Ein Blutspendetermin braucht viele Freiwillige und Ehrenamtliche
Von der Ader in die Klinik

Ladbergen -

In den Ferien ist die Lage ohnehin immer angespannt, besonders in der sommerlichen Urlaubszeit. Und ohne das ehrenamtliche Engagement, wäre der Vorrat an Blutkonserven wohl noch deutlich geringer. Vor Ort sind es vor allem die Aktiven des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die wesentlich dazu beitragen, dass das Blut der Spendenwilligen in Krankenhäuser und Unfallkliniken gelangt. Es braucht viele Hände, bis ein Blutspendetermin wie der am Freitag in Ladbergen erfolgreich abgeschlossen ist.

Sonntag, 21.07.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 22.07.2019, 19:16 Uhr
Für Peter und Max Schirmbeck (von links) ist Blut zu spenden eine Selbstverständlichkeit. Maria Pruin und Ilka Aufderhaar (kleines Bild, von links) gehören zu den Küchenfeen.
Für Peter und Max Schirmbeck (von links) ist Blut zu spenden eine Selbstverständlichkeit. Maria Pruin und Ilka Aufderhaar (kleines Bild, von links) gehören zu den Küchenfeen. Foto: Anne Reinker

Aber woran mag es liegen, dass viele Menschen davor zurückschrecken, sich den roten Lebenssaft abnehmen zu lassen? Ist es das fehlende Bewusstsein, dass man vielleicht selbst mal auf eine Spende angewiesen sein könnte? Liegt es an einer gewissen Bequemlichkeit, sich auf den Weg zu machen? Oder wird der Piks in die Vene gefürchtet?

Bei den Spendern, die am Freitag ins evangelische Gemeindehaus kamen, ist von alledem nichts zu spüren. „Ganz wichtig ist mir, anderen so helfen zu können“, betont Peter Schirmbeck. Und ganz nebenbei werde auch das Blut noch aufgefrischt, was ja gut für den Körper sei, ist der Ladberger überzeugt. Wann er das erste Mal zum Aderlass ging, konnte der 58-Jährige nicht mehr sagen. Fest steht aber, dass er auf die Anzahl der Spenden stolz sein kann: Am Freitag ging er zum 117. Mal los.

Begleitet wurde er von zweien seiner Söhne. Für den 19-jährigen Max Schirmbeck war es das zweite Mal. „Der Piks stört mich nicht“, meint er. „Ich fühle mich auch nicht schlapp danach“, fügt er hinzu. Somit gebe es also keinen Grund für ihn, nicht zu spenden.

Für Julian Haarlammert war das Ganze eine Premiere. „Angst vor Nadeln habe ich nicht“, sagt der 18-Jährige. Von verschiedenen Leuten in seinem Umfeld war er schon häufiger angesprochen worden. Nun war es seine Mutter Frauke, die den Filius gemeinsam mit ihrem Mann in den Schlepptau nahm. Das Ehepaar spendet häufiger in Ladbergen. „Schade, dass die Termine in Lengerich immer dienstagabends sind“, bedauert Frauke Haarlammert. Weil ihnen das terminlich nicht so gut passt, machen sich die Eheleute meistens auf ins Heidedorf.

Als aktive Helferin gehört Helga Jablonski zum großen ehrenamtlichen Team. „Es wird immer ein halber Liter Blut abgenommen“, erklärt sie. Auf neun Liegen im Saal des Gemeindehauses ist das gleichzeitig möglich. In der ersten Stunde sind diese meistens durchgehend belegt, hat sie die Erfahrung gemacht. So ist es auch dieses Mal. „Trotz Ferien“, freut sich Jablonski.

Ebenfalls unter den zahlreichen Helfern sind die „Küchenfeen“, die für das leibliche Wohl sorgen. Denn ohne einen Imbiss nach der Spende, um bei Kräften zu bleiben, sollte keiner nach Hause gehen. „Wir machen das gerne“, betont Maria Pruin, die wie ihre fünf Mitstreiterinnen Brote schmiert, mit Gürkchen garniert und Getränke bereithält. In zwei Schichten arbeiten die Frauen. Beachtlich: Einige der Helferinnen machen schon seit etwa 30 Jahren mit. Seit fünf Jahren ist Ilka Aufderhaar dabei. Ihre Schwester habe auch mal geholfen, dadurch sei sie selbst „als Teenie so mit reingerutscht“, berichtet sie mit einem Lächeln. Helfen macht halt Spaß.

Die vielen Ehrenamtler bei einem solchen Termin arbeiteten Hand in Hand. Das Ergebnis spiegelt sich am Abend in der Anzahl der Blutspenden wider. Dieses Mal sind es 107 Spenden, von denen sechs Erstspendern zu verdanken sind.

„Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, resümiert Rot-Kreuz-Leiter Thomas Niemeier. „Aufgrund des Wetters und des Ferienbeginns sind wir von einer schlechteren Beteiligung ausgegangen.“

Der nächste Blutspendetermin ist am Freitag, 27. September, ebenfalls im Gemeindehaus.

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