Dorfladen bringt seit fünf Jahren Leben in Ladbergens gute Stube
Von der Idee zur Erfolgsgeschichte

Ladbergen -

Drei Kartoffeln und zwei Eier habe die ältere Dame gekauft. Und ein Schwätzchen habe es selbstverständlich gratis dazu gegeben. Die Momentaufnahme, die Ingo Kielmann skizziert, ist genau das, wofür der Dorfladen steht. Das Konzept „kaupen & küeden“ trägt der Laden an der Alten Schulstraße im Namen. Er will sozialer Treffpunkt sein sowie Ort des regionalen und fair gehandelten Einkaufs. Das haben sich die Ehrenamtlichen von „Nu män tou“ vor fünf Jahren auf die Fahnen geschrieben, als sie sich auf den Weg machten. Heute sagen Geschäftsführer Ingo Kielmann und Vorsitzender Wolfgang Menebröcker: „Gut, dass wir damals den Mut aufgebracht haben.“

Freitag, 11.10.2019, 09:21 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 09:30 Uhr
Ein Teil des großen Ganzen: Bis zu 60 Ehrenamtliche sorgen vor und hinter den Kulissen dafür, dass der Dorfladen an vier Tagen die Woche geöffnet ist.
Ein Teil des großen Ganzen: Bis zu 60 Ehrenamtliche sorgen vor und hinter den Kulissen dafür, dass der Dorfladen an vier Tagen die Woche geöffnet ist. Foto: Mareike Stratmann

Denn die Idee, die 2012 gemeinsam mit dem Projektbüro von Elke Frauns geboren wurde, um Leben in Ladbergens gute Stube zu bringen, hat sich längst zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Der Dorfladen hat sich mit seinen Bausteinen regionale und fair gehandelte Produkte sowie selbst gemachte Liköre, Aufstriche und kreative Geschenkideen anzubieten, längst einen Namen gemacht. Insgesamt, überlegen die Vorstandsmitglieder, sorgen gut und gerne 60 Ehrenamtliche vor und hinter den Kulissen dafür, dass der Laden an vier Tagen in der Woche geöffnet ist.

„Müssten wir das Personal bezahlen“, geben Kielmann und Menebröcker unumwunden zu, „würden wir rote Zahlen schreiben“. Aber darum geht es nicht. „Kaupen & küeden“ hat andere Ziele: Neben dem kundenorientierten Einkauf soll der Laden die Bewohner Ladbergens zusammenzubringen, soziale Kontakte zu pflegen und so auch Einsamkeit entgegentreten. Das Zwischenfazit nach fünf Jahren: Auftragt erfüllt. Gleichzeitig sind die Ehrenamtlichen immer auf der Suche nach Unterstützung, betonen die Verantwortlichen. Im Rahmen des Apfel- und Kartoffelfestes am Sonntag böte sich eine gute Gelegenheit zum Gespräch.

Apropos: Gespräche waren auch in der Planungsphase viele vonnöten, erinnern sich die Beteiligten wie Hans-Jürgen Mäscher. „Es war eine spannende Zeit, als wir das genaue Konzept erarbeitet haben, häufig unterwegs waren, um das Mobiliar wie Theke und Waage für den Laden zusammenzusuchen und unsere Lieferanten zusammenzustellen“, berichtet er. Oder als plötzlich der Wunsch an „Nu män tou herangetragen wurde, neben dem Dorfladen auch ein Café einzurichten und zu unterhalten. „Da haben wir erstmal geschluckt“, gesteht Ingo Kielmann. Um hinzuzufügen: „Aber dann haben wir gesagt, wir stemmen das.“

Was sich seit der Eröffnung des Dorfladens am 20. August 2014 getan hat? „Wir haben unser Angebot stetig erweitert und verändert, den Kunden angepasst“, sagt Wolfgang Menebröcker. Wer an der Alten Schulstraße einkauft? „Querbeet“, sagen die Verantwortlichen. Von der jungen Familie bis zum gestandenen Rentner. Etliche Unternehmen setzten zudem auf die fair gehandelten Produkte, die Kita Spielkiste beziehe Milch, Joghurt und Quark aus dem Laden in der Nachbarschaft. „Und dann gibt es viele, die herkommen, um etwas aus Ladbergen zu verschenken. Etwa unsere Präsentkörbe“, schildert Kielmann.

Wer sich die Zeit nimmt, um durch die beiden liebevoll gestalteten Räume zu schlendern, wird überrascht sein, welche Besonderheiten sich dort verstecken. Vom Apfelsaft für Allergiker oder vom Sonderkommando Lecker angerührten Brotaufstrich über fair gehandelte Schokolade und passenden Wein bis hin zu kreativen Hobbykünsten wie Vogelhäuschen und genähte Taschen. Und nicht zu vergessen die vielen regionalen Produkte wie Eier, Kartoffeln und Co. von umliegenden Höfen.

Am besten, man schaut mal rein. Der Dorfladen ist dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags und freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet – zum „Kaupen und Küeden“.

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