50 Jahre Mondlandung: Stieneckers bei Feierlichkeiten mittendrin
„Das war einfach unglaublich“

Ladbergen -

So 14, 15 Mal, überschlägt Hartmut Stienecker, sei er mit seiner Frau Brigitte in den vergangenen vier Jahrzehnten garantiert schon in Amerika gewesen. „Und ich möchte keine Reise missen“, stellt der Ladberger kurz nach der Rückkehr von seinem letzten Trip im WN-Gespräch fest. Dieser allerdings, daran lässt er keinen Zweifel, „hat alles Dagewesene in den Schatten gestellt. Ein Highlight“, schwärmt er. Und seine Frau ergänzt: „Davon werden wir noch Jahre zehren.“

Montag, 05.08.2019, 20:41 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 20:50 Uhr
Teil des großen Festumzugs durch Wapakoneta: Hartmut und Brigitte Stienecker durften in einer weißen Pferdekutsche Platz nehmen und wurden durch die Stadt gefahren. „Und dann haben uns über 40 000 Menschen an den Straßenrändern zugejubelt. Einfach unglaublich“, erinnern sich die beiden.
Teil des großen Festumzugs durch Wapakoneta: Hartmut und Brigitte Stienecker durften in einer weißen Pferdekutsche Platz nehmen und wurden durch die Stadt gefahren. „Und dann haben uns über 40 000 Menschen an den Straßenrändern zugejubelt. Einfach unglaublich“, erinnern sich die beiden.

Was den jüngsten, rund dreiwöchigen USA-Aufenthalt so besonders gemacht hat? Er fand im Rahmen der Feierlichkeiten zur 50 Jahre zurückliegenden Mondlandung Neil Armstrongs statt, bei denen die Stieneckers in Wapakoneta aber nicht nur dabei, sondern plötzlich mittendrin waren. „Damit hatten wir nicht ansatzweise gerechnet. Gut, dass ich vorsichtshalber ein Jackett eingepackt hatte“, lacht er.

Doch der Reihe nach: Wie berichtet, stammen die Vorfahren des ersten Mannes auf dem Mond aus Ladbergen. Von dort aus machte sich Neils Urgroßvater Friedrich Wilhelm Kötter 1864 – wie so viele mit ihm – auf in die USA. Zwischen New Knoxville und Wapakoneta baute der junge Mann eine Farm – das spätere Geburtshaus seines Urenkels Neil Armstrong. Als man sich in Wapakoneta vor gut einem Jahr an die Planungen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag dessen Mondlandung machte, schickte man auch einen Brief ins Heidedorf, ob nicht eine Abordnung dazu anreisen wolle.

Letztlich wollten das „nur“ Brigitte und Hartmut Stienecker, die über Kurk Stienecker selbst über verwandtschaftliche Beziehungen in Lengerichs Partnerstadt Wapakoneta verfügen. Mit im Gepäck: Grußworte von Bürgermeister Udo Decker-König, Pfarrer Ingo Göldner und dem Heimatvereins-Vorsitzenden Heinz Lagemann, die das Ehepaar Stienecker an die dortigen Verantwortlichen überreichten.

Was darüber hinaus geplant war? „Wir wussten, dass es einen Umzug zu Ehren Neil Armstrongs gibt und wir mitfahren sollten“, erinnert sich Hartmut Stienecker. Dass er mit seiner Frau in einer weißen Pferdekutsche Platz nehmen und einen eigenen Programmpunkt in dem gut zwei Kilometer langen Festumzug bilden würde, hatte er nicht im Entferntesten geahnt. „Das war der Wahnsinn. Über 40 000 Besucher, hieß es später in Zeitungsberichten, haben an den Straßen gestanden und uns zugejubelt“, erzählen die Ladberger voller Begeisterung. Und es sollte noch besser kommen.

Denn auch zum Astronauten-Dinner im „Neil Armstrong Air and Space Museum“ am Abend des 20. Juli waren sie geladen. „Und da ging uns dann doch die Düse“, berichtet Hartmut Stienecker, der sich plötzlich inmitten von ehemaligen und aktuellen NASA-Astronauten wiederfand. Und schließlich war da dieser ältere Herr, der die Stieneckers auf plattdeutsch ansprach und fragte, ob sie aus Ladbergen kämen. Es war kein Geringerer als Dean Armstrong, der Bruder des 2012 verstorbenen Mondmannes, der 1973 selbst im Heidedorf gewesen war, um den Hof seines Urgroßvaters kennen zu lernen.

„Einfach Wahnsinn“, beschreiben die Eheleute die folgenden Stunden, in denen sie sich mit Dean Armstrong oder Astronautin Sunny Williams unterhielten, die übrigens mit ihnen an einem Tisch saß. Die Amerikanerin, berichtet Hartmut Stienecker, sei für die NASA-Mondmission 2023/2024 vorgesehen. „Mit ihr haben wir uns bestimmt eine Stunde lang unterhalten“, schüttelt er auch Tage nach der Rückkehr aus den USA noch geradezu ungläubig den Kopf, als er zu Hause in den vielen Fotos, Autogrammen und Zeitungsausschnitten kramt, die ihn und seine Frau an diese besondere Reise erinnern.

Eines steht für beide fest: „Diese Reise war unglaublich. Und wir möchten sie beim besten Willen nicht missen.“

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