Hochbetrieb bei „Max & Moritz“: Stündlich werden rund 3000 Eier gefärbt
Bei den Helfern des Osterhasen

Ladbergen -

Dass der Osterhase die Unmengen an bunten Eiern nicht alle alleine bemalen kann, die er an den Ostertagen in den Gärten auf der ganzen Welt versteckt, überrascht nicht einmal die Kleinsten. Was die aber wohl nicht wissen: Ausgerechnet in Ladbergen hat Meister Lampe überaus fleißige Helfer. Und denen durften die Westfälischen Nachrichten jetzt, da die Färbe-Maschine bei Max & Moritz auf Hochtouren läuft, über die Schultern blicken.

Donnerstag, 18.04.2019, 20:56 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 21:01 Uhr
Tausendfache Osterboten: Bei Max und Moritz läuft die Färbemaschine seit Wochen auf Hochtouren. Und trotzdem würden Geschäftsführer Uwe Decker (rechts) und Produktionsleiter Alexander Boxberger auf ein leckeres Osterei niemals verzichten wollen.
Tausendfache Osterboten: Bei Max und Moritz läuft die Färbemaschine seit Wochen auf Hochtouren. Und trotzdem würden Geschäftsführer Uwe Decker (rechts) und Produktionsleiter Alexander Boxberger auf ein leckeres Osterei niemals verzichten wollen. Foto: Mareike Stratmann

Ein Raum, zig Paletten voller Eier. Der eine Teil noch im Rohzustand, der andere Teil bereits in den buntesten Farbtönen koloriert. Und inmitten des Raumes jene Maschine, die dafür sorgt, dass aus dem Naturprodukt derzeit tausendfach ein buntes Osterei wird. „Der Vorgang dauert 24 Minuten“, vermittelt Geschäftsführer Uwe Decker seinem Gast die nackten Zahlen. In einer Stunde schafft die Hilfsmaschine des Osterhasen circa 3000 Stück, am Tag steigt diese Zahl auf rund 25 000 Exemplare an. „Vier Wochen vor den Feiertagen“, ergänzt Produktionsleiter Alexander Boxberger , „wird die Produktion hochgefahren“. Ab da kommt täglich sechs bis acht Stunden Farbe ins Spiel.

Doch der Reihe nach: Mit einer Vakuum-Hebevorrichtung hievt eine Mitarbeiterin jeweils 30 Eier zugleich auf das Transportband. Blitzblank geputzt rollen die vorwiegend weißen Tierprodukte – übrigens alle der Handelsklasse M – ins 93 Grad heiße Wasserbad und schwimmen nach zwölf Minuten gemütlich der nächsten Station entgegen, dem Färbebad.

Gelb, orange, pink, lila, grün und blau: Binnen wenigen Sekunden sind die noch heißen Eier (Decker: „Sonst würde die Farbe nicht haften bleiben“) durch stetige Rotation durch die gut gefüllten Farbkassetten bunt gefärbt. „Ich habe mal gezählt, es sind 17 Umdrehungen, dann ist das Ei komplett bunt und hat seine besondere Marmorierung“, schmunzelt Alexander Boxberger. Bunt ja, aber noch nicht fertig.

Es folgt eine rund achtminütige Fahrt durch den Kühlturm, ehe die immer noch warmen Ostereier von den Mitarbeitern von Hand auf die einzelnen Eierlagen verteilt werden. Schön sortiert. Pro Reihe jeweils fünf Eier einer Farbe. Das hat System. Wobei Uwe Decker auf Nachfrage erzählt, dass es von dieser Regel durchaus Abweichungen gibt.

„Wenn wir mit unserem Verkaufsmobil in Gelsenkirchen unterwegs sind, verkaufen wir dort sicher keine gelben Eier“, hat der Geschäftsführer eine von vielen Anekdoten parat. Wie es sich umgekehrt mit blauen Eiern in Dortmund verhält, bedarf keiner weiteren Erwähnung.

In Gelsenkirchen verkauft unser Verkaufsmobil sicher keine gelben Eier.

Max & Moritz-Geschäftsführer Uwe Decker

Apropos: Ein Großteil der Eier ist für die firmeneigenen Landmobile vorgesehen, die als mobile Einkaufsmärkte bis ins Ruhrgebiet rollen. Ebenso werden die Max & Moritz-Hähnchenwa gen ausgestattet und regionale Kunden wie Bäckereien, Metzgereien, Gaststätten und Tankstellen bedient. Natürlich bekommt man die bunten Eier auch im Hofladen an der Industriestraße. Dort, muss Uwe Decker erfreut, sei in der Osterwoche aufgrund der Eier das bis zu Zehnfache los wie gewöhnlich. Und dort, so der Chef, werde es auch am Karsamstag von 8 bis 13 Uhr noch warme, eben ganz frisch gefärbte, Ostereier geben.

Damit ist das Ostergeschäft gelaufen – Mitarbeiter und Färbemaschine kommen zur Ruhe. Wenngleich grundsätzlich das ganze Jahr über gefärbt wird. Bunte Eier, immerhin sechs Wochen haltbar, gehen eben immer. Auch beim Chef selbst, der sich täglich damit umgibt? „Aber selbstverständlich“, sagt der. „Wir machen jeden Morgen die Qualitätskontrolle.“ Und wie muss das perfekte Ei sein? „Grundsätzlich fest. Aber das Eigelb muss einen cremigen Kern haben“, erklärt er, köpft eins und sagt: „Genau so.“

Na, da kann der Osterhase ja fleißig werden. Seine Helfer in Ladbergen waren‘s auch.

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