Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch
Es werden täglich mehr

Ladbergen -

„Es ist eine Katastrophe. Und es wird von Tag zu Tag dramatischer.“ Münsters Stadtförster Hans-Ulrich Menke wählte Anfang der Woche durchaus drastische Worte, als es darum ging, die Situation in Münsters Eichen und deren Befall mit dem Eichenprozessionsspinner zu beschreiben. Rund 1000 Meldungen sind nach Menkes Worten bereits bei der Stadt eingegangen – und täglich würden es mehr. So schlimm wie in diesem Jahr sei es jedenfalls noch nie gewesen, stöhnte der Stadtförster. Und wie sieht‘s in Ladbergen aus?

Dienstag, 04.06.2019, 19:54 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 20:01 Uhr
Jetzt hat der Eichenprozessionsspinner auch den Friedenspark erreicht. Einzelne Gespinste waren dort gestern an den Bäumen zu sehen. Sie wurden aber noch im Laufe des Tages entfernt.
Jetzt hat der Eichenprozessionsspinner auch den Friedenspark erreicht. Einzelne Gespinste waren dort gestern an den Bäumen zu sehen. Sie wurden aber noch im Laufe des Tages entfernt. Foto: Mareike Stratmann

Auch Ingrid Kuhn im Bauamt verdreht beim Gedanken an den EPS, wie sie die Raupe mit den giftigen Brennhärchen nur noch abkürzt, für einen Moment die Augen. Ja, das fünf Zentimeter lange Tier beschäftigt auch die Verwaltungsangestellte im Heidedorf zu genüge. „Man kriegt kaum noch etwas anderes fertig“, sagt die Verantwortliche, die Hinweise von Bürgern entgegennimmt und im regen Kontakt mit der Baumpflegezentrale Greven von Björn Dewitt steht. Dessen Mitarbeiter nehmen sich (die WN berichteten) der Entsorgung der Spinner seit Anfang vergangener Woche an.

Von Tag zu Tag steigt die Zahl der gemeldeten Nester. „Kein Wunder, bei dem warmen Wetter“, sagt Ingrid Kuhn. Aber was sie eben auch hinterher schiebt: „Bei uns ist die Situation noch deutlich entspannter als vor einem Jahr.“ Beim Rundgang durch den Friedenspark gestern Vormittag sieht man das ein oder andere Nest. Teils hoch in den Baumkronen, teils aber auch in Hüfthöhe und unmittelbarer Nähe zum Boden. Warnschilder an den Parkeingängen warnen vor den Gefahren, die von den Raupen ausgehen. Gesperrt werden muss das Areal im Gegensatz zu 2018 aber nicht.

Was zum einen daran liegt, dass die Anzahl der Nester deutlich geringer ist als vor einem Jahr, und zum anderem daran, dass die Bekämpfer der Eichenprozessionsspinner direkt zur Stelle sind. Noch gestern Mittag wurden die Tierchen mit einer klebrigen Flüssigkeit eingesprüht, abgebrannt und von den betroffenen Bäumen abgesaugt.

Nachdem Anfang vergangener Woche die ersten vereinzelten Gespinste an der Sportanlage „Zur Königsbrücke“, auf dem Spielplatz des DRK-Kindergartens „Die kleinen Strolche“ und im Bereich der Grundschule aufgetaucht waren, schätzt Ingrid Kuhn die Anzahl aktuell auf „irgendwas zwischen 50 und 100 – und damit noch nicht mal die Hälfte des Vorjahres.“ Wobei sie weiß, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.

Zum Thema

Wer den Eindruck hat, dass ein Befall des Eichenprozessionsspinners an Eichen auf öffentlicher Fläche noch nicht von den Fachleuten entdeckt wurde, kann dies im Bauamt, ' 0 54 85/81 51, melden.

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