeits- und Bastelgruppe, den Schachspielern oder einigen Kartenspielgruppen regelmäßig genutzt wird.

Neue Impulse, sagt Ilse Nowak, bekam der Seniorentreff 1996 zudem durch die Eröffnung des Seniorenheims Haus Widum. In der Folge entwickelten sich viele gemeinsame Aktivitäten wie die Karnevals- und Adventsfeier, das Sommerfest oder die Modenschau, bei der die Seniorentanzgruppe oder auch die Stubenmusikanten über lange Zeit nicht wegzudenken waren.

Herzstück der Einrichtung aber waren und sind noch immer die Seniorennachmittage, die abwechselnd mit Unterhaltsamem, aber auch Ausflügen und Vorträgen aufwarten. Woche für Woche kommen 50 bis 60 Frauen und Männer – „und mehr als die Hälfte kommt jeden Dienstag“, weiß Mechthild Teigeler. Sie hat die Leitung 2015 von Ilse Nowak übernommen, die den Seniorentreff 15 Jahre leitete.

Beide bekennen, vor ihrem Einstieg nicht geahnt zu haben, „wie vielfältig das Programm des Seniorentreffs ist“ und freuen sich über die Tatsache, „dass er für so viele Senioren ein ganz fester Bestandteil der Woche ist“. Mit ihren elf Untergruppen spricht die Einrichtung regelmäßig über 160 Frauen und Männer an.

Jahrelang gab es Urlaubsfreizeiten an der Mosel, in Husum oder Kühlungsborn mit regelmäßig 40 bis 50 Teilnehmern, hinzu kommen die Betreuung eines Internetcafés durch Seniorentreff-Teilnehmer seit 2002, der Umzug von Möllers Hof in die Begegnungsstätte im ehemaligen Lebensmittelgeschäft Buddemeier 2008 und die kontinuierliche Entwicklung neuer Sparten wie die Gymnastikgruppe oder das Café-Team, deren Kontakte und Treffen man im übersichtlich gestalteten Seniorentreff-Flyer wiederfindet: Ilse Nowak und Mechthild Teigeler haben vieles erlebt und stellen nicht ohne Stolz fest, dass der Seniorentreff vor Ort weite Kreise gezogen hat und aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken ist.

Ob Ilse Westerweller und Hannelore Seidel das vor 40 Jahren zu träumen gewagt hätten? Heute wird jedenfalls gefeiert – mit einem bunten Überraschungsprogramm ab 14.30 Uhr bei Buddemeier.

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