Europa-Union: Diskussion in Ladbergen
Schlüsselwort ist Kommunikation

Ladbergen -

Europa mit seinen vielen Facetten ist ein interessantes Thema. Das wurde jetzt auf einer Veranstaltung des Kreisverbandes der Europa-Union und anderen Kooperationspartnern deutlich.

Sonntag, 01.12.2019, 22:11 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 17:24 Uhr
Ein spannender Abend mit prominenten Gästen (von links): Bürgermeister Udo Decker-König, Jochen Pöttgen, Dr. Angelika Kordfelder, Dr. Markus Pieper, Annerose Pott, Joachim Hoenig, Birgit Neyer und Moderator Professor Dr. Thilo Harth
Ein spannender Abend mit prominenten Gästen (von links): Bürgermeister Udo Decker-König, Jochen Pöttgen, Dr. Angelika Kordfelder, Dr. Markus Pieper, Annerose Pott, Joachim Hoenig, Birgit Neyer und Moderator Professor Dr. Thilo Harth Foto: Luca Pals

„Es bewährt sich, den Laden zusammen zu halten.“ „Wir müssen Druck über unsere Grenzen machen.“ „Die Versprechungen eines vereinten Europas auf den Trümmern des Krieges haben uns vorangebracht.“ Sätze mit klarer Haltung. Meinungen, die zur Diskussion anregen. Genau nach dem Geschmack des Europa-Union Kreisverbands Steinfurt, des Europe Direct Informationszentrums, der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) sowie der Gemeinde Ladbergen. Im Verbund hatten sie jetzt zur Diskussion „Welches Europa wollen wir?“ ins Waldhaus an de Miälkwellen eingeladen.

Die Resonanz von 110 Besuchern zwang die Organisatoren zum räumlichen Umplanen – ein Gedanke, dem die Kreisvorsitzende Dr. Angelika Kordfelder durchaus etwas abgewinnen konnte: „Ein so schöner Raum und so viele interessierte Besucher: Ein voller Erfolg, der zeigt, Europa interessiert uns alle.“

Als Moderator führte Professor Dr. Thilo Harth, Dozent an der Universität Münster , durch den Abend. Gemeinsam mit Dr. Markus Pieper (Mitglied des Europaparlaments), Jochen Pöttgen (Regionalvertreter der Europäischen Kommission in Bonn) und Joachim Hoenig (langjähriger Handelsblatt-Journalist, nun im Rednerdienst des Team Europe der Europäischen Kommission) ging es rauf und runter im Themenkatalog: Brexit, Flüchtlingskrise und nicht zuletzt der Kampf gegen die Klimakrise bestimmten die rund zweistündige Veranstaltung.

„Das Thema könnte aktueller kaum sein“, meinte Bürgermeister Udo Decker-König mit Blick darauf, dass die Amtszeit von Ursula von der Leyen als Präsidentin der Europäischen Kommission am 1. Dezember offiziell begonnen hat.

Los ging es mit dem Klimawandel – und schnell wurde deutlich, die Meinungen aus dem Publikum waren so kontrovers wie vorne auf der Bühne. Pieper votierte gegen den von der EU erst am Vormittag verabschiedeten „Klimanotstand“ und begründete: „Wir können unsere rechtsstaatlich-demokratischen Prinzipien nicht unter ein singuläres Thema stellen.“ So wichtig wie der Kampf gegen den Klimawandel sei: „Notstand – das kennen wir alle noch aus der Geschichte.“

Ein Besucher: „Wir Deutschen wollen alles 150 Prozent richtig machen. Aber in anderen Ländern gibt es kaum Bewusstsein dafür.“ Darüber hinaus müsse Europa als „global immens wichtiger Faktor“ (Pöttken) Verantwortung hinaus – auch über seine Grenzen – tragen. Von der Idee eines Kerneuropas hält Pöttken wenig: „Das Europa des kleinsten gemeinsamen Nenners“ sei wichtig. Vetorecht oder Mehrheitsentscheidungen? Das müsse laut Pieper „je nach Thema entschieden werden.“

Trotz vieler Kritik – unter anderem an dem Weg, der letztendlich zu Kandidatur und Wahl von der Leyens zur Kommissionspräsidentin geführt hat – könne man laut Pieper Stolz sein: „Über 70 Jahre kein Krieg in Europa. Ein gemeinsames Zusammenleben von Nationalstaaten. Und eine blühende Zukunft für die Jugend. Europa ist für uns alle eine große Möglichkeit.“

Trotz des regen Meinungsaustausches bleiben noch viele Fragen offen – kein Wunder bei dem großen Themenspektrum.

Eine letzte wird noch beantwortet: Auf WN-Nachfrage, warum Ladbergen als Veranstaltungsort ausgesucht wurde, begründete Annerose Pott: „Wir wollen in der Breite informieren. Wir machen viele Aktionen in Lengerich und Lienen. Nun war mal wieder Ladbergen dran, die Gemeinde kam uns bei der Suche nach Räumen sehr entgegen.“

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