Was Radfahrer dürfen und was nicht – Antworten der Polizei
Am Zebrastreifen absteigen

Ladbergen -

Die Radfahrsaison – sie hat begonnen. Seitdem es draußen wieder ein bisschen wärmer ist, steigen die Menschen im Tecklenburger Land auch gerne mal aufs Rad um. Doch was darf man als Radfahrer? Und was nicht? Wir haben bei der Polizei nachgefragt.

Montag, 13.05.2019, 19:00 Uhr
Auch Fahrradfahrer müssen sich an Regeln halten.
Auch Fahrradfahrer müssen sich an Regeln halten. Foto: Marius Becker

Muss man als Radfahrer einen Helm tragen? Nein, muss man nicht. „Beim Fahren mit einem Fahrrad gibt es keine Helmpflicht in Deutschland“, teilt die Polizei dazu mit. „Wir empfehlen aber ausdrücklich das Tragen eines Helmes zur Verhinderung von schweren Kopfverletzungen bei Radunfällen.“

Muss ich als Radfahrer immer auf dem rechten Radweg fahren, oder darf ich auch entgegen der Fahrtrichtung radeln? „Grundsätzlich ist der rechte Radweg in Fahrtrichtung zu benutzen“, sagt die Polizei. Ausnahme ist, wenn der Radweg für beide Richtungen freigegeben ist.

Bekomme ich als Radfahrer auch Punkte in Flensburg oder kann den Führerschein verlieren? Die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) gelten für alle Verkehrsteilnehmer, heißt es dazu von der Polizei. „Als Radfahrer muss man daher bei Verstößen mit Geldbußen, Geldstrafen und auch Punkten in Flensburg rechnen.“ Zudem kann auch für Radfahrer eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) zur Feststellung der Fahreignung angeordnet werden. Den Führerschein kann ein Radfahrer ebenfalls verlieren, wenn er zu viele Punkte gesammelt hat oder die Straßenverkehrsbehörde die Eignung des Verkehrsteilnehmers zur Teilnahme im Straßenverkehr infrage stellt.

Darf ich als Radfahrer alkoholisiert fahren? Nicht unbegrenzt. Ab 1,6 Promille droht laut Polizei ein Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und die MPU. Und dann kann der Führerschein auch weg sein (siehe vorherige Frage). Hinzu komme, so die Polizei, dass man bei 0,3 bis zu 1,6 Promille bei zusätzlich vorhandenen Ausfallerscheinungen (dazu zählen insbesondere auch Unfälle) ebenfalls den Führerschein verlieren kann.

Darf ich als Radfahrer mit Kopfhörern fahren? Ganz allgemein ist zunächst ein Fahrzeugführer – also auch der Radfahrer – selbst dafür verantwortlich, dass Sicht und Gehör nicht beeinträchtigt werden. Gegen Kopfhörer mit Musik ist beim Fahrradfahren daher nichts einzuwenden, wenn der Radler den Straßenverkehr, Hupen oder Klingeln wahrnimmt, sagt die Polizei. Es komme allein auf die Lautstärke der Musik an. Der Fahrradfahrer könne aber Probleme bekommen, wenn er etwa Zurufe oder gar das Martinshorn einer Polizeistreife nicht mehr hört oder einen Unfall verursacht, weil er Warnsignale des Verkehrs nicht wahrnimmt. Aber auch als Unfallopfer kann dem Radler wegen der beeinträchtigten Wahrnehmung eine Teilschuld angelastet werden. Laut einer Studie führe Musikhören selbst bei normaler Lautstärke im Straßenverkehr zu einer verminderten Reaktionszeit um bis zu 20 Prozent, was das Unfallrisiko erhöht, so die Polizei.

Muss ich über den Zebrastreifen schieben oder darf ich fahren? Klare Sache: An Zebrastreifen haben Fußgänger Vorrang gegenüber dem Fahrverkehr, Radfahrer hingegen nicht. Wer mit dem Rad einen Zebrastreifen nutzen möchte, muss absteigen und das Rad über den Zebrastreifen schieben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6609994?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Nachrichten-Ticker