Fridays for Future“-Bewegung
Ladbergerin steht in Münster in der ersten Reihe

Ladbergen -

Der Terminkalender ist voll. Für eine 17-Jährige sogar sehr voll. Ob Demonstrationen, Mahnwachen oder Pressekonferenzen: Die Woche von Stephanie Gebauer ist bestens durchgetaktet. Und das hat einen „sehr ernsten und drängenden Hintergrund“, wie sie sagt. Seit Februar engagiert sich die Ladbergerin in der Jugendorganisation Münster der Bewegung „Fridays for Future.“ Und das in erster Reihe.

Donnerstag, 29.08.2019, 20:32 Uhr aktualisiert: 29.08.2019, 20:51 Uhr
Stephanie Gebauer (im Boot sitzend rechts) opfert einen Großteil ihrer Freizeit für die „Fridays for Future“-Bewegung in Münster.
Stephanie Gebauer (im Boot sitzend rechts) opfert einen Großteil ihrer Freizeit für die „Fridays for Future“-Bewegung in Münster. Foto: Privat

An die Anfänge kann sie sich gut erinnern: „Ich war mit einer Freundin in Münster. Wir haben die Demon­stranten vor dem Rathaus gesehen. Und meine erste Idee war, mich einfach dazuzustellen.“ An diesem Tag wurde daraus zwar nichts, aber das Thema ging ihr nicht aus dem Kopf: „Ich hatte von ‚ Fridays for Future ‘ vorher kaum etwas gehört. Aber ich hatte schon immer überlegt, wie wir Menschen guten Gewissens einfach so weitermachen, obwohl wir die Konsequenzen kennen.“

Mit diesen Konsequenzen meint sie den fortschreitenden Klimawandel. Hintergrundinformationen dazu bekommen die Demonstranten unter anderem von Wissenschaftlern und Professoren. Auch die nehmen an den wöchentlichen Mahnwachen und Demonstrationen teil. Gebauer : „Ob Rechtsanwälte, Ärzte oder Lehrer: Wir sind eine bunte Mischung.“ Die Bewegung habe sie politisiert. Da sei sie nicht die einzige: „Bei uns herrscht eine super Stimmung, weil wir jeden aufnehmen und alle für die selbe Sache kämpfen.“

Das ganze Wochenende im Einsatz

Den „Schulschwänzer“-Vorwurf kann sie nur zurückweisen: „Unsere Mahnwachen finden nach 14 Uhr statt, außerdem geht mein ganzes Wochenende drauf. Wir schwänzen nicht die Schule. Wir setzen uns für die Sache ein.“ So seien beispielsweise die Organisationstreffen, in dem sie bereits nach der ersten Demonstration sechs Stunden verbrachte, samstags. Zudem werden regelmäßig die Ratssitzungen in Münster besucht. Die Aktivisten wollen Präsenz zeigen. Bei den Politikern sei dies durchaus angekommen: „Anfangs war die Haltung vieler noch sehr abwehrend. Mittlerweile setzen sie sich ernsthaft mit uns auseinander.“

In Seminaren lernen die jungen Menschen vieles über öffentliche Medienarbeit, Argumentieren oder Termine organisieren. „Für mich ist es bei weitem nicht mehr nur der Freitag. Es ist jeder Tag.“ Die Zeit bei „Fridays for Future“ habe ihr bisher viel gegeben: „Ich lerne meine Standpunkte zu vertreten und vor allem werde ich selbstbewusster.“

Reden vor 5000 Menschen

Bei Letzterem denkt sie vor allem an ihre erste Demonstration: Damals habe sie direkt eine dreiminütige Rede halten dürfen. Das macht sie mittlerweile problemlos – vor immerhin 5000 Menschen. „Wir bekommen laufend Zuwachs“, freut sie sich. Jeder sei willkommen, dürfe dabei sein – vor allem, weil „die Zeit drängt“, wie Stephanie Gebauer warnt.

Durch die zahlreichen Aktionen der Bewegung, die sich seit August 2018 durch den Protest der Schwedin Greta Thunberg weltweit einen Namen gemacht hat, habe sich das Bewusstsein für das Thema verändert, meint die Ladbergerin. An den politischen Entscheidungen könne sie das indes noch nicht erkennen.

Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Dass wir in einigen Jahren nicht mehr auf die Straße müssen, weil sich etwas geändert hat. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.“

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