Großes Interesse am Bürgerworkshop zum Radverkehr
Viel Kritik am Ist-Zustand

Ladbergen -

„Wir haben ja gar keine Radwege.“ Dieser Satz fiel des Öfteren beim Bürgerworkshop „Ladbergen setzt auf`s Rad“ am Mittwochabend. Eine Äußerung, die aber weder mit einem kleinen Lächeln noch mit Ironie ausgesprochen wurde. Vielmehr waren es Ärger und Unverständnis, die die Besucher so deutlich formulierten.

Donnerstag, 04.07.2019, 20:20 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 16:58 Uhr
Das Interesse am Bürgerworkshop und die Kritik am Radwegenetz waren gleichsam groß: Carolin Dietrich, Alexandra Kattmann, Marie Mense, Andreas Moysich-Kirchner und Henri Eggert (Bild rechts, von links) wollen mit den Ladbergern die Radfahrmöglichkeiten nachhaltig verbessern.
Das Interesse am Bürgerworkshop und die Kritik am Radwegenetz waren gleichsam groß: Carolin Dietrich, Alexandra Kattmann, Marie Mense, Andreas Moysich-Kirchner und Henri Eggert (Bild rechts, von links) wollen mit den Ladbergern die Radfahrmöglichkeiten nachhaltig verbessern. Foto: Anne Reinker

Um sich mit dem Thema Radwegenetz zu befassen, hat die Gemeinde das Fachbüro „energielenker“ aus Greven mit ins Boot geholt, das die Ergebnisse der Bürgerbefragung in die Erstellung des Radverkehrskonzeptes einfließen lassen will.

„Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema“, sagte Henri Eggert von der Gemeindeverwaltung bei der Begrüßung. Wie er, so freute sich auch Klimaschutzmanagerin Alexandra Kattmann über das große Interesse, kamen doch über 40 Besucher ins Rathaus – der Großteil übrigens mit dem Rad.

„Es ist wichtig, dass Sie sich einbringen“, forderte Carolin Dietrich , die den Workshop gemeinsam mit Marie Mense (beide „energielenker“) leitete, die Teilnehmer auf. Immerhin gehe es darum, unter anderem ein attraktives Ortsbild zu schaffen und für sichere Mobilität zu sorgen. „Es drubbelt sich im Ortskern“, befand Carolin Dietrich. Dieses sei das Zielgebiet, mit dem man sich befassen wolle. Für die Anwesenden sind die jetzigen Möglichkeiten im Dorf, mit dem Rad von A nach B zu kommen, „katastrophal“.

Dass es aber noch weitaus mehr „Baustellen“ gibt, die nicht nur im Bereich Mühlen- und Dorfstraße liegen, zeigte sich bei der anschließenden Diskussion. „Die Hauptverkehrsstraße ist doch gar nicht geeignet zum Fahrrad fahren“, meinte eine Besucherin. „Wo sind denn die Radwege? Wir haben doch gar keine“, klagte ein Beteiligter und zielte mit der Kritik darauf ab, dass im Ort keine Wege mehr für Radfahrer ausgeschildert sind. Vor etwa drei Jahren wurde die Beschilderung durch den Kreis entfernt. Seitdem herrsche große Verunsicherung, wo überhaupt noch Rad gefahren werden dürfe, müsse oder könne. „Genau deswegen sind wir hier“, sagte einer der Zuhörer, der eindeutige Wegweiser forderte.

Im Anschluss hieß es aktiv werden: Die Gäste zeichneten Radwege auf, kommentierten die jetzige Situation und notierten Hinweise hinsichtlich einer verbesserten Sicherheit: etwa überwachsene Hecken und Büsche wie auch Bodenwellen.

Rolf Schweer befand die Saerbecker Straße als besonders unfallträchtig: „Irgendwann wird es da krachen. Es ist lebensgefährlich, dort mit dem Rad zu fahren“, befand der Ladbergener. „Da muss etwas geschehen.“

Ein weiterer Gefahrenpunkt sei der Radweg entlang des Kreisverkehrs, erklärten einige Teilnehmer unisono. Beispielsweise hört der Radweg abrupt vor dem Schnellimbiss auf und verläuft scheinbar auf der Pflasterfläche. Die Dorfstraße in eine Fahrradstraße zu überführen war eine weitere Anregung.

Auch der Blick über die Gemeindegrenze könne aufschlussreich sein, meinte Rolf Schweer: „Man sollte sich mal die Radwege in Saerbeck angucken, dann weiß man, wie es geht.“

Die Ladberger Fahrradfahrer haben dem Büro „energielenker“ jedenfalls ordentlich Hausaufgaben mitgegeben. „Ich bin mal gespannt, was davon letztendlich umgesetzt wird“, so Günther Gerversmann. „Hoffentlich wird relativ schnell etwas getan.“ Das müsse zumindest mit der Ausschilderung möglich sein, erklärte er. Die Teilnehmer hofften, dass die Gemeinde nun wortwörtlich in die Gänge kommt.

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Auch online kann man seine Ideen auf der Gemeinde-Homepage einbringen: www.ladbergen.de/radverkehr

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