Agritura kündigt Schließungen an / Ladbergen, Kattenvenne und Brochterbeck nicht betroffen
„Werden jeden Standort immer wieder betrachten“

Ladbergen/Kattenvenne/Tecklenburger Land -

Die Agritura Raiffeisen hat 2018 einen Verlust von 1,9 Millionen Euro eingefahren. Dieses Ergebnis, über das die Vorstände Jürgen Aumann und Jan-Bernd Krieger jüngst während der Generalversammlung informierten, bleibt nicht ohne Folgen für einzelne Standorte.

Freitag, 25.10.2019, 17:10 Uhr aktualisiert: 25.10.2019, 17:42 Uhr
Das Mischfutterwerk in Ladbergen (Foto) läuft nach Angaben des Vorstands stabil. In die Standorte Kattenvenne und Brochterbeck soll investiert werden.
Das Mischfutterwerk in Ladbergen (Foto) läuft nach Angaben des Vorstands stabil. In die Standorte Kattenvenne und Brochterbeck soll investiert werden. Foto: Michael Schwakenberg

Aumann und Krieger machten den verschärften Wettbewerb auf den Agrarmärkten, den Strukturwandel in der Landwirtschaft mit sinkenden Tierbeständen, die Novelle der Düngeverordnung und die Konzentration vor- und nachgelagerter Handelsstufen mitverantwortlich für das Defizit.

Der Umsatz sank von 67,9 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 63,9 Millionen Euro. Das Minus sei in allen Geschäftsbereichen mit Ausnahme einiger Raiffeisenmärkte entstanden, hieß es. Vor allem der Futtermittelbereich war infolge sinkender Tierbestände defizitär.

2019 liege dieser Bereich wie auch die Agrarerzeugnisse aber wieder über Plan. „Die Produktion in den Werken Glandorf und Ladbergen läuft stabil und wird konsequent auf Futtermittel für Schwein und Rind ausgerichtet“, so die Vorstände. Für Glandorf ist das eine gute Nachricht. Dort sollen die Tonnagen erhöht und das Personal ausgebaut werden. Auch will die Agritura vermehrt gentechnikfreie Futtermittel in ihre Produktpalette aufnehmen. Das Glandorfer Werk trägt das Siegel des Verbandes „Lebensmittel ohne Gentechnik“ (VLOG). Investiert werden soll in die sogenannten Kombinationsstandorte – mit Einzelhandel und Landwirtschaft – Füchtorf und Kattenvenne. Ausbaupläne gibt es für Versmold-Loxten mit einer eigenen Düngermischanlage und Getreidelager, Riesenbeck mit je einem Pflanzenschutzmittel- und Flüssigdüngerlager und Brochterbeck mit einem Supermarkt.

Zwar sieht sich das Unternehmen, das aus mehreren Fusionen entstanden ist, zuletzt aus dem Zusammenschluss der Raiffeisen Warengenossenschaft Teuto Süd und der Raiffeisen Westfalen Nord, als „Versorger vor Ort“. Doch es wird Einschnitte geben.

Die Raiffeisenmärkte in Bad Iburg, Borgholzhausen (Bahnhof) und Hopsten fallen einer „Verschlankung von Prozessen“ zum Opfer. Alle drei Märkte werden Mitte Dezember geschlossen. 13 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

„Mit diesen Maßnahmen richten wir den Blick nach vorn, erzielen kurzfristig die wirtschaftliche Stabilisierung unserer Genossenschaft und sehen uns für die Herausforderungen der Zukunft gesichert“, sagte Vorstand Aumann bei der Generalversammlung.

Auf Anfrage erklärte sein Kollege Jan-Bernd Krieger, dass sehr alte und sehr kleine Standorte aufgrund der Kostensituation nicht mehr zu betreiben seien. So schreibe Bad Iburg rote Zahlen. Die Gründe lägen auch in der Stadtentwicklung der vergangenen Jahre. Der Standort habe auch stark unter den Sperrungen für den B 51-Ausbau gelitten, berichtet der Vorstand, sei über Monate hinweg nur schwer zu erreichen gewesen. Problematisch sei, dass die Straße Am Bahnhof früher Durchgangsstraße in ein Wohngebiet war, jetzt aber nicht mehr.

Zur Frage, ob die anderen elf Agritura-Standorte gesichert seien, sagte Krieger: „Wir werden jeden Standort immer wieder betrachten und Standorte ausbauen.“

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