Zehn Jahre Kulturbühne mit Jörg Knör
Menthol-Zigarette kam zum Zug

Ladbergen -

Zehn Jahre Kulturbühne, da muss es etwas Besonderes sein, hatte die Marketinginitiative „Nu män tou!“ beschlossen und präsentierte am Samstagabend in der Sporthalle II Jörg Knör. Der Entertainer und Parodist begeisterte sein Publikum mit einem humorvollen Streifzug durch die vergangenen 40 Jahre. Persönliche Begegnungen mit Prominenten gehörten ebenso dazu wie lokale Spitzen.

Montag, 17.06.2019, 05:40 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 17:34 Uhr
Jörg Knör wusste auch mit lokal geprägtem Humor sein Publikum zu unterhalten – herhalten musste dafür Bürgermeister Udo Decker-König.
Jörg Knör wusste auch mit lokal geprägtem Humor sein Publikum zu unterhalten – herhalten musste dafür Bürgermeister Udo Decker-König. Foto: Axel Engels

Zehn Jahre Kulturbühne. Dieses Jubiläum wurde am Samstag in Ladbergen groß gefeiert – mit einem prominenten Gast auf der Bühne und mehr als 220 Besuchern, die sich von ihm bestens unterhalten ließen. Jörg Knör gehört seit langer Zeit zu den bekannten Vertretern der Komiker- und Parodistenzunft im Land. In der Sporthalle II präsentierte er sich als sympathischer Typ, der seine Zuschauer auf eine wahrlich wunderbare Reise durch die Zeit seiner Karriere mitnahm.

40 Jahre Künstlerkarriere und 60 Lebensjahre packte er in „Die Jahr-100-Show“ zusammen. Während andere bekannte Menschen ab einem gewissen Alter gerne ihre Biografie schreiben, macht Jörg Knör aus seinen Erlebnissen einen prickelnd unterhaltsamen Abend. Damit kam er beim Ladbergener Publikum bestens an.

Bei seinen süffisanten Plaudereien konnte man den Alltag vergessen und entdeckte so manche Parallelen zur eigenen Lebensgeschichte. Gleich mehrere Jahrzehnte Fernsehgeschichte rauschten am Publikum vorbei, dabei kamen unter anderem viele Erinnerungen an die Zeit der „drei Programme“ wieder hoch. Jörg Knör hat sie als Akteur mitgestaltet und viele Stars auf seinem Weg persönlich kennengelernt.

Als zu Beginn seines Auftritts die Eurovisionsfanfare erklang, Schwarz-Weiß-Fotos auf einem Bildschirm in seine Kindheit entführten, konnte man sich gut in die damalige Zeit mit ihrem ganz speziellem Lebensgefühl hineinversetzen. Früher war wohl nicht alles besser, aber irgendwie gingen die Uhren anders. All die Großen von Rudi Carrell über Heinz Erhardt bis zu Peter Alexander ließ er als Parodist der Extraklasse wieder lebendig werden, erlebte man Großköpfige der Politik wie Hans-Dietrich Genscher, Willi Brandt, Gerhard Schröder und Helmut Kohl hautnah. Jörg Knör rauchte als Helmut Schmidt sogar eine der berüchtigten Menthol-Zigaretten, da stimmte der Rollentausch bis in die kleinste Geste.

Mögen so manche der von ihm aufs Korn genommenen Prominenten heute jüngeren Jahrgängen unbekannt sein, das Publikum in Ladbergen genoss diesen Ausflug in die eigene Vergangenheit zweifelsohne in vollen Zügen. Jörg Knör verstreute bei seinen Plaudereien auch jede Menge Lokalkolorit. Wenn bei ihm der Bahnhof in Kattenvenne per Fotomontage zur Rotlicht-Sauna wurde, erntete er fulminanten Applaus für diese Spitzen auf die Nachbarschaft. Der Mann, der Liza Minnelli einst zum Weinen gebracht hat, Udo Lindenberg die Sonnenbrille „klaute“ und von Gerhard Schröder als „Vorkanzler“ für einen Parteitag eingeladen wurde, versteht sein Handwerk offenkundig immer noch.

Mit Knör konnte man sich genüsslich zurücklehnen und auf die Dramen des Lebens zurückschauen. Wer in dritter Ehe glücklich in der Hansestadt Hamburg angekommen ist, den erschüttert so schnell nichts mehr. Und für die Kulturbühne und deren Fans war diese Begegnung mit der Vergangenheit sicherlich ein kultureller Höhepunkt der humorvollen Art.

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