Umgestaltung der Mühlenstraße
Mit heißer Nadel gestrickt

Ladbergen -

Dass ihnen die Zeit im Nacken sitzt, war am Donnerstagabend deutlich zu spüren. Denn will die Gemeinde die Umgestaltung ihrer Ortsdurchfahrt, wie es im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts (Diek) festgelegt worden ist, vom Land gefördert bekommen, dann muss der entsprechende Antrag bis spätestens Ende des Monats auf den Weg gebracht werden.

Samstag, 14.09.2019, 06:46 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 17:46 Uhr
Den Zebrastreifen verlegen, die Straße inklusive Radweg verbreitern, die Busbucht opfern, den Parkplatz der Kreissparkasse womöglich direkt an die Mühlenstraße anbinden und die Stichstraße mit einem separaten Gehweg versehen (im Uhrzeigersinn von oben links): Das sind einige Kernpunkte der Planungen für die „neue“ Mühlenstraße, wie sie die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses am Donnerstag auf den Weg gebracht haben.
Den Zebrastreifen verlegen, die Straße inklusive Radweg verbreitern, die Busbucht opfern, den Parkplatz der Kreissparkasse womöglich direkt an die Mühlenstraße anbinden und die Stichstraße mit einem separaten Gehweg versehen (im Uhrzeigersinn von oben links): Das sind einige Kernpunkte der Planungen für die „neue“ Mühlenstraße, wie sie die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses am Donnerstag auf den Weg gebracht haben. Foto: Mareike Stratmann

Ergo war das, was Stefan Buse den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschusses sowie einigen interessierten Bürgern in Bezug auf die „neue“ Mühlenstraße präsentierte, mit heißer Nadel gestrickt.

Entsprechend konnte der Fachmann des Planungsbüros Hahm aus Osnabrück noch keine belastbaren Zahlen nennen und zudem muss die Gemeinde noch konkrete Gespräche mit einigen Anliegern und Anwohnern führen. Dennoch ließ das Konzept durchaus konkrete Rückschlüsse darauf zu, wie die Ortsdurchfahrt in Zukunft sowohl verkehrssicherer als auch attraktiver und barrierefreier daherkommen soll.

In einem ersten Schritt soll das Teilstück der Mühlenstraße von der Brücke bis zur Dorfstraße umgestaltet werden. Für diese Maßnahme kann die Gemeinde auf eine maximal 60-prozentige Förderung von 250  000 Euro hoffen. Der Rest muss aus Eigenmitteln finanziert werden. In einem möglichen zweiten und dritten Schritt sollen dann die Bereiche Kreisverkehr bis Mühlenbachbrücke sowie die Fortführung der Dorfstraße bis zum Telgter Damm überplant werden.

Was genau passieren soll? Zunächst einmal soll die Mühlenstraße von derzeit sechs auf dann 7,50 Meter verbreitert werden. Enthalten ist auf jeder Seite ein jeweils 1,50 Meter breiter Radweg, der im Begegnungsverkehr von Autos befahren werden kann. Zusätzlich bleibt ein Gehweg von ebenfalls 1,50 Metern Breite vor der Kreissparkasse und Lilli‘s bestehen. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Rad- vom Gehweg entkoppelt, die Parkbucht etwas nördlich in Richtung der Geschäfte verlegt und die Durchschnittsbreite des dortigen Gehwegs auf etwa 1,50 Meter reduziert.

Ferner war es ein Wunsch der Diek-Arbeitsgruppe, die Stichstraße zur Kreissparkasse, Lilli‘s und dem Seniorenheim mit einem getrennten Gehweg zu versehen und den Parkplatz der Kreissparkasse eventuell direkt mit der Mühlenstraße zu verbinden. Wobei Bürgermeister Udo Decker-König klarstellt, dass es „noch keine finalen Gespräche“ mit dem Kreditinstitut gegeben habe, dessen Vorstand dem Thema aber „zugänglich“ sei.

Klar ist indes, dass der künftig mit Blinden-Leitsystem ausgestattete Zebrastreifen (aktuell vor dem Restaurant Lilli‘s) in Richtung Bushaltestelle verschoben werden soll. Auf der Mühlenstraße könnte noch ein zweiter, etwa auf Höhe des Torbogens, entstehen. Einer vom Planungsbüro Hahm favorisierten Aufpflasterung des Fußgängerüberwegs schob die Verwaltung indes einen Riegel vor: „Da spielt der Kreis nicht mit.“

Apropos Bushaltestelle: Die Bucht wird den Planungen nach verschwinden, dafür auf der Straße ein 18 Meter langer Haltebereich ausgewiesen. Und auch das scheint allen Beteiligten wichtig: Es soll eine verbesserte fußgängerische Anbindung des Seniorenheims an die Mühlenstraße geschaffen werden. „Aber auch da stehen Gespräche mit dem Eigentümern der Flächen noch aus“, so Decker-König.

Angesichts der Tatsache, dass einige Punkte der Umgestaltung noch nicht in Stein gemeißelt sind, die Zeit aber drängt, wird die Gemeinde, so Bauamtsleiter Tim Lutterbei, zwei Planungsalternativen bei Kreis und Bezirksregierung einreichen. Das Planungsbüro wird zeitnah die Finanzierung ermitteln. Dem Ausschuss-Vorsitzenden Günter Haarlammert (CDU) war es folglich wichtig, die vorgesehene Beschlussvorlage abzuändern. Die Politiker brachten das Vorhaben – mit dem Zusatz „den Grundzügen der vorgesellten Planungen“ zuzustimmen – einstimmig auf den Weg. Nun sind Planungsbüro und Verwaltung am Zug.

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