„Fridays for Future“-Bewegung: Was die Fraktionschefs von den Protesten halten
Parteiübergreifende Einigkeit

Ladbergen -

Junge Menschen gehen auf die Straße, demonstrieren für Veränderungen in der Umweltpolitik. Gleichzeitig warnen Umweltforscher vor den Gefahren des Klimawandels. Entscheidungsträger sind in den meisten Fällen die Politiker. Was die von den „Fridays for Future“-Bewegungen halten? Die WN haben bei den Fraktionsvorsitzenden vor Ort nachgefragt.

Donnerstag, 29.08.2019, 20:32 Uhr aktualisiert: 30.08.2019, 16:21 Uhr

Und da herrscht vor allem eines – Einigkeit: „Ich warte schon seit 15, 20 Jahren darauf, dass die Jugend für ihr Recht auf die Straße geht. Es ist eine super Aktion“, sagt Jörg Berlemann (Grüne). Günter Haarlammert ( CDU ) schließt sich an: „Wenn sich junge Menschen für Politik interessieren, für ihre Zukunft auf die Straße gehen, finde ich das erstmal positiv.“ Und sein FDP-Kollege Jens Tiemann ergänzt: „Klimaschutz ist ein wichtiges Thema. In den politischen Entscheidungen merkt man es noch nicht, aber es wird mehr über das Thema gesprochen.“ Wobei der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kötterheinrich einschränkt: „Es ist grundsätzlich eine gute Sache.“ Aber es gebe auch viele Mitläufer. „Außerdem muss man betrachten, ob die Demon­stranten auch selbst so leben, wie sie es fordern.“

In Ladbergen sei das Thema bereits früh aufgegriffen worden, finden alle. „Trotzdem muss noch mehr gemacht werden“, fordern Berlemann und Haarlammert. Tiemann lobt die „wichtigen Entscheidungen“, die getroffen wurden: die energetische Sanierung der Grundschule, die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge oder die Begrünung der Sporthalle II. Parteiübergreifend wird die Arbeit von Klimaschutzmanagerin Alexandra Kattmann gelobt. „Die Stelle wurde weiter verlängert. Frau Kattmann hat viele gute Projekte vorangebracht“, freut sich der Fraktionschef der CDU.

Und was kann besser werden? Kötterheinrich setzt auf mehr Bürgerbeteiligung. Tiemann ist überzeugt: „Durch wirtschaftliche Anreize können wir die Bewohner motivieren.“ Letzterer sieht im Antrag für den Klimanotstand für Ladbergen eine Chance: „Wir müssen gucken, wie wir durch Entscheidungen die CO-Bilanz beeinflussen.“

Und was kann jeder selber machen? Berlemann, Haarlamert und Kötterheinrich setzen vor allem auf den ÖPNV, der vor Ort weiter ausgebaut werden müsse. Tiemann nennt das Thema Solarenergie. Außerdem solle auf den Verbrauch von Plastiktüten geachtet werden, mahnt Kötterheinrich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6885016?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Bürgerbus kollidiert mit Auto
Vier Schwerverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto
Nachrichten-Ticker