E-Mobilität Thema beim Unternehmerfrühstück
Fördertöpfe anzapfen

Ladbergen -

„Ohne Ökostrom“, das machte Till Burckhardt gestern beim Ladberger Unternehmerfrühstück deutlich, würden Elektro-Autos „keinen Sinn machen“. Der Mitarbeiter des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt war auf Einladung der Gemeinde zu dem Treffen in der Begegnungsstätte „Buddemeier“ gekommen, um über das Thema E-Mobilität zu informieren.

Mittwoch, 26.06.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 18:10 Uhr
Elektro-Autos, sagt Till Burckhardt (Foto rechts) vom Kreis Steinfurt, machen nur dann Sinn, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien getankt werden. Der Referent informierte gestern auf Einladung der Gemeinde beim Unternehmerfrühstück über Fördermöglichkeiten im Bereich E-Mobilität.  
Elektro-Autos, sagt Till Burckhardt (Foto rechts) vom Kreis Steinfurt, machen nur dann Sinn, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien getankt werden. Der Referent informierte gestern auf Einladung der Gemeinde beim Unternehmerfrühstück über Fördermöglichkeiten im Bereich E-Mobilität.   Foto: dpa (1), Katja Niemeyer (2)

Burckhardt plädierte für eine Verbesserung der Bezahlsysteme – „das muss künftig funktionieren wie in Tankstellen, wo man einfach mit der EC- oder Kreditkarte bezahlt“. Bislang haben die Betreiber von E-Ladesäulen jeweils eigene Bezahlkarten. Der Referent berichtete außerdem, dass viele Hersteller von Elektro-Autos weiterhin große Engpässe hätten. Weshalb zumeist ein halbes bis ein Jahr vergehen würde, bis ein Wagen ausgeliefert werden könnte. „Das Problem sind nicht die Ladesäulen. Davon gibt es ausreichend im Kreis. Das Problem sind die Lieferzeiten“, sagte Burckhardt, dem zufolge die durchschnittliche Reichweite eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs derzeit bei 300 Kilometer liegt. In Zukunft, meinte er, würde es aber nicht so sehr darauf ankommen, diese Distanz zu erhöhen, sondern die Ladevorgänge zu beschleunigen.

Auf besonderes Interesse bei den Firmenchefs stießen die Fördermöglichkeiten für Investitionen in die E-Mobilität. Ein „spannendes Thema“, befand Burckhardt, gebe es doch für „fast alles“ finanzielle Mittel von der öffentlichen Hand. So bezuschusst der Bund den Kauf eines E-Autos mit 4000 Euro. Das Land NRW schießt noch einmal 4000 Euro, für Elektro-Nutzfahrzeuge von 2,3 bis 7,5 Tonnen sogar 8000 Euro, zu. Wer alle Fördertöpfe ausschöpft, könne bei einer Neuanschaffung mit maximal 12 000 Euro kalkulieren, so Burckhardt. Die Einrichtung einer privaten Lade-Infrastruktur würde außerdem mit bis zu 50 Prozent der Kosten gefördert, maximal jedoch mit 1000 Euro. Burckhardt riet dazu, auch das Kleingedruckte zu lesen. Für eine Förderung sei zum Beispiel Voraussetzung, dass der Wagen mit Strom aus erneuerbaren Energien betankt wird, weil er nur dann CO-neutral ist.

Schließlich wies der Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Unternehmer darauf hin, dass sie auch mit öffentlichen Geldern rechnen können, wenn sie einen Fachmann beauftragen, der sie etwa bei einer geplanten Umstellung ihres Fuhrparks auf emissionsarme Wagen berät.

Und: Für den Kauf eines Elektro-Lasten-Fahrrades gebe es vom Staat bis zu 2100 Euro dazu. „Vielleicht ist eine solche Investition ja interessant für den ein oder anderen Handwerker, wenn dieser kurze Strecken zum Kunden zurücklegen muss“, erläuterte Burckhardt. Erfreulicher Nebeneffekt: „Fitte Mitarbeiter.“

Zum Thema

www.elektromobilitaet.nrw

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6725396?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Sinn nimmt Abschied von Münster
Am heutigen Mittwoch ist der letzte Verkaufstag im Modehaus Sinn (v.l.): Lydia Ostwald, Susanne Klaphake und Lili Schweizer
Nachrichten-Ticker