Müllabfuhr: Mischsystem aus gelbem Sack und gelber Tonne wird es nicht geben
Zu viele Wünsche auf einmal

Ladbergen -

Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt sagt „Nein“. Macht sogar darauf aufmerksam, dass sie klagen könnte. Ein Mischsystem aus Sack- und Tonnensammlung nach Wahl des einzelnen Bürgers will sie nicht akzeptieren. Also Tonne oder gelber Sack. Unsere Leser können ihre Meinung sagen.

Freitag, 15.11.2019, 19:30 Uhr
Gelbe Tonnen könnte es ab Januar 2021 in Ladbergen durchaus geben – aber nicht als Mischsystem mit dem gelben Sack. Das heißt, die Lokalpolitiker müssen ihre Forderungen an den Systembetreiber noch mal überdenken.
Gelbe Tonnen könnte es ab Januar 2021 in Ladbergen durchaus geben – aber nicht als Mischsystem mit dem gelben Sack. Das heißt, die Lokalpolitiker müssen ihre Forderungen an den Systembetreiber noch mal überdenken. Foto: hbm

Die Bürger sollten die Wahlfreiheit zwischen dem gelben Sack und der gelben Tonne haben. Dazu sollten sie die Möglichkeit bekommen, bei voller Tonne noch entsprechend gelbe Säcke dazu stellen zu können. Und das Ganze sollte kombiniert werden mit einer zweiwöchigen Abfuhr. Keine Frage, der Anforderungskatalog der Lokalpolitiker an die künftige Müllentsorgung von Leichtverpackungen hatte es in sich. Aber, und das steht bereits nach den ersten Vorverhandlungen über die Regelungen ab Januar 2021 fest: Diesen Weg werden die Systembetreiber nicht mitgehen und behalten sich vor, notfalls dagegen zu klagen.

Diese Information seitens der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST), die die Verhandlungen für 23 der 24 Kommunen im Kreis führt, ist dieser Tage im Rathaus eingetrudelt. „Ganz frisch, so dass wir sie nicht mehr auf die Tagesordnung der Sitzung des Umweltausschusses setzen konnten“, wie Henri Eggert am Donnerstagabend sagte – und den Sachverhalt unter dem Punkt „Mitteilungen und Anfragen“ bekanntgab. Die EGST, so der Allgemeine Stellvertreter des Bürgermeisters, „empfiehlt uns, unsere Vorgaben noch einmal zu überdenken“.

Sammelsäcke mit höherer Qualität

Was nach den ersten Verhandlungen klar zu sein scheint: Die Sammelsäcke sollen fortan mit einer höheren Qualität ausgegeben werden. Ihre Stärke soll um etwa ein Viertel heraufgesetzt werden. Ferner scheint es kein Problem zu sein, die Sack- auf Tonnensammlung umzustellen, so die EGST in ihrer Information. Was den Systembetreibern hingegen übel aufstößt, sind der enge Abfuhrrhythmus und das Mischsystem. So heißt es in dem Schreiben, dass „Rahmenvorgaben, die über das Sammelintervall der Restmülltonnen-Leerung hinausgehen oder die ein Mischsystem aus Sack- und Tonnensammlung nach Wahl des Bürgers beinhalten, nicht akzeptiert und damit beklagt werden.“ Das ist unmissverständlich.

Ausnahme in Tecklenburg

Einzige Ausnahme für die Einführung eines allerdings auch nur gebietsmäßig abgetrennten Mischsystems ist „eine gute Begründung“, so die EGST weiter und führt als Beispiel Tecklenburg an, wo kein Seitenladerfahrzeug durch die engen Straßen der Innenstadt passt. Diese Problematik gebe es in Ladbergen nicht, darüber waren sich die Politiker bereits am Donnerstagabend einig und werden ihre Forderungen im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 5. Dezember, und im Rat eine Woche drauf neu beraten müssen.

Lesermeinung ist gefragt

Der Knackpunkt: Wollen die Bürger eine vierwöchentliche Abfuhr einer 240 Liter großen gelben Tonne? Oder wollen sie bei den gelben Säcken bleiben, die alle zwei Wochen abgeholt werden? Übrigens: Ab der fünften Person auf einem Grundstück könnte ein weiterer Sammelbehälter (240 Liter) oder im Austausch ein größerer (360 Liter) kostenfrei bereit gestellt werden.

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