Plattdeutsch-Unterricht startet an der Grundschule
Auf den Spuren der Vorfahren

Ladbergen -

Als Reinhard Kemper loslegt, steht einigen Schülern das Fragezeichen förmlich ins Gesicht geschrieben. Noch können die Dritt- und Viertklässler mit dem, was der pensionierte Lehrer da auf Plattdeutsch erzählt, nicht allzu viel anfangen. Aber das wird schon. Schließlich haben die 23 Grundschüler am Montag ja erst damit begonnen, die Umgangssprache ihrer Vorfahren kennenzulernen.

Dienstag, 05.11.2019, 20:50 Uhr
Das Interesse an der plattdeutschen Sprache ist groß: Die Aushilfslehrer des Heimatvereins werden die 23 Dritt- und Viertklässler in den nächsten Monaten für den plattdeutschen Lesewettbewerb fit machen – sehr zur Freude von Schulleiterin Dr. Ulrike Itze-Helsper (hinten links) und Heimatvereins-Vorsitzendem Heinz Lagemann (hinten rechts).
Das Interesse an der plattdeutschen Sprache ist groß: Die Aushilfslehrer des Heimatvereins werden die 23 Dritt- und Viertklässler in den nächsten Monaten für den plattdeutschen Lesewettbewerb fit machen – sehr zur Freude von Schulleiterin Dr. Ulrike Itze-Helsper (hinten links) und Heimatvereins-Vorsitzendem Heinz Lagemann (hinten rechts). Foto: Mareike Stratmann

Zum 21. Mal hat der Kreisheimatbund zum plattdeutschen Lesewettbewerb aufgerufen – und der Ladberger Heimatverein und sowie die Grundschule sind natürlich wieder dabei. In zehn freiwilligen Unterrichtseinheiten machen die selbst erklärten Plattdeutsch-Lehrer Dieter Ottehenning, Eckhard Kipp, Friedhelm Wierwille und Reinhard Kemper die Kinder nun Woche für Woche mit der plattdeutschen Sprache vertaut. Und dass so viele Kinder Lust darauf haben, montagmittags zusätzlich die Schulbank zu drücken, freut nicht nur sie, sondern auch den Heimatvereins-Vorsitzenden Heinz Lagemann und Schulleiterin Dr. Ulrike Itze-Helsper.

Die plattdeutsche Sprache am Leben zu erhalten, haben sie sich im Rahmen der Unterrichtseinheiten auf die Fahnen geschrieben – mit dem Ziel, Anfang Februar nicht nur die drei Sieger bei einem internen Schulentscheid zu küren, sondern am 13. März auch beim plattdeutschen Lesewettbewerb auf Kreisebene gut abzuschneiden. Dafür wird nun Montag für Montag in zwei Gruppen gebüffelt.

Das Material haben die Heimatfreunde am ersten Tag direkt mitgebracht. Jedes Kind erhält das Wörterbuch „Use Platt“, das Willi Untiet 1996 mit Reinhard Kemper zusammen veröffentlicht hat und eine Mappe mit ersten Texten. Fest steht schon jetzt, dass im Februar und März die Geschichte „Däi eeste Trecker“ (Der erste Trecker) möglichst fehlerfrei und mit der richtigen Betonung vorgelesen werden soll. Den Besten, macht Heinz Lagemann Lust aufs Platt lernen, winke dann ein kleines Geschenk.

Lust scheinen am Montag alle zu haben. Nach ein paar einführenden Worten werden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und die vier Aushilfslehrer beginnen mit dem Unterricht, die Schüler hängen regelrecht an ihren Lippen. Bei Friedhelm Wierwille und Reinhard Kemper steht in der ersten Stunde das Zählen auf dem Programm. Von eins bis zehn wiederholen die Mädchen und Jungen gebetsmühlenartig die entsprechenden Begriffe. Und schon nach ein paar Minuten sind die ersten Fragezeichen verschwunden – für den ersten Tag macht sich sichtbarer Stolz über die ersten plattdeutschen Gehversuche auf dem Gesicht der Kinder breit.

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