Informationen von Fachleuten zum Eichenprozessionsspinner
Heißes Wasser macht Haare unschädlich

Ladbergen -

Erst wenige Tage ist das Jahr alt, und schon ist der Eichenprozessionsspinner (EPS) in aller Munde. Hochsaison hat er zwar erst im Sommer, um aber dann bestmöglich gerüstet zu sein, ist es sinnvoll, sich frühzeitig Gedanken zu machen und sich auf die Raupenplage vorzubereiten.

Donnerstag, 09.01.2020, 16:18 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 16:38 Uhr
Auf Einladung von Robert Hille waren etwa 30 Ladberger ins Feuerwehrhaus gekommen. Dr. Angelika Freitag (kleines Bild) sprach über ihre Erfahrungen aus der Praxis.
Auf Einladung von Robert Hille waren etwa 30 Ladberger ins Feuerwehrhaus gekommen. Dr. Angelika Freitag (kleines Bild) sprach über ihre Erfahrungen aus der Praxis. Foto: Luca Pals

So sahen es auch die 30 Ladberger, die am Mittwochabend auf Einladung von Robert und Kai Hille zur Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion ins Feuerwehrhaus gekommen waren.

Von leidvollen Erfahrungen mit dem EPS, dessen Brennhaare allergische Juckreize, Atemnot und lebensgefährliche Folgen auslösen können, berichteten einige Frauen und Männer aus den vergangenen Jahren.

Auch der Ladberger Robert Hille hatte auf seinem Grundstück mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun und sich deshalb schlau gemacht. Gemeinsam mit der Allgemeinmedizinerin Dr. Angelika Freitag und Laurenz Pieper, Tischlermeister aus Greven, stellte Hille verschiedene Möglichkeiten vor, wie Grundstückseigentümer im Kampf gegen die leidigen Plagegeister die Oberhand behalten können

So schlug er die Installation von Auffangbehältern vor, die von Spezialfirmen angefertigt würden. Wie unsere Zeitung bereits berichtet hatte, wird die Gemeinde Ladbergen laut Ingrid Kuhn vom Ordnungsamt zahlreiche dieser Behälter an Hot-Spots im Dorfkern anbringen.

Die Auffangbehälter sind so konzipiert, dass die Raupen in einen Beutel fallen, in dem sie durch einen speziellen und für den Menschen ungefährlichen Stoff ausgetrocknet werden. Im Sommer heizt sich der Beutel auf, ab 55 Grad Celsius werden die Brennhaare unschädlich gemacht.

Auch von einem sogenannten Raupenleim war am Mittwoch die Rede. Für ebenfalls effektiv hält Angelika Freitag Nistkästen zur Förderung des heimischen Meisenbestandes. „Die Meisen sind natürliche Fressfeinde der Raupen. Bei uns im Garten hat das super geklappt“, berichtete die Ärztin.

Freitag gab auch einen Einblick in den Praxisalltag. „Im vergangenen Jahr sind die Fälle um 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“, hat sie beobachtet. „Neben den gesundheitlichen Schäden sind die Raupen ein unglaublich kostspieliges Problem.“, macht sie deutlich.

Schon lange sei der EPS „keine einfache Bedrohung“ mehr. „Die Stachel der Brennhaare sind nicht einfach zu entfernen, unter der Haut bleiben sie noch lange und lösen dann den Juckreiz aus“, erläuterte sie. Gerate der Stoff in die Schleimhäute, könne es für Mensch und Tier lebensgefährlich werden. Betroffenen rät sie, sich unter „mindestens 55 Grad heißes Wasser“ zu stellen. Diese hohe Temperatur, die für Erwachsene ertragbar sei, lasse den Brennhaaren keine Chance.

Tischlermeister Laurenz Pieper stellte in der Folge einzelne Modelle von Nistkästen für die natürlichen Fressfeinde des EPS vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte er an einem Bautag am Heimatmuseum in Ladbergen 40 Nistkästen für Meisen angefertigt. Alle Baupläne seien auch im Internet zu finden, so der Tischlermeister.

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