Umfrage zur Europawahl
Frei reisen und handeln

Ladbergen -

Von Grenzposten kontrolliert zu werden, kurz hinter der Grenze Geld zu wechseln – das kennen junge Europäer gar nicht mehr. Im Vorfeld der Europawahl am Sonntag hat Redakteurin Mareike Stratmann Menschen, die in Ladbergen leben oder arbeiten, gefragt, was diese mit Europa verbindet, welche Entwicklung kritisch gesehen wird und welche Bedeutung sie der morgigen Wahl beimessen.

Samstag, 25.05.2019, 13:00 Uhr
 
 

Pfarrer Ingo Göldner :

Das Beste am geeinten Europa ist unsere gemeinsame Geschichte, unser gemeinsames Erleben. Wir erleben keinen Krieg, sondern Freiheit.

Das größte Problem in der EU ist , dass die Leute nicht genau hinschauen, welch positiven Errungenschaften uns die EU gebracht hat.

Ohne ein offenes Europa würde mir die Reisefreiheit fehlen.

Wenn rechte Parteien bei der Wahl gewinnen würden, wäre das sehr traurig, weil sie nicht das große Ganze sehen, sondern ausschließlich Partikularinteressen verfolgen.

Zur Europawahl zu gehen, ist eine Bürgerpflicht, die jeder erfüllen sollte. Denn so kann er an dem großen Friedensprojekt aktiv teilnehmen.

Heimatverein-Vorsitzender Heinz Lagemann :

Das Beste am geeinten Europa ist, dass Frieden in Europa herrscht und alle gut miteinander auskommen.

Das größte Problem in der EU ist , dass Einzelne anders denken, nicht an einem Strang ziehen und die EU in Frage stellen.

Ohne ein offenes Europa würden internationaler Handel, Wandel und globales Denken fehlen.

Wenn rechte Parteien bei der Wahl gewinnen würden, wäre das keineswegs von Vorteil für Frieden und Freiheit in Europa.

Jochen Frigge, Flüchtlingsbeauftragter der Gemeinde:

Zur Europawahl zu gehen, ist für mich eine Pflicht. Ich bin Europäer.

Das Beste am geeinten Europa ist Demokratie statt Krieg.

Das größte Problem in der EU sind die viel zu komplizierten EU-Verordnungen.

Ohne ein offenes Europa würde mir fehlen, dass ich mich in Europa völlig problemlos über die Ländergrenzen hinweg bewegen kann.

Wenn rechte Parteien bei der Wahl gewinnen würden, wäre das: Dazu darf ich mich als Angestellter der Gemeinde nicht äußern. Ich bin zu politischer Neutralität verpflichtet.

Zur Europawahl zu gehen ist ein Privileg.

Sabine König, Vorsitzende des Landfrauen-Kreisverbands:

Das Beste am geeinten Europa ist die Handels- und Reisefreiheit.

Das größte Problem in der EU ist, dass nicht alle Staaten in dieselbe Richtung gucken.

Ohne ein offenes Europa würde mir fehlen : Wir können noch gar nicht überblicken, welch schlechte und gravierende Folgen es hat, wenn einzelnen Staaten auseinander dividieren. Sehr viele Gesetze, die uns direkt in Deutschland betreffen – gerade auch für unsere Landwirtschaft – werden von europäischen Parlament und Rat erlassen.

Wenn rechte Parteien bei der Wahl gewinnen würden, wäre das ein absolutes Unglück, wenn christliche und demokratische Parteien nicht im EU-Parlament das Sagen hätten. Das möchte ich nicht erleben.

Zur Europawahl zu gehen, ist erste Bürgerpflicht. Wer nicht wählt, gibt denen, die er nicht wählen würde, seine Stimme.

Alexandra Kattmann, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde:

Das Beste am geeinten Europa ist Verständigung und Einsatz für Menschenrechte, Demokratie, Versöhnung und – das Wichtig­ste – über 70 Jahre Frieden.

Das größte Problem in der EU ist, dass man für eine gemeinsame Politik oft lange Wege gehen muss.

Ohne ein offenes Europa würde mir die Möglichkeit, die Klimakrise gemeinsam anzugehen, fehlen. Ebenso fremde Menschen, Kulturen und Produkte als Bereicherung des Lebens.

Wenn gegen die Demokratie und Verfassung gerichtete Parteien (A nmerkung der Redaktion: diese Abgrenzung ist Ihr wichtig) bei der Wahl gewinnen würden, wäre das eine Katastrophe.

Zur Europawahl zu gehen, ist Pflicht und mir persönlich total wichtig.

Altbürgermeister Wolfgang Menebröcker:

Das Beste am geeinten Europa ist, dass alle Staaten zusammenstehen.

Das größte Problem in der EU ist , dass einzelne Staaten Sonderregelungen haben möchten.

Ohne ein offenes Europa würden die internationalen Beziehungen fehlen.

Wenn rechte Parteien bei der Wahl gewinnen würden, wäre das für Europa eine Katastrophe.

Zur Europawahl zu gehen, ist Pflicht. Solange ich wählen darf, habe ich noch keine Wahl ausgelassen.

Regina Stork, Leiterin des Jugendzentrums:

Das Beste am geeinten Europa ist die Vielfalt. Für uns im Jugendzentrum ist sie Normalität. Seit zwei Jahrzehnten haben wir regelmäßig europäische Freiwillige und viele Austausche mit Jugendlichen und Jugendarbeitern anderer europäischer Länder.

Das größte Problem in der EU ist ebenfalls die Vielfalt, die bei einer fehlenden gemeinsamen Sprache eine Herausforderung ist.

Ohne ein offenes Europa würden mir der internationale Austausch und die Begegnungen fehlen.

Wenn rechte Parteien bei der Wahl gewinnen würden, wäre das : Als Angestellte der Gemeinde bin ich zu politischer Neutralität verpflichtet und darf mich dazu nicht äußern.

Zur Europawahl zu gehen, ist für mich keine Frage. Freie Wahlen sind ein großartiges Gut. Dies wird mir in Gesprächen mit geflüchteten Jugendlichen immer wieder vor Augen geführt.

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