Schnauferl machen Station in Lienen und Ladbergen
Fahrende Automobil-Geschichte

Ladbergen/Lienen -

„Hier noch gucken, da noch plaudern und immer mal ein bisschen schrauben“: Heinz Elfers erklärt damit nicht nur die Atmosphäre unter den Schnauferl-Liebhabern, sondern auch die etwa einstündige Verspätung, die 15 Veteranen beim Besuch des Heimatmuseums Ladbergen am Donnerstagmittag haben. Bei dem Anblick automobiler Geschichte aber ist jede Verspätung verziehen.

Freitag, 05.07.2019, 09:28 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 09:30 Uhr
Aus dem Jahr 1907 stammt dieser Veteran der Automobilgeschichte - ein Duhanot Double Phaeton. Es glitzert in der Sonne: Die Schnauferl passte nahezu perfekt ins Ambiente des Heimatmuseums Ladbergen.
Aus dem Jahr 1907 stammt dieser Veteran der Automobil-Geschichte – ein Duhanot Double Phaeton. Es glitzert in der Sonne: Die Schnauferl passten am gestrigen Mittag nahezu perfekt ins Ambiente des Heimatmuseums Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann

Diethelm Jasper-Hildebrand steht sofort auf, als er ein Auto auf den Hof des Heimatmuseums fahren sieht. Allerdings: Es sind nicht die erwarteten Gäste, erkennt der Betreiber des Heimatmuseums Ladbergen. Es ist kurz vor 12.30 Uhr. Vor etwa einer Stunde hätten die Gäste bereits kommen sollen.

„Die sind gemächlich unterwegs – fast ihrem Alter entsprechend“, sagt Heinz Elfers . Und in der Ferne tuckert es – langsam lauter werdend. Der Organisator des Schnauferl-Treffens betreut die Piloten und automobilen Gefährten, die sich dieser Tage in Ibbenbüren versammeln. „Bis zum Samstag kommen noch einige dazu. Viele machen gleich eine Woche Urlaub.“

Nach Ladbergen sind 15 Veteranen der Automobil-Geschichte gekommen. Das älteste Vehikel stammt aus dem Jahr 1902 – ein Dion-Bouton Typ Rear-Entrance-Tonneau mit acht PS. Der Fahrer hatte eine technische Panne. Fahrer der Schnauferl sind oft auch als Mechaniker aktiv – die Liebe zu den Oldtimern erfordert es, deren „Innenleben“ bis ins Detail zu kennen.

Der jüngste der Veteranen ist 1916 gebaut worden – ein Locomobile M 48. Der hatte schon 80 PS. Überhaupt: Es geht gemächlich zu. Die Verspätung in Ladbergen resultiert aus den Stationen in Bad Iburg und Lienen. „Hier noch gucken, da noch plaudern und immer mal ein bisschen schrauben“, skizziert Elfers die Atmosphäre. „Da kommt die ein oder andere Minute zusammen.“

Der Charakter der Ausfahrt ist auch an anderer Stelle anerkannt worden. Ab dem kommenden Jahr gehört das Schnauferl-Treffen in Ibbenbüren zu den vier Höhepunkten, die jährlich auf dem Programm des ASC (Allgemeiner Schnauferl-Club Deutschland) stehen. Die übrigen drei sind der Oldtimer-Gand-Prix auf dem Nürburgring, der Concours d‘Elegance am Schloss Schwetzingen in der Nähe von Heidelberg und die Bertha-Benz-Gedächtnistour von Mannheim-Ladenburg nach Pforzheim. Diese Strecke hatte sie bei der ersten automobilen Fernfahrt 1881 mit ihren Kindern zurückgelegt.

Schnauferl im Tecklenburger Land

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  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann
  • Die Schnauferl machten bei ihrer Ausfahrt unter anderem Station am Heimatmuseum in Ladbergen. Foto: Erhard Kurlemann

„Bei unserem Treffen sind nur Autos der Messing-Ära zugelassen; Baujahr 1918 und älter“, sagt Heinz Elfers. Viele Gäste aus der Schweiz, den Niederlanden und ganz Deutschland bilden seit Jahren des Stamm des Treffens. „Das spricht sich einfach herum.“

Termin ist jeweils die Woche vor dem ersten Samstag im Juli. „Für die Ausfahrten nutzen wir das gute Netz an Nebenstrecken im Osnabrücker und im Tecklenburger Land.“

Stille Museen wie etwa das Heimatmuseum in Ladbergen oder andere abseits der Hauptstraßen seien willkommene Stationen. Zudem würden die Wanderfahrten auf etwa 20 Autos begrenzt, bei dem Treffen in Ibbenbüren am Wochenende „sind es dann rund 30 bis 35 Teilnehmer“.

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