WN-Umfrage zu Stein- und Schottergärten
Knappe Mehrheit für Verbot

Ladbergen -

Entweder man mag sie, oder man lehnt sie entschieden ab. Entweder man findet es gut, dass die Politik das Anlegen von Stein- und Schottergärten verbieten will, oder man hält das für Bevormundung. Unsere Zeitung hatte im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Antrag eine Online-Umfrage gestartet und gefragt, ob die Politik Vorgaben bei der Gartengestaltung machen sollte. Von den 212 Teilnehmern, so die aktuelle Auswertung, stimmten 51 Prozent dafür, 44 Prozent waren dagegen und fünf Prozent gaben an, keine Meinung zu dem Thema zu haben.

Dienstag, 20.08.2019, 21:00 Uhr
Über Geschmack lässt sich streiten: Das von den Grünen in Ladbergen angestrebte Verbot von Stein- und Schottergärten erregt jedenfalls die Gemüter und wird vielerorts heiß diskutiert.
Über Geschmack lässt sich streiten: Das von den Grünen in Ladbergen angestrebte Verbot von Stein- und Schottergärten erregt jedenfalls die Gemüter und wird vielerorts heiß diskutiert. Foto: Annika Wienhölter

Entweder man mag sie, oder man lehnt sie entschieden ab. Entweder man findet es gut, dass die Politik das Anlegen von Stein- und Schottergärten verbieten will, oder man hält das für Bevormundung. Auch der Partei Bündnis 90/ Die Grünen war klar, dass der Antrag, den sie Ende Juli an den Bürgermeister richtete, auf kontroverse Diskussionen stoßen dürfte. Trotzdem stellt deren Fraktionssprecher Jörg Berlemann auf Nachfrage der WN fest, „dass wir momentan sehen, mit freiwilligen Verpflichtungen in Sachen Klimaschutz nicht weiterzukommen. Da müssen klare Richtlinien her.“

Unsere Zeitung hatte im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Antrag eine Online-Umfrage gestartet und gefragt, ob die Politik Vorgaben bei der Gartengestaltung machen sollte. Von den 212 Teilnehmern, so die aktuelle Auswertung, stimmten 51 Prozent dafür, 44 Prozent waren dagegen und fünf Prozent gaben an, keine Meinung zu dem Thema zu haben.

In den Kommentaren dazu gingen die Meinungen ebenso weit auseinander. Die einen jubelten – „endlich“ –, empfahlen, „den Insekten zuliebe lieber eine Wildblumenwiese als einen Steingarten vor dem Haus zu haben“ und befanden, dass „Steinwüsten vor der Haustür eh keine Gärten sind“. Andere bezeichneten die Grünen als „Verbotspartei“, warfen ihr „Bevormundung“ und „Regulierungspolitik“ vor und fragten, „ob die Grünen künftig den Älteren helfen würden, ihre Gärten zu pflegen“. Auch wurde der Vorschlag unterbreitet, „lieber den Hausbesitzern mit Pflanzen, Hecke oder Rasen einen Teil der Grundsteuer jährlich zu erstatten als Verbote einzuführen.“

Jörg Berlemann und seine Parteikollegen nannten das Ergebnis der Umfrage, laut der sich immerhin eine – wenn auch kleine – Mehrheit für das Verbot von Stein- und Schottergärten aussprach, „sehr ermutigend“ und berichtete, dass derartige Vorstöße anderenorts bereits eine Mehrheit gefunden hätten und umgesetzt worden seien. Und er wies in Hinblick auf die vermeintlich pflegeleichten Steingärten im Gegensatz zu arbeitsintensiven Naturgärten darauf hin, im Herbst „auf jeden Fall“ einen Vortrag zu „pflegeleichten Naturgärten“ mit entsprechendem Referenten anzubieten. Zeit und Ort stehen noch nicht fest. Denn die Grünen hätten, so der Fraktionssprecher, sehr wohl die Sorgen der Älteren wahrgenommen, sich nicht ausreichend um Naturgärten kümmern zu können. „Wir wollen zeigen, mit welch einfachen Mitteln es gelingen kann, einen für die Insekten und das Mikroklima guten Naturgarten anzulegen.“ Zunächst aber wird sich die Politik in der nächsten Sitzungsperiode im September mit dem Thema beschäftigten.

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