Unterwegs mit den Biomüll-Kontrolleuren der EGST
Jede Menge Plastik unterm Laub

Ladbergen -

Nein, die Rahmenbedingungen hätten fürwahr besser sein können an diesem regnerischen und kalten Novembermorgen. Thomas Köwener und Petra Rings-Hartmann scheint das wenig zu stören. Seit kurz vor sechs sind die Mitarbeiter der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) in den Straßen des Bereichs Heidkamp- und Waldseestraße unterwegs. Die „Biomüll-Polizei“ ist auf der Suche nach Haushalten, die die braune Tonne falsch befüllen – und wird auch bei der dritten Kontrolle in Ladbergen des Häufigeren fündig.

Donnerstag, 28.11.2019, 20:46 Uhr aktualisiert: 28.11.2019, 20:50 Uhr
Plastikbeutel gehören auch als Verpackungsmüll nicht in die Biotonne: Für die EGST-Mitarbeiter Thomas Köwener und Petra Rings-Hartmann ein Grund, an diesem Morgen eine Verwarnung (gelbe Karte) auszusprechen. Ist der Restmüll-Anteil indes größer, gibt‘s eine rote Karte und die Biotonne bleibt vorerst ungeleert stehen.
Plastikbeutel gehören auch als Verpackungsmüll nicht in die Biotonne: Für die EGST-Mitarbeiter Thomas Köwener und Petra Rings-Hartmann ein Grund, an diesem Morgen eine Verwarnung (gelbe Karte) auszusprechen. Ist der Restmüll-Anteil indes größer, gibt‘s eine rote Karte und die Biotonne bleibt vorerst ungeleert stehen. Foto: Mareike Stratmann

27 gelbe und gar 45 rote Karten verteilen die beiden und ihre zwei Kollegen im Laufe des Vormittags. Was bedeutet, dass alle mit einem roten Aufkleber versehenen Tonnen vorerst ungeleert stehen bleiben. „Sie müssen von den Bewohnern nachsortiert werden“, erklärt Köwener seinem Gast und holt mit seiner Harke aus den Tiefen der nächsten Mülltonne eine weitere Plastiktüte hervor. Unter Laub scheinbar gut versteckt hält sie als Verpackung von Lebensmitteln her, aber besitzt – und das ist das Entscheidende – kein Keimlingssymbol, das sie als kompostierfähig ausweist.

Die Kollegin notiert die Adresse und zückt die Kamera, um Beweisfotos zu machen. Alles wird genauestens dokumentiert. Denn, das weiß Ingrid Kuhn aus dem Bauamt der Gemeinde nach den ersten beiden Kontrollen: „Viele beschweren sich hier, dass die Tonne nicht geleert worden ist und bestreiten, dass sie etwas falsch gemacht haben. Aber dafür haben wir ja die Fotos.“

Apropos: Drei Mal sind die Biotonnen-Kontrolleure jetzt in Ladbergen unterwegs gewesen und haben damit, so Kuhn, „die überwiegende Anzahl der insgesamt gut 1400 Entsorgungsgefäße in Augenschein genommen. Unterm Strich sind 79 gelbe und 101 gelbe Karten verteilt worden. „Einige Haushalte haben mehrmals einen roten Aufkleber erhalten“, schüttelt die Verwaltungsangestellte den Kopf. Während die gelben Karte wie im Sport eine Verwarnung darstellen, es beim nächsten Mal besser zu machen, zieht eine rote Karte eine direkte Konsequenz nach sich.

„Wir werden die entsprechenden Haushalte Anfang kommender Woche anschreiben“, so In­grid Kuhn. Bei mehrmaligem „Platzverweis“ behält sich die Gemeinde zudem vor, die Biotonne einzuziehen und gegen Restmülltonnen zu tauschen. Schließlich werden Fehlwürfe im Kompostierwerk in Saerbeck aussortiert und der jeweiligen Kommune als entsorgter und deutlich teurer Restmüll in Rechnung gestellt. Und, daran lässt die Frau aus dem Rathaus keinen Zweifel: „Wir müssen besser werden, sonst steigen die Müllgebühren. Und die zahlen wir alle mit.“

Was darf rein, was nicht?

Über die Biotonne dürfen ausschließlich kompostierbare Abfälle aus Küche und Garten entsorgt werden – und zwar nur unverpackt beziehungsweise in Papiertüten, kompostierbaren Tüten mit entsprechendem Keimlingssymbol oder aber in Zeitungspapier gewickelt. Was gehört nicht in die Biotonne? In Plastiktüten verpackte Bioabfälle, Gläser, Flaschen, Dosen, Verpackungen, Hygieneartikel wie Wattestäbchen, Windeln, Textilien, Schuhe, Taschen, Asche, Grillkohlereste, tierische Fäkalien wie Hunde- und Taubenkot sowie Katzen- und Kleintierstreu.

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Doch zurück zum Blick in die Biotonnen, über den Köwener und seine Kollegin sagen, darin „eigentlich schon alles gefunden zu haben“ und darauf verweisen, dass sogar Autoreifen in der Tonne mit dem braunen Deckel gefunden wurden. So schlimm ist es in Ladbergen an diesem Morgen nicht. Aber Plastiktüten, Windeln, Asche, Zigarettenkippen und sonstiger Restmüll sind wahrlich ebenfalls kein Kavaliersdelikt.

Die Bestandsaufnahme von Ingrid Kuhn fällt genauso ernüchternd aus, auch wenn die absolute Zahl verteilter Verwarnungen und Platzverweise laut der EGST-Mitarbeiter nicht übermäßig hoch zu sein scheint. „So schwer kann das doch eigentlich nicht sein“, schüttelt die im Rathaus Zuständige den Kopf und verspricht eines: „Dass wir auch 2020 weiter Kontrollen durchführen lassen werden.“

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