Gut Erpenbeck: Spargelsaison hat begonnen
Das edle Gemüse und seine Helfer

Ladbergen/Lengerich -

Ganz klassisch mit Salzkartoffeln, Butter oder wahlweise Hollandaise und westfälischem Knochenschinken hat Freya Erpenbeck den ersten Spargel der Saison aufgetischt. „Und ich habe genussvoll reingebissen“, sagt Henner Erpenbeck beim Hofbesuch ein paar Tage danach. Am 2. April sind auf den Feldern von Gut Erpenbeck die ersten Stangen des edlen Gemüses gestochen worden.

Freitag, 12.04.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 17:06 Uhr
Freude über den ersten Spargel: Auf Gut Erpenbeck hat die Saison begonnen. Gemeinsam mit Freundin Annika Knobloch zeigt Henner Erpenbeck das edle Gemüse (kleines Foto).
Freude über den ersten Spargel: Auf Gut Erpenbeck hat die Saison begonnen. Gemeinsam mit Freundin Annika Knobloch zeigt Henner Erpenbeck das edle Gemüse (kleines Foto). Foto: Mareike Stratmann

Ein Start in die Spargelsaison, wie er nicht hätte besser sein können: „Das warme Wetter hat uns absolut in die Karten gespielt“, freut sich Henner Erpenbeck .

Ungefähr eine halbe Tonne Spargel bringen die Erntehelfer aus Polen und Rumänien seither täglich von den ersten Feldern mit zum Hof zurück. In Spitzenzeiten wird sich diese Menge auf bis zu drei Tonnen in die Höhe schrauben. An die 100 Personen werden sich dann um das Geschäft mit den weißen Stangen kümmern, 40 bis 50 Männer und Frauen allein auf den 30 Hektar großen Feldern.

Klagte die Branche angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs in Osteuropa unlängst erst darüber, nicht genügend Helfer für die Ernte zusammen zu bekommen, stellt Henner Erpenbeck erleichtert fest: „Wir haben ein Heidenglück mit unseren Leuten, die zum Teil schon seit 15 oder 20 Jahren zu uns kommen.“ Gleichwohl spüren auch Erpenbecks den zunehmenden Druck. Der Mindestlohn steigt jährlich – „was auch gut ist“, wie der 28-Jährige hinzufügt. Ergo muss das über einen optimierten Anbau, Arbeitserleichterungen wie Erntespinnen, die die zig Meter langen und unglaublich schweren Folien automatisch anheben und die Körbe der Erntehelfer transportieren, wieder reingeholt werden. „Und darüber, dass wir den Kilopreis etwas anheben müssen, um die steigenden Lohnkosten wieder reinzuholen.“

Dafür, ist der Spargel-Experte überzeugt, erhielten die Kunden dank der humusreichen Böden und guten Pflege eine „super Qualität, ohne jegliche Rückstande von Spritzmitteln“. Zwar setze seine Familie auf konventionellen Anbau, allerdings würden die Pflanzen nur kurz nach Saisonende gespritzt, um sie gegen Verpilzung und die schädliche Spargelfliege zu schützen.

„Mit dem Kopf sind wir das ganze Jahr über im Spargel“, sagt Henner Erpenbeck. Anfang eines Jahres aber nehmen die Arbeiten auf dem Feld zu. Im Februar/ März wird der Spargeldamm gefräst, die erste Folie wird aufgebracht. Es folgen eine mit Stäben versehene Tunnelfolie und eine dritte Folie, die für optimale klimatische Bedingungen im Erdreich sorgen sollen. Dass dem so ist, kann die Familie jederzeit vom Handy aus kontrollieren. Via App werden in unterschiedlichen Tiefen des Damms die Temperaturen gemessen, die Aufschluss darüber geben, wann der erste Spargel auf einer Länge von circa 25 Zentimetern abgestochen werden kann.

Die Zahlen, die der 28-Jährige liest, gefallen ihm. Er ist guter Dinge, dass zu Ostern alle hungrigen Mäuler mit dem edlen Gemüse gestopft werden können. An zehn Verkaufsständen in der Region und im eigenen Hofladen ist der Spargel jetzt erhältlich. Darüber hinaus werden 300 bis 400 Hofläden mit Schinken beliefert.

Bis zum Johannistag am 24. Juni dreht sich auf dem Alten Gräftenhof nun (fast) alles um den Spargel. „Ich bin damit aufgewachsen“, weiß Henner Erpenbeck um die langen Tage, die nun vor ihm und seiner Familie liegen. Ob er da noch Lust hat auf das weiße Gemüse? Er nickt. „Am besten schmeckt der Spargel, wenn Mama ihn kocht“, gibt er unumwunden zu. Aber auch er lässt sich das Experimentieren nicht nehmen. Egal ob eingekocht oder in Schinken eingewickelt und Alufolie auf dem Grill: „Ein Gedicht.“

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