Gabriele Minneker in den Ruhestand verabschiedet
Küsterdienst ist fest in Familienhand

Ladbergen -

Wie weit die Familientradition des Küsterdienstes in die Vergangenheit zurückgeht, kann Ga­briele – von allen nur liebevoll Gabi genannt – Minneker nicht genau sagen. Eins ist allerdings ziemlich sicher: Drei Generationen lag das Amt für das evangelische Gemeindehaus in den Händen der Familie, vergangene Woche ist das letzte Kapitel dieser Geschichte geschrieben worden: Während des Reformationsgottesdienstes am Donnerstagabend wurde Gabriele Minneker feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Als „einen Abend voller Überraschungen“ nahm sie ihn wahr.

Sonntag, 03.11.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:52 Uhr
Abschied im Kreis der Kirche: Martin Oelrich (Vorsitzender des Presbyteriums), Anna Decker (Presbyterium), Pfarrer Ingo Göldner, Pfarrerin Dörthe Philipps (obere Reihe von links), Günther Ferlemann (Presbyterium), Martha Weikert (ehemalige Küsterin der Kirche) und Gabriele Minneker (untere Reihe von links).
Abschied im Kreis der Kirche: Martin Oelrich (Vorsitzender des Presbyteriums), Anna Decker (Presbyterium), Pfarrer Ingo Göldner, Pfarrerin Dörthe Philipps (obere Reihe von links), Günther Ferlemann (Presbyterium), Martha Weikert (ehemalige Küsterin der Kirche) und Gabriele Minneker (untere Reihe von links). Foto: Luca Pals

Und es scheint Tradition zu haben, dass Küsterdienste in Ladbergen fest in Familienhand sind. Nachdem Martha Weikert bereits vor einigen Wochen ihren letzten Arbeitstag hatte ( WN berichtete), drehte Minneker nun zum letzten Mal den Dienstschlüssel für das Gemeindehaus im Lenhartz­weg um. „Eine wunderbare Zeit mit sehr vielen netten Menschen und einer tollen Gemeinschaft“ liegen hinter der gebürtigen Brochterbec­kerin. Die örtliche Herkunft war natürlich nie ein Problem, bei der Konfession sah das anders aus, erinnert sie sich im WN-Gespräch: „Gebürtig bin ich katholisch. Es gab Pfarrer, die damit Probleme hatten. In den 1990er-Jahren habe ich dann die Konfession gewechselt.“ Auch, weil „ich mich voll und ganz mit dieser wunderbaren Gemeinde verbunden fühlen wollte“. Für diese war sie erstmals am 1. Mai 1980 – im Alter von 24 Jahren – im Einsatz. Damals war das Gemeindehaus – so wie es die Ladberger heute kennen – erst vier Jahre alt, bereits vorher hatte sie beim Küsterdienst ihrer Schwiegermutter Erna Minneker (2007 verstorben) unter die Arme gegriffen. Diese hatte das Amt bereits 1952 von Tante und Onkel – August und Rika Biermann – übernommen. Minneker schmunzelt: „Wann die erstmals als Küster im Einsatz waren, kann ich aber nicht sagen. Das müsste man noch nachforschen.“

Nachforschen könnte man viel: In all den Jahren ist eine Menge passiert, viele Pfarrer sind ein- und ausgegangen, das Gemeindehaus ist aber natürlich geblieben: „Das Gemeindehaus war immer schon ein zweites Zuhause oder ein viertes Kind für mich“, schwärmt Minneker im Rückblick. Flexible Arbeitszeiten und ein kurzer Weg machten alles ein wenig einfacher. Denn neben dem Gemeindehaus war Minneker in den letzten 22 Jahren auch für den evangelischen Sternenkindergarten tätig. „Ganz früher musste ich mich sogar um den Garten vom Gemeindehaus kümmern“, erinnert sich Minneker und ergänzt: „Mit einem kleinen Rasenmäher, den ich hinter mir herziehen musste.“ Jeder, der die Rasenfläche des Gemeindehauses kennt, weiß: Das ist eine Menge. Dazu kamen zahlreiche Veranstaltungen, die koordiniert, abgestimmt und vorbereitet werden mussten. Geht Minneker nun in den Ruhestand, wird die Koordinierung zum großen Teilen in die Hände von Nicole Sparenberg aus dem Gemeindebüro fallen. Eine Putzkraft aus dem Kindergarten wird sich um das Gemeindehaus kümmern, der Rest wird auf ehrenamtlichen Schultern verteilt werden müssen.

Zum feierlichen Anlass am Donnerstagabend stand der Reformationsgottesdienst unter dem Motto „Abschied und Neubeginn“, geleitet wurde er von Pfarrer Ingo Göldner und dem Team des Abendgottesdienstes. Diese sowie Anna Decker, Mitglied des Presbyteriums, richteten dankende Worte an Minneker. Der Tenor war dabei der gleiche: „Uns wird in Zukunft etwas fehlen.“ Im Anschluss an den Gottesdienst hatte das Presbyterium ein Abendessen mit verschiedenen Suppen für Gabriele Minneker, ihre Familie und Gäste organisiert.

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