Vortrag über Solarenergie
Viel Potenzial auf den Dächern

Ladbergen -

Die Gemeinde ist auf einem guten Weg, mit dem European Energy Award ausgezeichnet zu werden. Darüber informierte Alexandra Kattmann jüngst im Umweltausschuss (WN berichteten). Ein Baustein des Klimaschutzkonzepts des Heidedorfes ist der Ausbau von Photovoltaikanlagen (PV), die bereits auf einigen kommunalen Dächern zu finden sind.

Mittwoch, 25.09.2019, 18:28 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 18:12 Uhr
Vor über 50 Besuchern sprach Professor Dr. Konrad Mertens (kleines Foto, Mitte) auf Einladung von Alexandra Kattmann (Klimaschutzmanagerin) und Henri Eggert (Verwaltung).
Vor über 50 Besuchern sprach Professor Dr. Konrad Mertens (kleines Foto, Mitte) auf Einladung von Alexandra Kattmann (Klimaschutzmanagerin) und Henri Eggert (Verwaltung). Foto: Anne Reinker

Ob das auch für Privatleute interessant, weil rentabel, ist, erfuhren Interessierte am Dienstagabend. Informationen rund um das Thema PV gab Prof. Dr. Konrad Mertens mit dem Vortrag „Solarstrom auf meinem Dach – (Wie) Geht das?“.

Ein Thema, das über 50 Ladberger in das Rathaus lockte. „Ich bin ernsthaft überrascht, dass so viele hier sind“, freute sich Henri Eggert über das Interesse am Solarstrom. „Klimaschutz ist in aller Munde, denn es ist kurz vor zwölf“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter. Wenn man das Ruder noch herumreißen wolle, müsse sich noch einiges ändern.

Wie das mit dem eigenen Hausdach geht, erläuterte Mertens, seit 2000 als Professor an der Fachhochschule Münster tätig, mit einem umfangreichen Zahlenwerk zur Klimaerwärmung sowie zur Bedeutung und Technik des Solarstroms. „Dass etwas in Bewegung ist, haben wohl schon alle bemerkt“, meinte er.

In Sachen Solarstrom sieht Mertens in Deutschland noch großes Potenzial. Der Zubau im letzten Jahr erreichte drei GWp ( Gigawatt Peak, Einheit für die Leistung von Solarzellen). „Um ernsthaft dem Klimawandel entgegenwirken zu wollen, müssten wir auf zehn GWp kommen“, sagte der Fachmann. Weltweit wurden 2018 rund 100 GWp zusätzlich installiert, Europa spiele dabei aber im Vergleich kaum eine Rolle, so Mertens.

Nichtsdestotrotz zählt für den Klimaschutz jeder Quadratmeter, knapp 30 würden für eine fünf kWp-Anlage (Nennleistung einer PV-Anlage) reichen, erklärte Mertens. Dies entspricht in etwa dem Jahresstromverbrauch einer vierköpfigen Familie. Die Module seien mittlerweile recht günstig in der Anschaffung und der Inbetriebnahme geworden. „Und es gibt eigentlich keine Gründe, warum sie wieder teurer werden sollten“, sagte der Fachmann.

Anhand einiger Praxisbeispiele zeigte Mertens auf, dass sich vor allem der Eigenverbrauch des produzierten Stroms wirtschaftlich rechnet. Er riet den Zuhörern, die PV-Anlagen auf den Dächern großzügig anzulegen. Im weiteren sprach der Professor über die Kombination von Solarstrom und Elektromobilität, die ebenfalls für deutliche Kosteneinsparung sorgen kann. Sie werde insgesamt den weiteren Ausbau der Photovoltaik beschleunigen. „Macht die Dächer voll. Woher soll der Strom denn sonst kommen?“, so der Appell des Redners.

Gegen Ende der Veranstaltung beantworte Markus Schröerlücke (Firma Keuer & Schröerlücke) noch Fragen, unter anderem zu den Kosten und dem späteren Recycling der Module.

Zum Thema

Am Dienstag, 1. Oktober, wird die Info-Reihe im Rahmen der Solarkampagne des Kreises mit einem Vortrag zum Thema „Sonne im Tank – Kombination von Photovoltaik und Elektromobilität“ fortgesetzt. Energieberater Hans-Jürgen Janning berichtet ab 19 Uhr im Rathaus über Grundlagen, Vorteile und Herausforderungen von Photovoltaik in Verbindung mit Elektromobilität.

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