Diebstahl in Ladbergen endet mit Unfall in Bramsche
14-Jähriger geht mit Bus auf Tour

Ladbergen -

Ein ungewöhnliches Ereignis hat sich im Dezember 1980 in Ladbergen abgespielt. Ein 14-jähriger Schüler aus Ostbevern war mit einem gestohlenen Reisebus aus Ladbergen im Raum Bramsche liegen geblieben. Nachdem der Motor des Fahrzeugs aufgrund eines Unfallschadens den Geist aufgegeben hatte, verschanzte sich der Schüler vor der Polizei im Bus.

Dienstag, 14.01.2020, 06:18 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 16:38 Uhr
Mit einem Reisebus hatte sich der Schüler vor 40 Jahren auf den Weg gemacht und war wegen eines Motorschadens im Raum Bramsche gestrandet.
Mit einem Reisebus hatte sich der Schüler vor 40 Jahren auf den Weg gemacht und war wegen eines Motorschadens im Raum Bramsche gestrandet. Foto: dpa

Die Beamten konnten sich erst durch das Einschlagen einer Scheibe Zugang verschaffen. Der 14-Jährige wurde festgenommen und der zuständigen Polizei in Warendorf übergeben. Über den Vorfall berichtete der „Tecklenburger Landbote“ in seiner Ausgabe vom 18. Dezember 1980.

„Wie die Kriminalpolizei in Warendorf gestern der Redaktion unserer Zeitung mitteilte, hatte der 14-Jährige, der Polizei auf Grund früher begangener Straftaten nicht unbekannt, in der Nacht zum Dienstag zunächst einen Einbruch in einen Ostbeverner Supermarkt ausgeführt und drei mitgenommene Tüten Süßigkeiten im Freien versteckt.

Bei einem weiteren Einbruch in ein Haushaltswarengeschäft erbeutete er drei Gaspistolen, warf diese aber weg, als der von Geräuschen aufgewachte Inhaber des Geschäftes die Verfolgung aufnahm.

Auch der Versuch, bei einer Landmaschinenhandlung einen Traktor zu entwenden, misslang, da der Besitzer ebenfalls durch die Geräusche aufwachte und die Verfolgung aufnehmen konnte. Der Schüler sprang vom fahrenden Trecker.

Der 14-Jährige holte dann die drei Tüten aus dem Versteck und begab sich mit einem Fahrrad nach Telgte, wo er einen 46 Personen fassenden Reisebus entwendete, darin sein Fahrrad verstaute und auf Spritztour ging. Im Raum Ladbergen baute er einen Unfall. Er ließ den Bus stehen, holte Fahrrad und Süßigkeiten heraus und fuhr in das Dorf. Auf dem Hof des Busunternehmens Berlemann brach er einen abgeschlossenen Reisebus auf und ging morgens gegen 3.30 Uhr auf eine weitere Spritztour. Der Busunternehmer, der das Fehlen des Busses bald bemerkte, nahm mit einem Pkw die Verfolgung auf. Wie er gegenüber unserer Zeitung gestern berichtete, fuhr der Schüler den schweren Bus in Schlangenlinien durch Ladbergen in Richtung Lengerich. Ein Überholen sei nicht möglich gewesen. In Lengerich bog er auf die Autobahn ein und fuhr Richtung Bremen. Der Unternehmer hatte inzwischen die Polizei verständigt, die eine Fahndung auslöste.

Nach mehreren Kollisionen, die Schäden am Bus zur Folge hatten, verließ der Schüler in Wallenhorst die Autobahn. Kurz vor Bramsche blieb er mit dem Fahrzeug wegen eines Motorschadens endgültig liegen. Die inzwischen eingetroffene Polizei wurde zunächst am Betreten des Busses gehindert, verschaffte sich dann aber mit Gewalt Zugang zum Reisebus und holte den Burschen vom Fahrzeugsitz. Er wurde zunächst der Osnabrücker und der Warendorfer Polizei übergeben.“

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