Haushaltsplanung der Gemeinde
Prüfanstalt sieht Einsparpotenzial

Ladbergen -

Finanziell gesehen geht es der Gemeinde so gut wie schon lange nicht mehr. Erstmals seit zehn Jahren kalkuliert die Verwaltung für das Jahr 2019 mit einem strukturell ausgeglichenen Haushalt. Und das Jahresergebnis 2018 weist anstelle eines kalkulierten Defizits von 194 831 Euro ein Plus von 806 694 Euro aus. Eine positive Veränderung um gut eine Million Euro. Nachdem der Rat das Zahlenwerk einstimmig durchgewunken hat, wird sich nun der Rechnungsprüfungsausschuss damit beschäftigen.

Freitag, 22.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 24.03.2019, 14:22 Uhr
Geht es nach den Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt, sollte die Gemeinde für die Nutzungen von Rott-Sporthalle und Co. Nutzungsentgelte von den Vereinen verlangen. Daran will die Politik im Ort aber vorerst nicht rütteln. Dass Vereine wie der TSV hier Woche für Woche für ein breites Sportangebot sorgen, ist es ihr wert.
Geht es nach den Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt, sollte die Gemeinde für die Nutzungen von Rott-Sporthalle und Co. Nutzungsentgelte von den Vereinen verlangen. Daran will die Politik im Ort aber vorerst nicht rütteln. Dass Vereine wie der TSV hier Woche für Woche für ein breites Sportangebot sorgen, ist es ihr wert. Foto: Alfred Stegemann

Finanziell gesehen geht es der Gemeinde so gut wie schon lange nicht mehr. Erstmals seit zehn Jahren kalkuliert die Verwaltung für das Jahr 2019 mit einem strukturell ausgeglichenen Haushalt. Zudem hat der Rat am Donnerstag einstimmig die außerplanmäßige Tilgung eines Darlehens bei der NRW-Bank aus dem Jahr 1992 von gut 200 000 Euro beschlossen. Und das Jahresergebnis 2018 weist anstelle eines kalkulierten Defizits von 194 831 Euro ein Plus von 806 694 Euro aus. Eine positive Veränderung um gut eine Million Euro. Nachdem der Rat das Zahlenwerk einstimmig durchgewunken hat, wird sich nun der Rechnungsprüfungsausschuss damit beschäftigen.

Positive Nachrichten am laufenden Band: Und doch sieht die Gemeindeprüfungsanstalt ( GPA ), die von März bis November 2018 eine überörtliche Prüfung der Gemeinde vorgenommen hat, Einsparpotenziale. Wie Jens Tiemann (FDP) als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses betont, sind sämtliche Feststellungen und Empfehlungen, die die GPA in ihrem Bericht macht, Anregungen. „Sie haben keine rechtliche Bindung für das Handeln von Rat und Verwaltung“, sagt er, betont aber sehr wohl, dass deren Umsetzungen „für Jahre mit einer schwächeren Haushaltslage hilfreich sein könnten“.

So warnt die GPA trotz der augenblicklich guten Zahlen die derzeit guten Ergebnisse fortzuschreiben. Sie rät angesichts einer sich abkühlenden Konjunktur, die Ausgleichsrücklage weiter aufzubauen und so für schwierige Jahre vorzusorgen. Und sie rät zur Änderung der Abschreibungsart für Vermögenswerte des Abwassersystems, die politisch bislang nicht gewollt war.

Zudem mahnt die Prüfanstalt, die „im Vergleich sehr geringen Elternbeiträge zur Offenen Ganztagsschule“ an. Fraglos ein Zeichen für eine familienfreundliche Kommune. Dennoch sieht die GPA in diesem Bereich „ein Ertragspotenzial durch höhere Beiträge“.

Was auch für die Sporthallen und Sportplätze gilt, die den Vereinen anders als beispielsweise in Lengerich ohne die Berechnung von Nutzungsentgelten zur Verfügung gestellt werden. „Naturgemäß sieht die GPA hier ein deutliches Potenzial zur Ergebnisverbesserung“, sagt Jens Tiemann. Sie räume aber ein, berichtet er, „dass gerade im ländlichen Raum der Sportverein hohen Stellenwert für die Freizeitgestaltung besitzt.“

In einem Bereich regt der Liberale an, über eine Empfehlung der GPA doch noch einmal nachzudenken: So gibt es vergleichsweise viele, aber kleine Spielplätze. Die Prüfanstalt würde „weniger, aber größere Anlagen“ bevorzugen.

Was der Prüfanstalt zu denken gibt, sind die Verkehrswege. „Während die innerörtlichen Straßen in einem guten Zustand sind, hat sich bei den Wirtschaftswegen in den Außenbereichen durch einen relativ hohen Abnutzungsgrad ein erhöhter Investitionsbedarf aufgestaut. Zumindest auf dem Papier“, schildert Jens Tiemann die Eindrücke der GPA, die anregt, den tatsächlichen Zustand der Straßen in einem Verkehrswegekonzept zu erheben. Einstimmig winkt der Rat die Stellungnahme durch.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6489576?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Rosenmontagszug mit fröhlichen Holländern und strahlendem Prinz Karneval
Für Prinz Thorsten II. Brendel (2.v.r.) ist der schönste Moment der ganzen Session gekommen: Mit den Adjutanten Frank Hoffmann (v.l.), Andreas Koch und Christian Lange rollt er auf den Prinzipalmarkt zu.
Nachrichten-Ticker