CDU beantragt Prüfung des Geländes Friedhof „Wachelau“
Ein Friedwald in Ladbergen?

Ladbergen -

Könnte der Friedhof „Wachelau“ künftig einer neuen Nutzung zugeführt werden? Die CDU-Fraktion hat jetzt einen Antrag gestellt, die Verwaltung solle die Möglichkeit auf Ausweisung des Geländes als Friedwald prüfen. Womöglich ist damit eine künftige Bestattung unter Bäumen im Ortskern auf den Weg gebracht.

Freitag, 20.09.2019, 06:20 Uhr
Die CDU-Fraktion hält den Friedhof „Wachelau“ für „mehr als prädestiniert“: Sollten entsprechende Gespräche einen positiven Verlauf nehmen und ihr Antrag eine Mehrheit finden, könnte an der Dorfstraße ein Friedwald entstehen.
Die CDU-Fraktion hält den Friedhof „Wachelau“ für „mehr als prädestiniert“: Sollten entsprechende Gespräche einen positiven Verlauf nehmen und ihr Antrag eine Mehrheit finden, könnte an der Dorfstraße ein Friedwald entstehen. Foto: Luca Pals

„Frieden findet man nur in den Wäldern“ soll schon der italienische Künstler Michelangelo im 16. Jahrhundert gesagt haben. Ein Ausspruch, der in Bezug auf die heutige Bestattungskultur eine ganz neue Bedeutung erlangt. Diese ist im Wandel, und seit einigen Jahren erfährt die letzte Ruhe(stätte) im Wald eine immer größere Bedeutung. Ob es einen sogenannten Friedwald künftig auch in Ladbergen geben könnte? Die CDU-Fraktion hat an den Rat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Demnach soll die Verwaltung die Möglichkeit auf Ausweisung eines Friedwalds auf dem Friedhofsgelände „Wachelau“ prüfen und entsprechende Gespräche mit Grundstückseigentümer und Genehmigungsbehörden führen. In der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses am kommenden Donnerstag, 26. September, wird der Antrag der Christdemokraten erstmals öffentlich beraten.

Der alte und zwischen Grevener und Dorfstraße gelegene Friedhof „Wachelau“, auf dem unter anderem 16 Kriegstote aus dem Zweiten Weltkrieg ruhen, war im Jahr 1918 von der evangelischen Kirchengemeinde eröffnet worden. Seitdem die Anlage in den 50er-Jahren an die Kapazitätsgrenzen stieß, finden Bestattungen auf dem heutigen Areal auf dem Rott statt. Nun könnte die ehemalige Begräbnisstätte einer neuen Nutzung zugeführt werden.

So will die CDU mit ihrem Antrag der sich wandelnden Bestattungskultur mit dem Wunsch nach Einäscherung und anonymen Gräbern Rechnung tragen und hält das Friedhofsgelände im Ortskern für „mehr als prädestiniert“. Durch die neuerliche Nutzung blieben „Tradition und Pietät erhalten“ und würden „zusätzlich betont“. Zudem sei die Fläche im Flächennutzungsplan ohnehin als Friedhof ausgewiesen. Ferner lasse sich das Areal durch die Ausweisung als Friedwald ökologisch aufwerten, und es könne zentrumsnah und dauerhaft „ein Ort der Ruhe und Erholung entstehen“, schreibt Fraktionssprecher Günter Haarlammert an den Bürgermeister sowie die übrigen Fraktionsvorsitzenden im Rat. Was den Ladberger Christdemokraten darüber hinaus wichtig ist: „Die Ausweisung des Friedhofs Wachelau als Friedwald widerspricht in keiner Weise dem Dorfinnenentwicklungskonzept (Diek).“

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