Anlegung von Blühflächen
Da zählt jeder Quadratmeter

Ladbergen -

Unter dem Titel „Hotspot goes Leader – blühende Säume im Tecklenburger Land“ hat die Biologische Station Kreis Steinfurt jetzt in Kooperation mit mehreren Kommunen im Tecklenburger Land ein ortsübergreifendes Projekt auf die Beine gestellt, um der Anlage von Blühflächen einen wichtigen Lebensraum für Bienen zu schaffen. Ladbergen ist ebenfalls dabei.

Montag, 15.04.2019, 07:36 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 07:40 Uhr
Annika Brinkert und Udo Schneiders stellten in Hörstel das Projekt „Hotspot goes Leader“ vor. In Ladbergen wird eine Blühfläche an der Waldseestraße angelegt.
Annika Brinkert und Udo Schneiders stellten in Hörstel das Projekt „Hotspot goes Leader“ vor. In Ladbergen wird eine Blühfläche an der Waldseestraße angelegt. Foto: Stephan Beermann

Blühwiesen finden derzeit hohe Aufmerksamkeit. Insbesondere, seitdem Naturschützer und Wissenschaftler vor den Auswirkungen des dramatischen Insektensterbens warnen. Kommunen, aber auch Landwirte und Gartenbesitzer, Schulen und Kindergärten setzen sich mehr und mehr dafür ein, Artenvielfalt in der Region nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Zum Beispiel durch die Anlegung von Blühwiesen und Blühstreifen mit heimischem Saatgut. Unter dem Titel „Hotspot goes Leader – blühende Säume im Tecklenburger Land“ hat die Biologische Station Kreis Steinfurt jetzt in Kooperation mit mehreren Kommunen im Tecklenburger Land ein ortsübergreifendes Projekt auf die Beine gestellt.

Für den ersten Durchlauf in diesem Frühjahr wurden Ladbergen, Tecklenburg, Lengerich, Hörstel und Lotte gewonnen. Offizieller Auftakt war jetzt am neuen Feuerwehrhaus in Hörstel, direkt neben der Hörsteler Aa. Dort befand sich bislang eine große, kaum genutzte Rasenfläche, die mit Hilfe eines Schleppers für die Einsaat vorbereitet wurde. „Ausgesät werden ausschließlich Samen von heimischen Wildarten, die sich an Klima und Bodenverhältnisse des westdeutschen Tieflandes angepasst haben“, erläuterte Annika Brinkert von der Biologischen Station, die das Projekt gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Naturstiftung Kreis Steinfurt, Udo Schneiders, vorstellte. Die Naturstiftung ist zu einem Drittel am Gesamtbudget von 165 854 Euro beteiligt. Den Großteil der Kosten – rund 108 000 Euro – übernehmen die Europäische Union und das Land NRW.

Dahinter steht der Gedanke, auch außerhalb der Naturschutzgebiete Lebensräume zu schaffen: auf freien Flächen, an Wegrändern oder Ufersäumen. Die dafür genutzten Flächen sind im ersten Durchgang ganz unterschiedlich groß: mal wenige hundert Quadratmeter, mal mehrere tausend. „Jeder Quadratmeter zählt“, sagt Brinkert. Sie macht auch Gartenbesitzern Mut, sich an der Aktion zu beteiligen. Wer bis zu 30 Quadratmeter im eigenen Garten einsäen möchte, kann sich das wertvolle Saatgut direkt in Steinfurt im Kreishaus, im Kreislehrgarten oder bei der Biostation in Tecklenburg abholen. Saatgut für mehr als 30 Quadratmeter müsse beantragt werden. Das Saatgut werde sehr gut nachgefragt, freut sich Udo Schneiders über die bisherige Resonanz.

Im jetzt laufenden Projekt „Hotspot goes Leader“ hing das Gelingen vom Entgegenkommen der Kommunen ab. So wird in Ladbergen an der Waldseestraße eine Blühfläche angelegt, in Ledde nördlich des Habichtswaldes, in Leeden am Stiftshof und in Lengerich im Bereich Settel/Niederlengerich. In Hörstel wird Saatgut am Feuerwehrhaus sowie im Bereich des Herthasees und südlich von Dreierwalde eingesät, in Lotte an der Krümpelstraße/Osnabrücker Straße.

Ein zweiter und dritter Durchgang ist im Herbst und im Frühjahr 2020 vorgesehen. Die neuen Lebensräume sollen von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Deshalb werden sie bewusst etwa an Wanderwegen angelegt.

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